HMS Caledon (D53) war ein Leichter Kreuzer der C-Klasse der Royal Navy, der als zweites britisches Kriegsschiff den Namen Caledon erhielt, eine Kurzform der römischen Bezeichnung Caledonia für Schottland.

Das bei Cammell Laird gebaute Schiff gehörte zu einer vier Schiffe umfassenden Untergruppe der C-Klasse, die nach der zuerst fertiggestellten Caledon benannt wurde. Die im Ersten Weltkrieg fertiggestellte Caledon wurde in beiden Weltkriegen eingesetzt und im Zweiten Weltkrieg noch zu einem Flugabwehrkreuzer umgebaut. 1948 wurde der Kreuzer dann abgebrochen.

Geschichte der Caledon Die mit drei weiteren Kreuzern vom C-Typ am 8. Dezember 1915 bestellte Caledon wurde bei Cammell Laird am 17. März 1916 auf Kiel gelegt, lief am 25. November 1916 vom Stapel und wurde am 6. März 1917 an die Royal Navy abgeliefert. Die Bestellung war die erste, die den Grundentwurf der C-Klasse von 1913 nach vierzehn bereits in Auftrag gegebenen Schiffen abwandelte, von denen bis zum Jahresende 1915 neun abgeliefert waren. Die neuen Schiffe waren mit 137,2 m etwas länger und mit 13 m auch breiter als die vorangegangenen Kreuzer der Klasse.

Geschützt waren die Kreuzer durch einen seitlichen Panzergürtel von 37 bis 76 mm Stärke. Dazu kam ein 25 mm starkes Panzerdeck und gleichstarke Schutzschilde der Hauptartillerie. Die Kreuzer hatten eine Verdrängung von 4120 t und konnten mit ihrer 40.000 PS starken Turbinenanlage 29 kn erreichen. Der maximale Bunkervorrat von 935 t Treiböl ermöglichte bei 10 kn Marschgeschwindigkeit eine Fahrstrecke von 5900 sm. Bewaffnet waren die Kreuzer der Caledon-Gruppe mit fünf 6-inch-(152-mm)-L/45-Mk.XII -Geschützen zur Bekämpfung von Seezielen, die alle auf der Mittschiffslinie angeordnet waren. Die drei vorderen Geschütze standen einzeln: das erste auf dem Vordeck vor der Brücke, das zweite zwischen Mast und vorderem Schornstein und das dritte erhöht nach dem hinteren Schornstein. Die beiden hinteren Geschütze standen relativ weit auseinander hinter dem erhöhten Heckaufbau auf verschiedenen Ebenen, um übereinander schießen zu können. Zur Abwehr gegen Luftangriffe oder leichterer Seestreitkräfte verfügten die Kreuzer der Untergruppe über zwei 12-pounder-(76-mm)-L/40-Mk.I-Mehrzweck-Geschütze neben den Schornsteinen. Dazu waren noch vier 3-pdr-(47-mm)-Hotchkiss-Salutgeschütze und auf jeder Rumpfseite je zwei 533-mm-Zwillings-Torpedorohrsätze vorhanden. Die hintereinander montierten Zwillings-Sätze auf Höhe der Schornsteine waren je Seite etwas versetzt montiert. Wegen der über sie hinweg schießenden mittleren 152-mm-Geschütze konnten im Feuergefecht die Torpedorohrsätze nicht bemannt werden und nur wie voreingestellt aus geschützter Position abgefeuert werden.

Nach der Indienststellung der Caledon wurde im August 1917 entschieden, das in jedem Leichten Kreuzergeschwader auf einem Schiff ein Flugzeug zur Abwehr von Luftschiffen mitgeführt werden sollte. Für die 1st Light cruiser squadron sollte dies die Caledon sein, die eine Startrampe auf dem Vordeck für eine Sopwith Pup erhielt.Friedman: British Cruisers. S. 62. Diese Rampe wurde Mitte 1918 durch eine neue drehbare Startplattform mittschiffs vor dem vierten Geschütz ersetzt. Die Flugzeuge wurden bei Kriegsende 1918 wieder von Bord gegeben. Die Caledon behielt aber die Plattform bis zur Reparatur 1928.

Für Kriegszeiten war eine Besatzung von 400 Mann vorgesehen; als Flaggschiff eingesetzt sollten 437 Mann an Bord Dienst tun.

Erste Einsätze der Caledon Am 6. März 1917 nahm die Caledon ihren Dienst bei der Grand Fleet auf und wurde nach allen Erprobungen im Mai der 1st Light Cruiser Squadron mit drei Kreuzern der Arethusa-Klasse und unterstellter 13th Destroyer flotilla als Geschwaderflaggschiff zugeteilt. mini|links|Das Schwesterschiff Calypso Am 17. November 1917 war der Kreuzer am zweiten Seegefecht bei Helgoland als Flaggschiff von Konteradmiral Trevylyan Napier beteiligt, dem auch das 6. Leichte Kreuzergeschwader mit weiteren vier neuen Kreuzern der C-Klasse unterstand. Der Verband sollte den Versuch der Deutschen, einen minenfreien Weg durch ein britisches Minenfeld zu räumen, verhindern. Die Kreuzer Caledon und Calypso vertrieben die deutschen Minensucher, als die Kleinen Kreuzer der deutschen II. Aufklärungsgruppe eingriffen. Die beiden Kreuzer nahmen mit der Galatea das Gefecht an.Die Galatea mit ihrer gemischten Hauptbewaffnung von zwei 152-mm- und sechs 102-mm-Geschützen konnte nur bedingt in das Gefecht eingreifen, da die Deutschen außerhalb der Reichweite ihrer 102-mm-Geschütze blieben. Die beiden britischen leichten Schlachtkreuzer Courageous und Glorious des 1. Kreuzergeschwaders griffen zur Unterstützung der leichten britischen Kreuzer ein und bekämpften die deutschen Kreuzer schon aus großer Distanz. Diese ließen sich auf die als Deckungsstreitkräfte in See befindlichen Linienschiffe Kaiserin und Kaiser unter Kapitän zur See Kurt Graßhoff zurückfallen, die ebenfalls schon auf große Distanz ihr Feuer eröffneten.Hildebrand, Bd. 4, S. 10. mini|Der Kreuzer Courageous Als sich bald auch die britischen Schlachtkreuzer des 1. Schlachtkreuzergeschwaders näherten und die Repulse die Deutschen beschoss, zogen sich die deutschen Linienschiffe in den Schutz ihrer Minenfelder zurück. Die Repulse gab mit ihrer schweren Artillerie noch 54 Schuss auf die deutschen Schiffe ab und erzielte einen Treffer auf der Königsberg, der deren Geschwindigkeit erheblich herabsetzte. Für die beiden späteren Flugzeugträger Courageous und Glorious war es ihr einziges Gefecht als Kreuzer. Obwohl sie 92 bzw. 57 Schuss ihrer schweren Artillerie abgegeben hatten, erzielten sie nur einen unbedeutenden Treffer auf der Pillau. Auch die fast 400 Schuss ihrer Mittelartillerie verfehlten die deutschen Schiffe.

Die das Gefecht eröffnenden Caledon und Calypso erlitten beide Treffer. Die Calypso erhielt von den Kleinen Kreuzern einen Treffer in der Brücke, der dort alle einschließlich des Kommandanten tötete (zehn Tote). Die Caledon wurde von einer 30,5-cm-Granate der Kaiser getroffen, die beherrschbare Schäden verursachte. Der durch einen Granatsplitter im Bauch tödlich verwundete Matrose John Henry Carless setzte seinen Geschützdienst fort und half anderen Verwundeten. Für seinen Einsatz wurde ihm posthum das Victoria-Kreuz verliehen; neben ihm starben noch vier weitere Besatzungsmitglieder der Caledon. Auch die Cardiff hatte sieben Tote zu beklagen.Saturday, 17. November 1917, ACTION OFF HELIGOLAND BIGHT.

Die Gefechtsschäden der Caledon konnten zügig repariert werden. 1917 wurde Walter Cowan Commodore der 1st LCS auf der Caledon, der das Schiff 1917 schon kurzzeitig kommandiert hatte. Als die deutsche Hochseeflotte sich der Royal Navy ergeben musste, geleitete auch die Caledon die deutschen Schiffe nach Scapa Flow.

Verwendung nach dem Ersten Weltkrieg mini|links|Zeichnung der Caledon in der Ostsee 1919 Als die 1st LCS unter Cowan Ende 1918 gegen die Rote Flotte und zur Unterstützung der Baltischen Staaten in die Ostsee kommandiert wurde, diente die Curacoa als Flaggschiff, während die Caledon bei der Grand Fleet, jetzt Home Fleet, als Flaggschiff der 2nd Light Cruiser Squadron (2nd LCS) verblieb und erst 1919 beim Austausch der eingesetzten Einheiten in die Ostsee verlegte. Während der Einsätze im Baltikum ging mit der zur Caledon-Untergruppe gehörenden Cassandra erstmals ein Kreuzer der C-Klasse verloren. Bis zum Wechsel des Kommandeurs auf die Curacoa im August 1921 blieb die Caledon Flaggschiff der 2nd LCS, die seit Oktober 1919 zur Atlantic Fleet gehörte. mini|Die Cordelia aus der ältesten Gruppe der C-Kreuzer Ende August 1921 traten die 2nd LCS und 2nd Destroyer Flotilla eine sechswöchige Reise durch die Ostsee an. Neben der Caledon gehörten die Curacoa als Flaggschiff und die etwas älteren C-Kreuzer Castor und Cordelia sowie der Flottillenführer Spenser der Shakespeare-Klasse und acht Zerstörer der V- und W-Klasse zum VerbandDie in die 3. und 4. Division gegliederte 2nd DF bestand aus Vectis, Winchelsea (D46), Viscount (D92), Viceroy (L21) sowie Vanquisher (D54), Venetia (D53), Violent und Wolfhound (L56). Die mit Kennung genannten waren noch im Zweiten Weltkrieg im Einsatz, die mit L-Kennung als Luftabwehrgeleitboote., der in der Nacht zum 3. September 1921 den Nord-Ostsee-Kanal von Brunsbüttel zur Ostsee passierte. Als erster Hafen wurde die Freie Stadt Danzig am 4. angelaufen; dann folgte am 8. das von den Franzosen besetzte und verwaltete Memel. Als nächste Häfen wurde Libau, heute Liepāja, (10.), Riga (13.), Tallinn (17.) und Helsinki (19.) in den neuen selbstständigen Republiken an der Ostsee angelaufen. Dann besuchte der britische Verband noch Schweden und verblieb ab dem 23. September etliche Tage in Stockholm, wo der Bevölkerung Gelegenheit gegeben wurde, die britischen Schiffe zu besichtigen. Nach Stockholm war auch ein britischer Versorgungstanker geschickt worden, der die Bunker der Schiffe für die Rückreise füllte. Auf der Weiterfahrt nach Göteborg lief das Flaggschiff Curacoa mit den Zerstörern am 29. Kopenhagen an, wo das Flaggschiff vom dänischen König Christian X. besichtigt wurde. In der Nacht zum 4. Oktober verlegte der Verband dann nach Göteborg. Wie die meisten anderen kurzen Überführungsfahrten wurde sie nachts abgewickelt. In der Nacht zum 8. wurde der letzte Auslandshafen der Reise, die norwegische Hauptstadt Christiania, heute Oslo, angesteuert. Dort wurde das Flaggschiff durch den Monarchen, König Haakon VII., besichtigt, der die Kommandanten zu einem Dinner einlud. Am 13. Oktober 1921 begann der Rückmarsch über die Nordsee und am 15. trafen die Kreuzer in Invergordon als erstem britischen Hafen ein, während die Zerstörerflottille weiter südlich zur Zerstörerbasis Port Edgar bei South Queensferry lief.Baltic Tour 1921.

In der ersten Hälfte des Jahres 1922 kontrollierte die Caledon mit anderen Schiffen des Geschwaders die Gewässer um Irland, um Nachschublieferungen an die irischen Aufständischen zu verhindern. Im August wurde der Kreuzer ins östliche Mittelmeer entsandt, um britische Interessen während des Konflikts zwischen der Türkei und Griechenland zu schützen; im November kehrte die Caledon wieder zum Geschwader zurück.

Im Januar 1923 wurde der Kreuzer dann nach Memel entsandt, wo litauische Freischärler das unter (französischer) Völkerbundsverwaltung stehende Memelland besetzt hatten (sogenannte „Klaipėda-Revolte“).Klaipėda-Operation Die Briten gingen nicht gegen den angeblichen Aufstand örtlicher Kräfte vor, da sie hofften, Litauen werde dadurch den Verlust des Wilnagebiets verschmerzen können und selbst auch entsprechende Vorschläge schon gemacht hatten.v. Rauch: Baltische Staaten. S. 105f. Auf dem Rückweg kollidierte der Kreuzer vor Cuxhaven mit dem Lotsenboot Neumark I. Im Juli 1923 besuchte die Caledon mit anderen Einheiten der 2nd LCS nochmals Finnland, wobei Caledon Hanko anlief. Am 17. August 1926 wurde der Kreuzer außer Dienst gestellt, schied aus dem Verband des Zweiten Kreuzergeschwaders aus und wurde in Chatham überholt. mini|Bug der Caledon nach der Kollision im Mittelmeer