Die Otto M. Schröder Bank AG ist eine 1932 in Hamburg gegründete und im Familieneigentum befindliche Privatbank.Bankhaus Schröder fühlt sich wohl in der Nische. In: Börsen-Zeitung vom 14. Juli 2015, abgerufen am 9. März 2016.

Das Bankhaus konzentriert sich auf die beiden Geschäftsfelder Vermögensanlage und gewerbliche Immobilien-Zwischenfinanzierung. Zur Finanzierung bietet die Otto M. Schröder Bank AG Wertpapierkredite und gewerblichen Kunden kurzfristige Zwischenkredite für wohnwirtschaftliche Immobilienprojekte an. Dabei konzentriert sich die Bank auf die Märkte in Hamburg, Potsdam und Berlin sowie auf der Insel Sylt.

Geschichte Die Otto M. Schröder Bank AG wurde am 22. Dezember 1932 von Otto Martin Willy Schröder in Hamburg in der Rechtsform eines persönlich haftenden Einzelkaufmanns gegründet.Bankfachklasse, Ausgabe 5/12, Gabler Verlag: Privatbankiers in Deutschland – Teil 11, S. 23. Im Mittelpunkt stand zunächst das Effektenkommissionsgeschäft, im Jahr 1952 wurde mit der Erteilung der Vollbanklizenz der allgemeine Bankbetrieb nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen. Als eine von wenigen Hamburger Privatbanken konnte das Bankhaus damals internationale Geschäftsbeziehungen vorweisen, die bis nach Argentinien reichten. So war in den 1960er Jahren das Auslandsgeschäft ein wichtiges Betätigungsfeld der Bank. Im Juli 1986 wurde die Bank in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Eine Zulassung der Aktien zum Börsenhandel wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt. Der Gründer Otto Martin Willy Schröder, der die Bilanzen des Hauses handschriftlich in einem kleinen Notizbuch überwachte, wechselte im gleichen Jahr in den Aufsichtsrat der Bank. Der Sohn des Gründers, Kurt Schröder, übernahm als einer von zwei Vorständen die Geschicke der Bank. Otto Martin Willy Schröder verstarb im Jahr 1988, Kurt Schröder hielt nun alle Anteile der Bank. In den 1990er Jahren wurde das Bankgeschäft um die Bereiche Anlageberatung und Wertpapierlombardkredite erweitert. Bis dahin war die Bank primär stark im Wertpapierhandelsgeschäft tätig. 2010 verstarb Kurt Schröder. Helmuth Spincke, der bis dato Vorstandsmitglied war, wurde Vorstandsvorsitzender. Seit Oktober 2022 ist Norbert Kistermann Mitglied des Vorstands. Die Familie Schröder hält über 95 Prozent der Bankanteile und der Vorstandsvorsitzende Helmuth Spincke 4 Prozent.

Am 16. Juli 2024 wurde von der Merkur Privatbank mit Sitz in München bekanntgegeben, dass ein Zusammenschluss geplant sei. Der Zusammenschluss stand unter dem Vorbehalt eines erfolgreichen Abschlusses der Due Diligence, einer endgültigen Einigung und den erforderlichen Genehmigungen.

Die Übernahme wurde am 25. Oktober 2024 ohne Angaben von Gründen abgesagt. Bei dem Hamburger Institut war es in den im Juli aufgenommenen Verhandlungen darum gegangen, „die Weichen für eine Nachfolgeregelung zu stellen“, wie es damals hieß.

Anfang 2025 wurde der Aufsichtsrat von drei auf vier Personen erweitert und Herr Cornelius Schröder wurde als vierter Aufsichtsrat gewählt. Mit der Berufung von Cornelius Schröder wurde die Verbindung zur Gründungsfamilie weiter unterstrichen und eine vorausschauende Nachfolgeplanung verfolgt.

Im Oktober 2025 wurde Christoph Schellkes vom Aufsichtsrat in den Vorstand berufen. Schellkes war zuvor bei der Hamburg Commercial Bank tätig und leitete dort seit 2021 die Kreditrisikobewertung. Nach einer Übergabephase trat der langjährige Vorstandsvorsitzende Helmuth Spincke Ende 2025 in den Ruhestand. Norbert Kistermann übernahm den Vorstandsvorsitz.

Ergebnisentwicklung und Sonderprüfung 2025

Im Geschäftsjahr 2025 konnte die Otto M. Schröder Bank trotz anhaltend anspruchsvollem Marktumfeld das Ergebnis vor Bewertung und Steuern mit 14,1 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (13,7 Millionen Euro) steigern. Der rückläufige Jahresüberschuss von 0,9 Millionen Euro - nach 8,9 Millionen Euro im Vorjahr - resultiert aus erhöhten Wertberichtigungen im Kreditgeschäft, diese erhöhten sich von rund 0,5 Millionen Euro im Jahr 2024 auf mehr als 8 Millionen Euro im Jahr 2025, sowie einer sehr hohen Steuerquote von rund 85%. Dementsprechend wurde auf eine Ausschüttung von Dividenden für das Geschäftsjahr 2025 verzichtet.

Im Rahmen einer §44 Prüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wurden u.a. Mängel bei der Dokumentation von Kreditentscheidungen und der Ermittlung der Kapitaldienstfähigkeit von Kreditnehmern festgestellt. Entsprechend der Feststellungen ordnete die BaFin gegenüber der Otto M. Schröder Bank zusätzliche Eigenmittelanforderungen an, die im Februar 2026 veröffentlicht wurde. Die zusätzlichen Eigenmittelanforderungen bleiben nach Angaben der Aufsichtsbehörde bestehen, bis die festgestellten Mängel behoben sind.

Mitgliedschaften der Bank Norddeutscher Bankenverband e. V., Hamburg Bundesverband deutscher Banken e. V., Berlin, einschließlich Einlagensicherungsfonds und Entschädigungseinrichtung

Weblinks Website der Otto M. Schröder Bank AG

Quellen Kleine Bank ganz groß In: Hamburger Abendblatt vom 29. Mai 2015. Warum kleine Privatbanken eine große Rolle spielen In: Die Bank vom 1. Mai 2015.

Einzelnachweise

Kategorie:Kreditinstitut (Hamburg) Kategorie:Unternehmensgründung 1932