mini|Stadtpanorama Rostarzewo (deutsch: Rothenburg an der Obra, bis 1897 Rostarschewo) ist ein Dorf in Polens Woiwodschaft Großpolen, im Powiat Grodziski, in der Gemeinde Rakoniewice. Von 1752 bis 1934 hatte Rostarzewo die Stadtrechte. Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes gehören das ehemalige Rathaus und zwei Kirchen.

Geographische Lage mini|Rostarschewo (Rothenburg) südöstlich der Stadt Bentschen und südwestlich der Stadt Posen auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung). Der Ort liegt in der historischen Region Großpolen, 16 Kilometer südwestlich von Grodzisk Wielkopolski (Grätz) und 58 Kilometer südwestlich der Stadt Posen.

Geschichte mini|Rathaus in Rostarzewo nach der Renovierung Das Dorf Rostarzewo wurde 1379 erstmals erwähnt. Im Großen Nordischen Krieg zwischen (1700–1721) wurde es zerstört. 1746 wurde der wüste Ort zur Hauländerei erklärt und durch deutsche protestantische Siedler aus Schlesien an anderer Stelle neu errichtet. 1752 folgte die Erhebung zur Stadt nach Magdeburger Recht. Aus dieser Zeit stammt auch die erstmalige deutsche Bezeichnung Rothenburg.

1793 fiel die Stadt durch die zweite Teilung Polens an das Königreich Preußen und wurde in den Landkreis Bomst eingegliedert. 1905 hatte die Stadt 1.187 Einwohner. Davon waren 1032 Deutsche und 152 Polen (994 Protestanten, 190 Katholiken und 3 Juden).

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gehörte Rothenburg zum Kreis Bomst, Regierungsbezirk Posen, der preußischen Provinz Posen des Deutschen Reichs. Nach Kriegsende fiel Rothenburg gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags 1920 an Polen. 1934 verlor der Ort die Stadtrechte.

Während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg wurden aufgrund der so genannten „Heim ins Reich Aktion“ viele Polen vertrieben, um an deren Stelle Volksdeutsche anzusiedeln.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1921 Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen1800 470 in 89 Wohngebäuden, 72 JudenHeinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 429.1803 453 1816 585 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4: P–S, Halle 1823, S. 179, Ziffer 2843. nach anderen Angaben 585 Einwohner, davon 482 Evangelische, 19 Katholiken, 84 JudenAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 368–375, Ziffer 601. 1821 577 in 94 Privatwohnhäusern1837 688 1843 784 1858 879 1861 850 1867 913 am 3. Dezember 1871 897 deutsche Einwohner, darunter 840 Evangelische, 50 Katholiken, zehn Juden;Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 1445–145, Ziffer 3. nach anderen Angaben 897 Einwohner, davon 860 Evangelische, 33 Katholiken, vier Juden1885 1078 1905 1187 meist Evangelische:Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 17, Leipzig/Wien 1909, S. 180–181, Ziffer 3. nach anderen Angaben 1187 Einwohner, davon 994 Evangelische, 190 Katholiken und drei Juden (1032 Deutsche und 152 Polen). 1910 1172

Persönlichkeiten Florian Andrzejewski (1950–1989), Radrennfahrer

Literatur Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 429.

Weblinks

20px Information auf rostarzewo.pl (auf Polnisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Großpolen Kategorie:Gmina Rakoniewice Kategorie:Ersterwähnung 1379 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1752