Die Antibiotika-assoziierte hämorrhagische Kolitis ist eine Sonderform einer entzündlichen Dickdarmerkrankung, die durch Behandlung mit Antibiotika ausgelöst wird. Sie ist abzugrenzen von der häufigeren pseudomembranösen Kolitis durch Clostridioides difficile.

Ätiologie Die Erkrankung tritt auch bei jungen, sonst relativ gesunden Patienten typischerweise nach einer – häufig kurzzeitigen – Therapie mit Penicillinen auf.H. Moulis, R. J. Vender: Antibiotic-associated hemorrhagic colitis. In: Journal of clinical gastroenterology. Band 18, Nummer 3, April 1994, S. 227–231, PMID 8034921 (Review). Als Auslöser wurde ein Überwuchern der normalen Darmflora mit einem toxinbildenden Stamm von Klebsiella oxytoca identifiziert.Christoph Högenauer, Cord Langner u. a.: Klebsiella oxytoca as a Causative Organism of Antibiotic-Associated Hemorrhagic Colitis. In: New England Journal of Medicine. 355, 2006, S. 2418–2426, . Diese Bakterien sind bei etwa 2 % der gesunden Bevölkerung ohne Symptome nachweisbar.

Klinisches Erscheinungsbild Die Patienten leiden an krampfartigen Bauchschmerzen und es kommt zu blutigen Durchfällen. In der Darmspiegelung sieht man eine ödematöse Schwellung und blutige Veränderung der Dickdarmschleimhaut. L. Dharmarajan et al., Practical Gastroenterology, Januar 2009.

Therapie Als Therapie ist in der Regel das Absetzen des auslösenden Antibiotikums angezeigt, danach bessern sich die Symptome in wenigen Tagen. In schweren Fällen wurden auch schon Chinolon-Antibiotika erfolgreich eingesetzt.

Einzelnachweise

Kategorie:Bakterielle Infektionskrankheit Kategorie:Krankheitsbild in der Gastroenterologie Kategorie:Dickdarm