mini|hochkant=1.5|Das denkmalgeschützte gotisierende Backstein-Portal des Nackenberger Friedhofes, im Hintergrund die teilmodernisierte Kapelle

Der Stadtteilfriedhof Nackenberg in Hannover ist eine Ende des 19. Jahrhunderts angelegte und heute denkmalgeschützte Friedhofsanlage im hannoverschen Stadtteil Kleefeld.Gerd Weiß: Gartenstadt Kleefeld. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 2, Band 10.2, hrsg. von Hans-Herbert Möller, ISBN 3-528-06208-8, S. 86–89; hier: S. 87; sowie Kleefeld im Addendum Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege), Stand 1. Juli 1985, Stadt Hannover. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut für Denkmalpflege, S. 17ff. Die heute rund 1,4 Hektar große Grünfläche findet sich unter der Adresse Blumhardtstraße 10Peter Schulze: Friedhöfe. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 193–196; hier: S. 195. Ecke Freda-Niemann-Straße.Cordula Wächtler, Kerstin Schönewald, Stephanus Fischer (Red.): Stadtteilfriedhof Nackenberg. In: N.N.: Landeshauptstadt Hannover. Der Friedhofswegweiser ( = Diesseits und Jenseits), 1. Ausgabe, Leipzig: Mammut-Verlag, 2008, S. 78f.

Geschichte und Beschreibung Zur Zeit des Königreichs Hannover und bis in das Jahr 1867 wurden die Bewohner Kleefelds auf dem Gartenfriedhof an der Marienstraße bestattet. Doch erst 1886 erhielt Kleefeld einen eigenen Friedhof.Theodor Dreimann, Martin Anger: Der Nackenberg-Friedhof, in dies.: Chronik der Ortschaft Kleefeld Hannover, 1. Auflage, Hannover: Selbstverlag, 1981, S. 132

Der Friedhof hinter einer Backsteinmauer mit seinem gotisierenden hohem Eingangsportal wurde 1886 eröffnet.Davon abweichend wird als Datum der ersten Beisetzung das Jahr 1885 genannt, vergleiche >Cordula Wächtler, Kerstin Schönewald, Stephanus Fischer (Red.): Stadtteilfriedhof Nackenberg In: N.N.: Landeshauptstadt Hannover ..., S. 78f. Aus der Anfangszeit des Friedhofes stammt auch der älteste erhaltene Grabstein, der um 1888 für August Gebhardt und dessen Gemahlin Sophie geschaffen wurde.

Im Laufe seiner Geschichte wurde der Friedhof mehrfach umgestaltet. Zuletzt präsentierte er sich als nahezu rechtwinklige Fläche, die jeweils mittig durch zwei Wege-Geraden in vier symmetrische Rechtecke geteilt wird, auf deren Berührungspunkt sich die in Teilen modernisierte Kapelle erhebt.

1972 wurde die Belegung eingeschränkt, nur noch vereinzelt fanden Beerdigungen in den rund 750 Grabstätten statt. Die historischen Gräber sollten nach Möglichkeit erhalten bleiben und waren durch die Landeshauptstadt Hannover zeitweilig unter die Verwaltung durch den Stadtfriedhof Seelhorst gestellt.

Ab dem Ende des 20. Jahrhunderts bemühte sich die Gemeinde der Petrikirche rund elf Jahre lang um eine Neueröffnung des Nackenberger Friedhofes, scheiterte jedoch lange an den Bedenken der hannoverschen Stadtverwaltung, da die fünf großen städtischen Friedhöfe mit Gesamtkosten von 13 Millionen Euro (Stand: 2010) in Hannover bereits für eine Einwohnerzahl von rund 700.000 Menschen ausgelegt worden waren – und hierzu insgesamt sieben kleinere Friedhöfe im Stadtgebiet stillgelegt worden waren. Erst nachdem die Kleefelder Bürger rund 76.000 Euro an Spenden gesammelt hatten und der Rat des Stadtbezirkes Buchholz-Kleefeld einem entsprechenden Antrag der CDU positiv zustimmte, konnte Ende 2010 ein Vertrag über eine Selbstverwaltung des Stadtteilfriedhofs Nackenberg ausgehandelt werden.Andreas Schinkel: Einigung in Sicht / Friedhof Nackenberg in Kleefeld soll wieder eröffnet werden. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung 24. August 2010; online

Die Friedhofsglocke, die am Eingang des Friedhofs steht, wurde am 30. September 2022 eingeweiht. Sie wurde von Spenden finanziert.

Ganz in der Nähe findet sich der Friedhof des Stephansstiftes, der zum Besitz des Stiftes zählt.

mini|Ältestes Grabmal auf dem Stadtteilfriedhof Nackenberg an der Mauer südlich des Eingangs Bekannte Grabstätten Grabstelle für Bruno Valentin Grabstelle für Rudolf MeisterW. Neugebauer, Aushang in Informationskasten auf dem Friedhof Nackenberg, ohne Jahr (Stand: 14. Dezember 2023); auch online Nackenberger Friedhof (zuletzt aufgerufen: 14. Dezember 2023) Grabstelle für Albin Karl Grabstelle für Adolf Falke Grabstein für August (22. September 1819 – 30. Oktober 1888) und Sophie Gebhardt, geborene Schumacher (31. März 1823–2. September 1908), darunter Inschrift für Ernst (14. Mai 1870–23. März 1944) und Anna Brockmann (1. April 1878–10. April 1948) (älteste vorhandene Grabstein) Familiengrab des Bienenforschers Georg-Heinrich LehzenBienenwirthschaftliches Centralblatt, 1909, S. 178; Vorschau über Google-Bücher

Siehe auch Friedhöfe in Hannover

Weblinks

Wolfram Neugebauer: Nackenberger Friedhof auf der Seite der Evangelisch-lutherischen Petri-und-Nikodemus-Kirchengemeinde in Hannover PreHan: Letzte Ruhe ist auf dem Nackenberg wieder möglich / Petri-Kirchengemeinde übernimmt Friedhof auf der Seite des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbands Hannover vom 3. Dezember 2010

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kleefeld Kategorie:Erbaut in den 1880er Jahren Kategorie:Baudenkmal in Hannover Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Hannover Kategorie:Backsteingotik in Niedersachsen

Kategorie:Kleefeld (Hannover) Hannover Hannover Nackenberg