mini|hochkant|Jan Bollinger (2016) Jan Andreas Bollinger (* 21. März 1977 in Koblenz) ist ein deutscher Politiker (AfD). Seit 2016 ist er Abgeordneter im Landtag Rheinland-Pfalz, von 2023 bis 2026 als Fraktionsvorsitzender der AfD. Von 2022 bis 2026 war er Landesvorsitzender der AfD Rheinland-Pfalz.
Herkunft, Bildung und beruflicher Werdegang Bollinger verbrachte seine Kindheit und Jugend in Neuwied. Er besuchte das Rhein-Wied-Gymnasium, machte dort 1996 das Abitur und anschließend Wehrersatzdienst. Er studierte er von 1998 bis 2005 in Greifswald, Bonn und Koblenz Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Das Studium schloss er als Diplom-Betriebswirt (FH) ab. Er arbeitete ein Jahr als Unternehmensberater und schrieb sich dann als externer Doktorand der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel ein. Er promovierte 2011 mit der Dissertation zum Thema Transformationale Führung als Erfolgsfaktor des Interim Management – Wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter motivieren und entwickeln, Unternehmenskrisen bewältigen und organisationale Veränderungen umsetzen können und arbeitete bis 2010 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Vorläufer des IQIB). Er war von 2012 bis 2016 als Verwaltungsleiter in der Jugendhilfe tätig.
Politisches Engagement Bollinger trat 2013 in die AfD ein und wurde im Oktober des gleichen Jahres zum Kreisvorsitzenden der AfD in Neuwied gewählt. Bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz 2014 zog er in den Kreistag von Neuwied ein, dem er bis 2019 angehörte. Zudem wurde er in den Neuwieder Stadtrat gewählt, aus dem er 2016 wieder austrat.
Auf dem Landesparteitag in Bingen zur Aufstellung der Landesliste für den Antritt zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2016 wurde er auf den dritten Listenplatz gewählt. Am 18. März 2016 gelang ihm der Einzug als Abgeordneter in den rheinland-pfälzischen Landtag. Dort war er Parlamentarischer Geschäftsführer und wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Ferner war Bollinger stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr.
In einem Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz wurde Bollinger 2021 unter der Überschrift „Muslimfeindliche Aussagen und Positionen“ erwähnt. Er habe demnach im Mai 2020 einen Facebook-Post geteilt, in dem behauptet wurde, wer in der Demokratie schlafe, wache „im Kalifat“ wieder auf.
Bei der Landtagswahl 2021 wurde er erneut in den Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt.
Am 21. Mai 2022 wurde Jan Bollinger auf dem Landesparteitag der AfD in Pirmasens (Pfalz) zum Landesvorsitzenden der AfD Rheinland-Pfalz gewählt. Er erhielt etwa 75 Prozent der Stimmen. Bollinger übernahm das Amt von Michael Frisch, der nicht mehr zur Wahl angetreten war. Bollinger war zuvor stellvertretender Landeschef, und er war Vizefraktionsvorsitzender der AfD-Landtagsfraktion. Am 15. Juni 2024 wurde Bollinger auf dem AfD-Landesparteitag in Simmern/Hunsrück mit 79,3 Prozent der Delegiertenstimmen als Landesvorsitzender wiedergewählt. Am 27. Juni 2026 wurde er im Landesvorsitz von Sebastian Münzenmaier abgelöst; Bollinger wurde zugleich zum stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt.
Von November 2023 bis März 2026 war er Fraktionsvorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz.
Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2026 war Bollinger Spitzenkandidat seiner Partei. Er zog erneut in den Landtag ein. Drei Tage nach der Landtagswahl wurde er als Fraktionsvorsitzender nicht erneut gewählt, sein Nachfolger wurde Michael Büge.
Weblinks
Website von Jan Bollinger, abgerufen am 4. November 2016.
Einzelnachweise
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