mini|Lutz-Filiale in Wien, 2024 mini|XXXLutz und der Rote Stuhl in Nürnberg (Südost-Seite) mini|Haupteingang und Parkplatz in Nürnberg (West-Seite) Die XXXLutz-Gruppe ist eine österreichische Einrichtungshauskette. Der Sitz des 1945 gegründeten Unternehmens befindet sich in Wels. Der Geschäftsbereich umfasst den Betrieb von Möbelgeschäften mit Produkten wie Möbeln, Heimtextilien, Böden, Leuchten und Haushaltsgegenständen sowie Dekorationsartikeln. Die Unternehmensgruppe ist mit Marken wie XXXLutz, Aiko XXXL, Mömax, Möbelix und Poco europaweit tätig.

Geschichte Gertrude Seifert (geborene Lutz) gründete in Haag am Hausruck unter dem Namen Lutz ein Unternehmen, das zunächst hauptsächlich Bauernmöbel und Spanschachteln vertrieb. Es handelte sich um handgefertigte Einzelstücke. Ende der 1950er Jahre begann Lutz mit der Produktion von günstigen Möbeln in großen Stückzahlen und entwickelte sich so vom Produktionsbetrieb und Vertrieb für Handwerkskunst zu einem stetig wachsenden Möbelhändler. In den 1970er Jahren übernahmen die Söhne Richard und Andreas das Unternehmen, wobei diese eine aggressivere Preisstruktur verfolgten und sowohl den Personalaufwand als auch den Werbeetat erhöhten.

1973 begann das Unternehmen seine Expansion durch Übernahmen und Neugründungen.XXXLutz feiert 75 Jahre. Von der kleinen Möbeltischlerei zur Nummer 2 der Welt. In: Nassauische Neue Presse. 8. Februar 2020. 1975 eröffnete Lutz die erste Filiale in Marchtrenk sowie im Folgejahr in Wels und 1978 in Attnang-Puchheim. Bis 2023 wurden pro Jahr durchschnittlich sechs neue Möbelhäuser eröffnet.

1999 wurde Lutz zu XXXLutz umbenannt. Im Jahr 2000 wurde das Einrichtungshaus Neubert mit seinen Filialen in Würzburg und Hirschaid übernommen. Zum Zeitpunkt der Übernahme bestand das Einrichtungshaus seit über 140 Jahren; als Möbel-Neubert war es nach dem Zweiten Weltkrieg im Stadtteil Heidingsfeld neu errichtet worden.Rolf-Ulrich Kunze: Würzburg 1945–2004. Wiederaufbau, moderne Großstadt. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2 (I: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. 2001, ISBN 3-8062-1465-4; II: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. 2004, ISBN 3-8062-1477-8; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band III (2007), S. 318–346 und 1292–1295; hier: S. 340.

2003 wurde das Unternehmen der umsatz- und verkaufsflächenmäßig größte Möbelhändler Österreichs. Das Unternehmen beschäftigte in diesem Jahr 8000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 1,25 Mrd. Euro (das umsatzmäßige Marktvolumen des gesamten österreichischen Möbelhandels betrug im selben Jahr etwa 4 Mrd. Euro). Ebenfalls 2003 wurde die Unternehmensgruppe in die Liste der 20 schnellstwachsenden Unternehmen in Europa (Europe’s Top 500) aufgenommen.Christian Bartlau: Das XXXL-Phantom. In: Die Zeit Österreich. 14. Oktober 2021.Schwenningen bekommt einen „Mömax“. In: Südkurier. 13. September 2005.

Ab 2005 wurde die Geschäftstätigkeit ausgeweitet, indem zunächst in Baden-Württemberg die Mann Mobilia-Möbelhausgruppe erworben wurde, sowie weitere Filialen in Tschechien und der Slowakei. Ebenfalls 2005 erwarb die Gruppe außerdem das Karstadt-Möbelhaus in München sowie zwei Jahre später Hiendl mit Sitz in Passau, das über sechs Möbelhäuser in Süddeutschland verfügte.

Im Jahr 2008 übernahm die Gruppe zwei Sconto-Möbeldiscounter in Ungarn. Zwei Jahre später eröffnete das Unternehmen seinen ersten Standort in Malmö, Schweden, dem Stammland des Konkurrenten IKEA. Zudem wurde die in Südosteuropa tätige Möbelkette Lesnina übernommen. Am 7. Oktober 2013 schloss das Unternehmen erstmals einen Standort, eine Filiale in München.

Im Februar 2016 wurde die Hiller-Kaserne in Linz-Ebelsberg für 41 Mio. Euro an die WSF Privatstiftung, die Teil der Unternehmensgruppe ist, verkauft. Auf dem Gelände sollen Stand 2022 nach einer Sanierung der Gebäude rund 3000 Wohnungen entstehen. Seit 2016 arbeitet XXXLutz außerdem mit dem US-Investor Clayton, Dubilier & Rice LLC in Frankreich im Rahmen einer 50/50-Partnerschaft zusammen. Die Unternehmen betreiben dort gemeinsam die Möbelhandelskette But mit 302 Filialen und 2 Mrd. Euro Umsatz (Stand 2020). Im Jahr 2017 wurde eine Filiale in Bopfingen in den ehemaligen Möbel Mahler-Räumlichkeiten eröffnet sowie das Unternehmen Möbel Buhl in Fulda übernommen.

Am 3. April 2018 wurde in Rothrist die erste Filiale in der Schweiz eröffnet. Ein Jahr später wurde die Pfister-Gruppe übernommen. 2019 übernahm das Unternehmen sechs Interio-Filialen in der Schweiz von Migros und wandelte sie in Mömax-Filialen um. Im selben Jahr wurden 22 Kika-Einrichtungshäuser in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien übernommen. Darüber hinaus erwarb die Unternehmensgruppe 2020 eine 50-prozentige Beteiligung an Roller, 20 Standorte der Möbel Pfister AG sowie die Einrichtungshäuser Hubacher, Egger und Svoboda.

Am 8. Juli 2020 übernahm das Unternehmen mit einem Partner die französischen Filialen der Möbelhandelskette Conforama. Conforama und But zählten zum Zeitpunkt der Übernahme zu den umsatzstärksten Einrichtungsunternehmen in Frankreich; Conforama erwirtschaftete Stand 2020 einen Umsatz von über 2 Mrd. Euro und unterhielt 162 Einrichtungshäuser.

Seit 2021 hält die Unternehmensgruppe Anteile am Online-Portal moebel.de, einer auf den Einrichtungsbereich ausgerichteten Suchmaschine mit Online-Auftritten in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und den Niederlanden.

XXXLutz übernahm Anfang 2022 die LIPO Einrichtungsmärkte in der Schweiz. Am 2. August desselben Jahres eröffnete in Dietikon seine zweite Schweizer Filiale unter eigenem Namen. 2022 erwarb die Unternehmensgruppe außerdem 50 Prozent der Anteile an der Braun Möbel-Center GmbH sowie rund 92 Prozent des Online-Möbelhändlers Home24. Home24 hatte im Frühjahr des gleichen Jahres die Übernahme der auf Haushaltswaren & Dekorationsartikel ausgerichteten Filialkette Butlers abschließen können.

Im Jahr 2023 wurde Conforama Suisse übernommen. Im September desselben Jahres übernahm die Unternehmensgruppe zusätzlich die 59 Conforama-Märkte in Spanien und Portugal. Des Weiteren vereinbarte die Gruppe mit der Tessner-Gruppe im Herbst desselben Jahres, sechs Schulenburg sowie den Tejo’s SB Lagerkauf Schleswig zu integrieren. Tejo’s SB Lagerkauf Schleswig wurde im Zuge dessen zu einer Mömax-Filiale umfirmiert.

Im Jänner 2025 wurde die Übernahme der Porta Holding bekannt gegeben. Die Zustimmung des Bundeskartellamtes steht noch aus.

Unternehmensstruktur Seit 2009 ist die operative Zentrale der Lutz-Gruppe die XXXLutz KG mit Sitz in Wels, die über die Komplementärgesellschaft XXXLutz Verwaltungs GmbH in den Händen zweier Privatstiftungen liegt. Seit Ende des Jahres 2022 unterhält die GW-Immo-GmbH, Wels 50-prozentige Anteile an der XXXLutz KG. Die gesamte international tätige Gruppe firmiert unter XXXLutz Group oder XXXL Group.

Die Unternehmensgruppe ist nach Nettoumsatz einer der größten Möbelhändler Österreichs und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2023 5,75 Mrd. € Umsatz. 2024 stieg der Umsatz auf über 6 Mrd. €. Der größte Mitbewerber in Österreich ist IKEA.

Möbelix, Mömax und XXXLutz betreiben gemeinsam 15 Onlineshops für den Vertrieb.

Marken und Unternehmensteile Im Jahr 2023 betreibt die Unternehmensgruppe mit den Marken XXXLutz, Mömax, Möbelix, Poco, Porta, SB Möbel Boss, Asko, Möbel Letz, Conforama, LIPO, Pfister, Sparkauf, Svoboda, Möbel Hubacher, Lesnina XXXL und Aiko XXXL Möbelhäuser in Österreich, Deutschland, Schweiz, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Schweden, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Polen, Serbien, Spanien und Portugal.

Zur Unternehmensgruppe gehören unter anderem die Möbelhäuser Mann Mobilia und die Möbeldiscounter Mömax und Möbelix. Weitere Unternehmen (Besitz oder Anteile) sind oder waren Möbel Engelhardt (2002), Möbel Krügel, Domäne (2005–2007; wurden alle Möbelix-Filialen fusioniert mit Domäne um kurz darauf mit Poco zu Poco Domäne zusammengeschlossen und schließlich in Poco umbenannt. Poco gehört seit 2008 zur Hälfte zu der Unternehmensgruppe), Möbel Bierstorfer, Emslander in Landshut, Europamöbel sowie Möbel Hesse.

XXXLutz XXXLutz betreibt als eigene Marke eigene Möbelhäuser und seit 2014 einen eigenen Onlineshop.XXXLutz erobert jetzt Spanien und Portugal. In: Kronen Zeitung, S. 43. 23. September 2023.Der unstillbare Hunger des Möbelriesen. In: Neue Vorarlberger Tageszeitung, S. 20–21. 14. Jänner 2023. Als Markenzeichen wurde im Jahr 2004 ein überdimensionierter roter Stuhl eingeführt, der auf den Parkplätzen vor den Möbelhäusern aufgestellt wird.Möbel-Gigant verdrängt Ikea von der Spitze. In: Welt online. 24. Juni 2018. Mit einer Höhe von 30 Metern erhielt der rote Stuhl einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als größter Stuhl der Welt.Wolfgang Heilig-Achneck: Roter Stuhl ist der Allergrößte Werbemonument vor XXXLutz Möbelhaus im Guinessbuch. In: Nürnberger Nachrichten. 22. Juli 2005.

Mömax

mini|176x176px|Logo der zu XXXLutz gehörenden Marke Mömax|alternativtext= Die Wortschöpfung Mömax setzt sich zusammen aus Möbel und maximal. Das Tochterunternehmen wurde 2002 als Möbeldiscounter in Dornbirn, Österreich gegründet. Im Folgejahr eröffnete das Unternehmen in Hirschaid, Bayern die erste Mömax-Filiale in Deutschland sowie weitere Standorte in Österreich, Deutschland, Ungarn und Slowenien. Mömax ist seit 2009 im Onlinehandel vertreten.

2020 eröffnete das Unternehmen weitere Standorte in Ungarn, Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Polen. Die ersten zwei Mömax-Filialen wurden im selben Jahr in der Schweiz (Spreitenbach und Emmen) eröffnet.

2022 unterhielt Mömax 98 Möbelhäuser, davon 41 in Deutschland. Das Unternehmen vertreibt Küchen, Möbel, Wohnaccessoires und Spielwaren. Das Kennzeichen der Mömax-Möbelhäuser ist eine grüne Fassade mit einem pinkfarbenen X.

Möbelix

mini|176x176px|Logo der zu XXXLutz gehörenden Marke Möbelix Die erste Möbelix-Filiale wurde 1989 als Kleinflächendiscounter im österreichischen St. Florian eröffnet. 2005 startete Möbelix seine Geschäftstätigkeit im Onlinehandel. Zwei Jahre später übernahm die XXXLutz-Gruppe vier Filialen der ehemaligen Europamöbel in Tschechien sowie der Slowakei und firmierte sie 2008 auf Möbelix um. Im selben Jahr erfolgte die Gründung weiterer Möbelix-Standorte in Ungarn, der Slowakei, Tschechien und Kroatien.Jessica Hirthe: Corona-Krise überschattet XXXLutz-Jubiläum. In: Passauer Neue Presse. 9. April 2020.

Das Unternehmen unterhält Filialen in Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei.

Die Filialen in Deutschland wurden 2006 wegen der Übersichtlichkeit auf Anweisung des Bundeskartellamt zusammen mit den übernommenen Domäne-Filialen zu Poco Domäne um kurz darauf zu Poco zu werden.

Porta Anfang 2025 übernahm XXXLutz die Porta Gruppe mit den Marken Porta, SB Möbel Boss, Asko und Möbel Letz.

Filialen der XXXLutz-Gruppe Die Unternehmensgruppe vertreibt ihre Produkte hauptsächlich über den stationären Handel. Stand 2023 ist sie aktiv in Europa, wobei der Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit im deutschsprachigen Raum liegt. Die Zentrallager im deutschsprachigen Raum befinden sich unter anderem in Anzing,Möbelgigant wächst weiter. In: Münchner Merkur. 4. November 2021. Sattledt, Zurndorf, Gottfrieding und Uffenheim-Langensteinach.Arbeit vor Ort miterlebt. In: Dingolfinger Anzeiger. 11. Juli 2022.Thomas Fritz: Will XXXLutz Betriebsratswahlen verhindern?. In: Main-Post. 25. Februar 2023.