Der Militärflugplatz Hmeimim oder Chmeimim (, ) ist eine Basis der russischen Luftstreitkräfte in Syrien, gelegen im nördlichen Bereich des Internationalen Flughafens Basil al-Assad von Latakia im Westen des Landes. Er wurde am 30. September 2015 in Betrieb genommen und war bis Ende 2024 nur für russische Militärangehörige zugänglich.
Geschichte der Nutzung durch russische Streitkräfte
Im September 2015 wurden für den russischen Militäreinsatz in Syrien 28 Flugzeuge der Typen Su-24M, Su-25SM, Su-30SM und Su-34 der Luftstreitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt stationiert.These are the 28 jets Russia now has in Syria, Washington Post, 21. September 2015.Russian Fighter Aircraft Arrive in Syria, Stratfor, 21. September 2015. Zur Nahverteidigung wurden Kampfpanzer T-90, Mannschaftstransporter BTR-82, Artillerie und Mi-24-Kampfhubschrauber stationiert. Bis 2017 waren weitere Typen wie die Mil Mi-28, Tu-214R sowie die Berijew A-50 auf der Basis auszumachen.Pair of advanced Russian recon planes deployed in Syria
Gesichert wird die Anlage durch das russische Luftabwehrsystem S-400. Mit seiner Reichweite von 400 Kilometern kann es potenziell den Flugverkehr im ganzen Nahen Osten bekämpfen.
Im Juni 2019 wurde durch Sensoren auf der Internationalen Raumstation festgestellt, dass russische Truppen auf dem Gelände des Militärflugplatzes Hmeimim einen Störsender installiert haben, welcher Daten des vom US-Verteidigungsministerium betriebenen NAVSTAR GPS mittels GPS-Spoofing stört. Piloten hatten im Umfeld der Flughäfen Larnaka auf Zypern und Ben Gurion bei Tel Aviv in den Wochen vor der Entdeckung von Störungen der GPS-Navigationssysteme berichtet, die infolge der Aufklärung dem russischen Störsender zugeschrieben werden.Judah Ari Gross: "GPS jamming affecting Israel comes from Russian base in Syria: US researcher" Times of Israel vom 28. Juni 2019.
Vermutlich lieferten iranische Flugzeuge Waffen auch über Hmeimim. Israel griff am 3. Oktober 2024 ein Waffendepot nahe der Basis an.https://www.bbc.com/russian/articles/c5yv8wlr4jvo
Im Dezember 2024, nach dem Sturz des Assad-Regimes, dessen Machterhalt Russland bis dahin gestützt hatte, reduzierten die russischen Streitkräfte den Stützpunkt und zogen sich auch insgesamt aus dem übrigen Land zurück.
Bis zum 12. März 2025 sollen laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte Tausende von alawitischen Zivilisten im und am Militärstützpunkt Hmeimim Zuflucht vor Kämpfen und Verfolgung in Dschabla und den umliegenden Dörfern gesucht haben.
Im August 2026 vereinbarte Syrien mit Russland den Weiterbestand des russischen Stützpunkts am Militärflugplatz Hmeimim – ebenso in der Hafenstadt Tartus – als „gemeinsame Ausbildungszentren“.
Zwischenfälle Die Anlage wurde mehrfach zum Ziel von Angriffen, wobei am 31. Dezember 2017 zwei russische Soldaten ums Leben kamen."Zwei Tote auf russischem Militärstützpunkt in Syrien" Der Standard vom 4. Januar 2018. Am 6. März 2018 stürzte ein Transportflugzeug des Typs Antonow An-26 der Russischen Luftstreitkräfte (Kennzeichen RF-92955) beim Landeanflug auf den Militärflugplatz Hmeimim gegen 15 Uhr Moskauer Zeit etwa 500 m vor der Start- und Landebahn ab. Alle an Bord befindlichen russischen Militärangehörigen, 33 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder, wurden getötet.Unfallbericht AN-26 RF-92955, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 7. März 2018. Einen Beschuss des Flugzeuges soll es einem Bericht zufolge nicht gegeben haben.RIA Novosti: Meldung über das Flugzeugunglück (russisch), abgerufen am 6. März 2018 Anfang Mai 2018 stürzte eine Su-30, ohne beschossen worden zu sein, nach dem Start vom Militärflugplatz Hmeimim ins Meer, wobei beide Piloten ums Leben kamen.NZZ, 4. Mai 2018, Seite 2
Weblinks
Einzelnachweise
Hmeimim Kategorie:Militärische Einrichtung (Russland) Kategorie:Gouvernement Latakia Kategorie:Bürgerkrieg in Syrien seit 2011 Hmeimim Kategorie:Russisch-syrische Beziehungen