Martin Louis Schmidt (* 21. August 1966 in Berlin-Dahlem)Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Bekanntmachung des Landeswahlleiters über die zugelassenen Landes- und Bezirkslisten für die Wahl zum 17. Landtag Rheinland-Pfalz am 13. März 2016. Bad Ems 2016, S. 62 (PDF; 163 kB). ist ein deutscher Journalist, Publizist und Politiker (parteilos; zuvor AfD). Er war in den 1990er Jahren stellvertretender Chefredakteur und Ressortleiter der neurechten Zeitung Jungen Freiheit, für die er bis heute schreibt. Von 2016 bis Frühjahr 2026 war Schmidt Mitglied des Landtages von Rheinland-Pfalz.
Leben Schmidt leistete nach dem Abitur 1986 in Braunschweig Wehrdienst 1986/87 bei der Bundeswehr. Im Anschluss studierte er Geschichte und Germanistik an den Universitäten in Erlangen und Freiburg im Breisgau. Während des Studiums wurde er Mitglied der Freiburger Hochschulgilde Balmung, der auch Dieter Stein beitrat. U. a. war er für die Zeitschrift Na klar! des Freibundes tätig. 1990 wurde er Sprecher seiner Hochschulgilde und Beiratsmitglied im Vorstand des Korporationsverbandes Deutsche Gildenschaft (DG).Helmut Kellershohn: Die selbsternannte Elite. Herkunft und Selbstverständnis des Personals der Jungen Freiheit. In: Ders. (Hrsg.): Das Plagiat. Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit. DISS, Duisburg 1994, ISBN 3-927388-44-0, S. 51–116. hier: S. 94.
Im Februar 1990 schrieb er seinen ersten Artikel, im Mai 1991 trat er in die Redaktion der Zeitung Junge Freiheit (JF) ein. Er war dort im Ressort „Ethnopluralismus“ (ab 1992 „Nationalitätenfragen“) tätig. Vor allem beschäftige er sich mit Osteuropa und den Russlanddeutschen. Er wurde dann stellvertretender Chefredakteur und Leiter der Ressorts „Weltpolitik“, „Nationalitätenfragen“ und „Reisen“. Aufgrund von Sparmaßnahmen verließ er die Zeitung 1998.Thomas Pfeiffer: Medien einer neuen sozialen Bewegung von rechts. Dissertation, Universität Bochum, 2000, S. 186. Überdies publizierte er u. a. in der nationalrevolutionären Zeitschrift wir selbst und in der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula. Außerdem war er „Freier Mitarbeiter“ (Östliches Mitteleuropa) beim revanchistischen Ostpreußenblatt.vgl. Martin Tamcke: Erlebnis, Idee und Vermittlung russischer Religiosität bei Henry von Heiseler. In: Ders. (Hrsg.): Blicke gen Osten. Festschrift für Friedrich Heyer zum 95. Geburtstag (= Studien zur orientalischen Kirchengeschichte. Bd. 30). Lit, Münster 2004, ISBN 3-8258-7418-4, S. 109–154, hier: 112. 1994 referierte er bei der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen.Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der weiteren Abgeordneten der PDS (Drucksache 13/86), Die Junge Landsmannschaft Ostpreußen und der Rechtsextremismus, Deutscher Bundestag, Drucksache 13/155, S. 1.
Schmidt ist als freier Journalist (Schwerpunkt „Volksgruppen- und Minderheitenpolitik“) tätig, er schreibt bis heute in der JF. Nach einer Studie (Stand 2000) hält er außerdem 2,0 Prozent der Anteile an der Junge Freiheit Verlags GmbH & Co.Frank Böckelmann: Wem gehören die Zeitungen?. Die Inhaber- und Beteiligungsverhältnisse der Tages- und Wochenzeitungsverlage in Deutschland (= AKM-Studien. Bd. 44). UVK-Medien, Konstanz 2000, ISBN 3-89669-321-2, S. 404. Er war zudem Vorsitzender, vda-kultur.de, abgerufen am 18. März 2016. des Landesverbandes Rheinland-Pfalz des Vereins für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA), StellvertreterOrgane: Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa, kulturportal-west-ost.eu, abgerufen am 18. März 2016. im Stiftungskuratorium der Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa – OKR, vormals Stiftung Ostdeutscher Kulturrat und stellvertretender Sprecher des Vereins „Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten in der AfD“. Im Jahr 2006 erschien unter seiner Herausgeberschaft das Buch Reisen zu den Deutschen im Osten Europas. Zwischen Oder und Memel, Karpaten und Kaukasus. Zum Abschluss seiner 10-jährigen Abgeordnetentätigkeit im Landtag von Rheinland-Pfalz erschien sein Buch Zwischen allen Stühlen.
Er wohnt seit 2004 in Annweiler am Trifels, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.
Politik Er war Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD), in deren Landesprogrammkommission Rheinland-Pfalz und Landesfachausschüssen für Außen- und Sicherheitspolitik und Kultur und Bildung er u. a. saß. Außerdem war er Sprecher des Arbeitskreises Völker, Kulturen, Regionalismen. Er war erster Beisitzer im Vorstand des AfD-Kreisverbandes Südliche Weinstrasse – Landau i.d. Pfalz., alternative-suew.de, abgerufen am 18. März 2016.
Bereits bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz 2014 kandidierte er auf Listenplatz 6 – damals erfolglos – für den Kreistag Südliche Weinstraße; die AfD erreichte 5,2 ProzentKreistagswahlen und Stadtratswahlen der kreisfreien Städte: Landkreis Südliche Weinstraße - Endgültiges Ergebnis, wahlen.rlp.de, abgerufen am 19. März 2016. der Stimmen und holte zwei Sitze. Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2016 zog er über die Landesliste (Platz 11Alexander Hensel, Lars Geiges, Robert Pausch, Julika Förster: Die AfD vor den Landtagswahlen 2016. Programme, Profile und Potenziale (= OBS-Arbeitspapier. 20). Ein Projekt der Otto Brenner Stiftung, Frankfurt am Main 2016, S. 30.) seiner Partei in den Landtag Rheinland-Pfalz ein. Als Direktkandidat im Wahlkreis Südliche Weinstraße (Wahlkreis 49) vereinigte er hinter den Mitbewerbern aus SPD und CDU 12,8 Prozent der Erststimmen., wahlen.rlp.de, abgerufen am 18. März 2016.
Er war während seiner ersten Legislaturperiode von 2016 bis 2021 ordentliches Mitglied des Ausschusses für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Europafragen und Eine Welt.
Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2021 erhielt er erneut ein Mandat über die AfD-Liste. Am 22. November 2023 trat er aus der AfD-Fraktion aus. Am 7. Juni 2024 trat er auch aus der Partei AfD aus.
Bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz 2024 zog er über eine AfD-Liste, die 15 % der Stimmen erhielt, in den Stadtrat von Annweiler am Trifels ein. Ende 2024 trat er dem von Frauke Petry initiierten Verein "Team Freiheit" bei.
Schriften (Auswahl) mit Dieter Stein: Im Gespräch mit Ernst Nolte (= Interview-Reihe. Nr. 4). Junge Freiheit, Freiburg im Breisgau 1993, ISBN 3-929886-01-4. (Hrsg.): Reisen zu den Deutschen im Osten Europas. Zwischen Oder und Memel, Karpaten und Kaukasus. Ares-Verlag, Graz 2006, ISBN 978-3-902475-21-3. Der Traum von "Neu-Deutschland". Damals. Das aktuelle Magazin für Geschichte und Kultur, Hrsg.: Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München, 33. Jahrgang, 03/2001 Von Burg Persen nach Proveis. Globus. Zeitschrift für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland. Hrsg.: Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA). 42. Jahrgang, 02/2010. Zwischen allen Stühlen. Inneneinsicht in den Politikbetrieb: 10 Jahre im Landtag Rheinland-Pfalz (2016–2026), erschienen 06/2026, ISBN 978-3-384-92823-8
Siehe auch Liste der Mitglieder des Landtages Rheinland-Pfalz (17. Wahlperiode)
Weblinks
Martin Louis Schmidt: Bewerbung zum Beisitzer (PDF)
Einzelnachweise
Kategorie:Landtagsabgeordneter (Rheinland-Pfalz) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:AfD-Mitglied Kategorie:Publizist Kategorie:Zeitungsjournalist Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Person (Junge Freiheit) Kategorie:Korporierter in der DG Kategorie:Kommunalpolitiker (Landkreis Südliche Weinstraße) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Mann