miniatur|Portal des Hauses Zum güldenen Kreuz Das Portal des Hauses Zum güldenen Kreuz ist ein denkmalgeschütztes Portal in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.
Lage Es befindet sich in der Magdeburger Altstadt an der Adresse Breiter Weg 193 auf der nach Süden zur Leiterstraße hin ausgerichteten Fassade des Gebäudes.
Architektur und Geschichte mini|Portal am ursprünglichen Standort, 1902 oder früher Das Portal entstand im Jahr 1745 als Eingang des an der Adresse Breiter Weg 30 errichteten Hauses Zum güldenen Kreuz. Die spätbarocke Portalanlage war ein wichtiger Bestandteil der Fassade des aufwendig gestalteten Bürgerhauses. Das Portal wird von Hermen und ionischen Säulen flankiert. Auf den Säulen befand sich ursprünglich Figurenschmuck. Vorbild der Gestaltung war das Knautsche Palais am Domplatz 4. mini|Apollon-Figur im Möllenvogteigarten, 2024 Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude Zum güldenen Kreuz zerstört. Das Portal blieb jedoch erhalten, wurde geborgen und später am heutigen Standort neu aufgebaut. Der das Portal bekrönende Figurenschmuck wurde jedoch nicht wieder aufgesetzt. Die ursprünglich dort auf der linken Seite stehende Figur des Apollon ist jedoch in Teilen erhalten und wurde Teil der Skulpturen im Möllenvogteigarten.
Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Portal unter der Erfassungsnummer 094 06338 als Baudenkmal verzeichnet.Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19. 03. 2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 2567
Vorgängerbau Das heutige Grundstück Breiter Weg 193 umfasst die historischen Grundstücke Breiter Weg 193 bis 195. Bei dem Eckgrundstück zur Leiterstraße, wo sich heute das Portal befindet, handelte es sich um die historische Nummer 195.
Zum Zeitpunkt der Zerstörung Magdeburgs im Jahr 1631 gehörte das Brauhaus Joachim Meinecke, dessen Erben die Stätte 1641 für 250 Taler an Gottfried Steinacker verkauften. Steinacker erhielt die Genehmigung der Stadt zur Zierde an seinem neuen Haus einen runden Erker anzubringen. Den Neubau führte er 1650 aus. Im 17. Jahrhundert war auch die Leiterstraße 1b Teil des Grundstücks. 1663 gehörte das Haus seiner Witwe, 1670 dem Advokat Melchior Richter, der es im Jahr 1675 an den Handelsmann Christian Balcke veräußerte. 1689 war er gezwungen das Gebäude an seine Gläubigerin, die Witwe von Johann Kösters, abzutreten. Von ihr erwarb es für 2800 Taler im Jahr 1691 der Handelsmann Jakob Köppe. Er blieb bis 1748 Eigentümer.
Südlich des Hauses begann die Stiftsfreiheit, so dass in diesem Bereich auf dem Breiten Weg ein Schlagbaum stand. Noch bis ins 19. Jahrhundert gehörte das Grundstück Leiterstraße 1a mit zum Anwesen. 1803 gehörte es der Witwe Medler, 1817 wurde die Witwe von J. C. Medler genannt, die als Material- und Gewürzhändlerin tätig war. 1845 wurde ein Kote als Eigentümer geführt, 1870 der Juwelier Kniese. 1873 wurde das Haus umgebaut, Eigentümer war 1898 der Rentner Eduard Kniese. 1904 und 1905 fanden Ladenumbauten statt. 1914 gehörte das Haus dem Rentiere Th. Kniese, 1925 der Witwe A. Kniese, der Kaufmann M. Kniese und der Regierungsbaurat O. Kniese. 1938 und 1940 war der Kaufmann W. Floß als Eigentümer geführt. Im Jahr 1940 erfolgte erneut ein Ladenumbau. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude nur geringere Schäden, allerdings brannte das Dach ab. Noch 1950 war W. Floß Eigentümer. Im Rahmen des Umbaus der Leiterstraße wurde das Haus dann in der Zeit um 1975 abgerissen.Guido Skirlo: Der Breite Weg – in verlorenes Stadtbild. Hrsg.: Landeshauptstadt Magdeburg, 2005, Seite 375 und das Grundstück später neu bebaut sowie das Portal hierher umgesetzt.
Literatur Guido Skirlo: Der Breite Weg – in verlorenes Stadtbild. Hrsg.: Landeshauptstadt Magdeburg, 2005, S. 120. Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, S. 142.
Einzelnachweise
Kategorie:Tor in Sachsen-Anhalt Kategorie:Kulturdenkmal in Magdeburg Kategorie:Erbaut in den 1740er Jahren