mini|Kathedrale Santa Maria Assunta in Crotone Das Bistum Crotone (lat. Dioecesis Crotonensis) war eine Diözese der römisch-katholischen Kirche mit Sitz in der Stadt Crotone in der Region Kalabrien (Italien). Das Bistum existierte wahrscheinlich bereits seit der Antike. Es war ein Suffraganbistum des Erzbistums Reggio Calabria, später des Erzbistums Santa Severina. Das Bistum war vor 1818 auf das Stadtgebiet von Crotone beschränkt. 1818 wurde das Bistum durch die Gebiete von fünf früheren, kleineren Bistümern vergrößert. 1986 wurde es schließlich mit dem Erzbistum Santa Severina zum Erzbistum Crotone-Santa Severina vereinigt.
Lage Das ursprüngliche Bistumsgebiet (vor 1818) umfasste nur das Stadtgebiet von Crotone und seine ihm zugehörigen Ortschaften. Das Bistum grenzte im Norden an das Bistum Strongoli, im Westen an das Erzbistum Santa Severina und im Süden an das Bistum Isola. Bischofskirche (Kathedrale) war die der Santa Maria Assunta geweihte Kirche.
Geschichte Die Geschichte des Bistums Crotone reicht bis in die Antike zurück. Der Überlieferung nach missionierte Dionysius Areopagita, ein Schüler des Hlg. Paulus die Gegend. Der erste Bischof, der sich sicher dem Bischofssitz Crotone zuordnen lässt, ist Giordano, der 551 zusammen mit Papst Vigilius in Konstantinopel war. 592 war der Bischofssitz in Crotone durch den Tod seines (namentlich nicht bekannten) Bischofs vakant. Die Diözese wird mehrmals in Briefen von Papst Gregor dem Großen erwähnt. Das Bistum Crotone war damals Rom unterstellt, obwohl Crotone seit 556 zum Byzantinischen Reich gehörte. Erst nach den Kontroversen zwischen Rom und Konstantinopel um den Bilderstreit wurde Kalabrien um 732 durch Kaiser Leo III. dem Patriarchat von Konstantinopel unterstellt. In der Diözese setzte sich nun der griechische Ritus in den Gottesdiensten durch.
Nach der Notitia Episcopatuum, die zur Regierungszeit von Kaiser Leo VI. Anfang des 10. Jahrhunderts (901/02) angelegt wurde, unterstand das Bistum Crotone dem Erzbistum Reggio Calabria als Suffraganbistum. Während der byzantinischen Herrschaft nahmen die Bischöfe von Crotone im Jahr 680 an der Synode von Rom (Petrus), 787 am Zweiten Konzil von Nicäa (Theotimus) und 869/870 am Vierten Konzil von Konstantinopel (Nicephorus) teil. Im 10. Jahrhundert überfielen Araber aus dem nahen Sizilien die Stadt Crotone und töten den (namentlich nicht genannten) Bischof.
Um 1060 wurde Crotone von den Normannen erobert, das Bistum wurde nun wieder Rom unterstellt. 1122 hielt Papst Calixtus II. eine Synode der kalabrischen Bischöfe in Crotone ab. 1217 erhielt Bischof Johannes von Papst Honorius III. das Recht Gottesdienste in lateinischer oder griechischer Sprache zu feiern. Auch die vorigen Bischöfe Athanasius und Philipp waren Griechen; ebenso die Nachfolger Romualdus und Nicola von Durazzo (Nicolaus de Durachio). Letzterer vermittelte im Versuch einer Union der Ost- und Westkirche, die jedoch nicht zustande kam. Antonio Lucifero (1508–1521) baute den Dom und den Bischofspalast um. Bischof Cristóbal Berrocal (1574–1578) gründete das Pfandhaus, eine Art erste Bank in der Stadt. Girolamo Carafa (1664–1683) richtete 1664 das Diözesanseminar ein und hielt im folgenden Jahr die erste Bistumssynode ab. 1818 wurden die Bistümer Belcastro und Isola in das Bistum Crotone inkorporiert. Im Norden erhielt das Bistum die früheren Bistumsgebiete von Cerenzia, Strongoli und Umbriatico, die vom Bistum Cariati abgetrennt wurden, sodass das Bistum Crotone ab 1818 insgesamt sechs ältere Bistümer umfasste. Von 1925 bis 1946 war das Bistum Crotone in Personalunion mit den Erzbistum Santa Severina vereint. Die Personalunion wurde danach wieder aufgehoben. Seit dem 21. Dezember 1973 wurden das Bistum Crotone und das Erzbistum Santa Severina erneut in Personalunion verwaltet, und die beiden Bistümer wurden schließlich am 30. September 1986 zum Erzbistum Crotone-Santa Severina vereinigt. Das Erzbistum Crotone-Santa Severina wurde dem Erzbistum Catanzaro-Squillace als Suffraganbistum unterstellt.
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