mini|300px|Zeichnung zu Pw4ü Bay 06 Bei den bayerischen Pw4ü Bay 06 / Pw4ü Bay 06a / Pw4ü Bay 06/21 handelt es sich Drehgestell-Packwagen nach dem Blatt 231 für die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen.

Beschaffung Für den Einsatz in Durchgangs-, Schnell- und Eilzügen wurden adäquate Gepäckwagen benötigt. So beschaffte die KBayStsB zwischen 1906 und 1923 insgesamt 85 vierachsige Wagen in drei Lieferserien. Die Serie der Wagen von 1923 waren Nachbauten der Serie nach Blatt 231. Es handelte sich dabei um eine Ersatzbeschaffung für die wegen Abgabe als Reparationsleistung aus dem Bestand ausgeschiedenen Wagen. Die Wagen der Serie von 1906 (Blatt 231) waren für den grenzüberschreitenden Einsatz nach Österreich, der Schweiz und Frankreich ausgestattet.

Verbleib Drei Wagen mussten als Reparationsleistungen 1919 abgegeben werden. Bis Ende 1945 wurden weitere drei Wagen ausgemustert, je einer zum Kraftwerkswagen bzw. zum Bahndienstwagen umgerüstet und für insgesamt 14 Wagen ist der Verbleib ungeklärt. Fünf Wagen waren als Altschadwagen abgestellt und wurden bis Juli 1950 ausgemustert. Insgesamt 13 kamen noch zur DB, ein Wagen wurde als Spenderfahrzeug für das YG-Programm genutzt.

Konstruktive Merkmale Untergestell Der Rahmen der Wagen war komplett aus Profileisen aufgebaut und genietet. Die äußeren Längsträger hatten U-Form mit nach außen gerichteten Flanschen. Die Querträger waren ebenfalls aus U-Profilen und nicht gekröpft. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen nach VDEV. Die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen ursprünglich 2-fach geschlitzte Korbpuffer mit einer Einbaulänge von 650 mm und 400 mm für die Pufferteller. Diese wurde später durch Hülsenpuffer ersetzt. Zur Unterstützung der äußeren Längsträger wurde ein Sprengwerk aus Säulenständern und nachstellbaren Spannstangen eingebaut.

Laufwerk Die Wagen hatten aus Bleche und Winkeln genietete Drehgestelle der bayerischen Bauart mit einem Radstand von 2500 mm. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Räder hatten Speichenradkörper. Für den internationalen Einsatz hatten die Wagen neben der Westinghouse-Luftdruckbremse auch Saugluftbremsen des Systems Hardy. Zusätzlich gab es noch eine Handspindelbremse, die auch von der Kanzel des Dienstraums aus bedient werden konnte.

Wagenkasten Der Rahmen des Wagenkastens bestand aus einem hölzernen Ständerwerk, welches durch stählerne Zugbänder versteift wurde. Die Wände waren außen mit Blechen und innen mit Holz verkleidet. Die Seiten- und die Stirnwände waren gerade, die Einstiegstüren eingerückt. Der Wagenkasten war in ein Dienstabteil, ein abgeschlossenes Zollabteil mit Seitengang sowie einem großen Gepäckraum mit zwei Hundeboxen unterteilt. Das flache Tonnendach war über dem Dienstraum mit einer aufgesetzten Kanzel versehen, die dem Zugführer als Beobachtungskanzel diente. Über den Einstiegstüren waren die Dächer ausgespart. Bei den Wagen der Baulose ab 1910 besaßen die Dächer die windschnittigen Aussparungen. Die Wagenübergänge an den Stirnseiten waren durch Faltenbälge gesichert. Zum schnellen Be- und Entladen gab es je zwei 1.500 mm breite Schiebetüren, die auf Rollen standen und mit Kopfstangen geführt wurden.

Ausstattung Neben einem Dienstabteil mit Zugführerkanzel und Abort gab es einen großen Laderaum mit integriertem, abschließbaren Zollabteil. Bei drei Wagen wurde für den Durchgangsverkehr durch Österreich in die Schweiz ein zweites Zollabteil eingebaut. Bei insgesamt 21 Wagen wurden die Zollabteile 1921 ausgebaut. Bei allen Wagen gab es noch zwei Hundeboxen.

Beleuchtet wurden die Wagen mit Gas- und Gasglühlichter. Der zur Versorgung dienende Behälter war in Längsrichtung unter dem Wagenkasten angebracht. In den 1930er Jahren erfolgte ein Umbau auf elektrische Beleuchtung. Die Beheizung erfolgte mit Dampf. Zur Belüftung gab es statische Lüfter auf dem Dach.

Wagennummern Herstelldaten Wagennummern je EpocheDie Daten sind den Wagenpark-Verzeichnissen der Kgl.Bayer.Staatseisenbahnen, aufgestellt nach dem Stande vom 31. März 1897 sowie dem Buch von Alto Wagner, entnommenGattungszeichen Fahrwerk Ausstattung Zusatzinfos Bau- jahr Her- steller Anz. ab 1875 ab 1909 (1907) Rep.(1919) DR (ab 1923) DRG (ab 1930) DRG n. Umbau Ausge-mustert Bremsen Anz.Achs. Lenk-achs. Bl. Hz. Anz.Abort Anzahl der Abteile Signal- halter Bemerkung Blatt-Nr. 231 PPü Pw4ü Bay 06 Pw4ü Bay 06 Pw4ü Bay 06/21 (sieheLegende) (sieheLegende) D G V Z (sieheLegende) mit Umbau entfernen des Zollabteils1906Rathg.1317 65190 004 Wür107 242 Nürxx/193xH; Wsbr; Ahbr4GD11121AT;FR1935 zu einem Kraftwerkwagen umgerüstet17 65290 005 Wür107 243 Nür? 1945AT;FR17 656X11/1919AT;17 65790 007 Mü107 247 Mü07/1950AT;FR17 65890 003 Wür107 248 Nürxx/1944AT;FR17 659xx/1925AT;FR17 66090 012 Nür107 249 Nür107 249 Mü05/1956H; Wsbr;AT;FR17 66190 013 Nür107 250 Nür107 250 Müxx/193xAT;FRUmbau zu BDW 700 12917 66290 032 Mü107 251 Mü107 251 Mü01/1956AT;FR17 66390 007 Nür107 252 Nür? 1945AT;17 66490 008 Mü107 253 Mü? 1945AT;17 66590 009 Mü107 254 Mü? 1945AT;17 66690 010 Mü107 255 Mü01/1959AT;1910MAN2217 679 Mü90 008 Nür107 606 Nür? 1945H; Wsbr;4GgD1112117 680 Mü90 001 Wür107 607 Nür12/196017 681 Mü90 034 Mü107 608 Mü107 608 Reg10/195517 682 Müxx/192517 683 Mü90 035 Mü107 609 Mü107 609 Mü05/1955Umbau zum BDW, Nummer nicht bekannt17 684 Mü90 036 Mü107 610 Mü10/1959FR17 685 Mü90 014 Nür107 611 Nür107 611 Nür03/1947FRAltschadwagen17 686 Mü90 009 Nür107 612 Nürxx/1939FR17 687 Mü90 015 Nür107 613 Reg107 613 Reg? 194517 688 Mü90 036 Mü107 614 Au? 194517 689 MüX11/1919FR17 690 Mü90 037 Mü107 615 Reg107 615 Reg? 1945FR17 691 MüX11/1919FR17 692 Mü90 038 Mü107 616 Reg? 1945FR17 693 Mü90 039 Mü107 617 Mü107 617 Mü? 194517 694 Mü90 040 Mü107 618 Mü107 618 Mü? 194517 695 Mü90 041 Mü107 619 Reg107 619 Regxx/193xFR17 696 Mü90 042 Mü107 620 Nür02/1959FR17 697 Mü90 043 Mü107 621 Reg107 621 Reg? 1945FR17 698 Mü90 044 Mü107 622 Mü107 622 Mü08/1962FR17 69990 045 Mü107 623 Mü107 623 Müxx/193x17 700 Mü90 046 Mü107 624 Mü107 624? 19451910MAN217 879 Mü90 056 Mü107 625 Mü08/1957H; Wsbr;4GgD1112117 880 Mü90 001 Reg107 626 Regxx/19441913Rathg.517 874 Mü90 052 Mü107 772 Mü107 772 Mü05/1945H; Wsbr;4GgD11121AT17 875 Mü90 053 Mü107 773 Mü107 773 Müxx/194xAltschadwagen17 876 Mü90 054 Mü107 774 Mü107 774 Mü? 194517 877 Mü90 055 Mü107 775 Mü107 775 Mü02/195817 878 Mü90 003 Reg107 776 Mü? 1945 Blatt-Nr. 231 PPü Pw4ü Bay 06a Pw4ü Bay 06a (sieheLegende) (sieheLegende) D G V Z (sieheLegende) Umbau auf zwei Zollabteile für den Verkehr über Lindau u. Österreich in die Schweiz1906Rathg.317 65390 006 Mü107 244 Mü? 1945H; Wsbr; Ahbr4GD11121AT;CH17 65490 001 Mü107 245 Mü09/195517 65590 021 Mü107 265 Mü02/1956Spenderfahrzeug für das YG-ProgrqammLegende BremsenHandbremstypenBrH = Bremserhaus; Pl = Handbremse auf Plattform; Fsbr = FreisitzbremseDruckluftbremsen Hnbr = Henri-Bremse; Hsbr = Henri-Schnellbremse; Kp. = Knorr-Bremse; Sbr. = Schleifer-Bremse; Ssbr = Schleifer-Schnellbremse; Wbr = Westinghouse-Bremse; Wsbr = Westinghouse-Schnellbremse;SaugluftbremsenHbr = Hardy-Bremse; Ahbr = Autom. Hardy-VacuumbremseLegende BLArten der BeleuchtungP = Petroleumleuchte; G = Gasleuchte; Gg = Gas-Glühleuchte; El = elektrische BeleuchtungLegende HZArten der Beheizung O = Ofenheizung; D = Dampfheizung; Pr. = Presskohleheizung; L = nur DampfleitungLegende Signalhalterzum Übergang nach AT = Österreich; IT = Italien; CH = Schweiz; FR = Frankreich; BE = Belgien

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen) Kategorie:Schienenfahrzeug (Rathgeber)