Die Zielflugstaffel 12 war bis Dezember 2025 eine Miliz-Fliegerstaffel der Schweizer Luftwaffe und gehörte zum Flugplatzkommando 7. Ihre Heimatbasis war zu der Militärflugplatz Emmen. Bei der Zielflugstaffel 12 handelte es sich um eine ganzjährig aktive Dienstleistungsstaffel, ohne jährlichen Wiederholungskurs.

Die Fliegerstaffel 12 war der Vorgänger der Zielflugstaffel 12 mit derselben Nummer, sie war nach 45 Jahren Dienstzeit als Einsatzstaffel im Jahr 1970 aufgelöst worden.

Bei der Auflösung der Zielflugstaffel 12 per Ende 2025 wurden deren Dienstleistungsaufgaben in eine neue Staffel integriert, welche nicht die Nummer einer traditionellen, aufgelösten Staffel übernahm, sondern die noch nie verwendete Nummer 26 zugewiesen bekam.

Geschichte Fliegerkompanie 12 – Fliegerstaffel 12 Im Jahr 1925 erfolgte die Gründung der Fliegerkompanie 12 (Fl Kp 12). Von 1939 bis 1950 benutzte die Fliegerkompanie Flugzeuge des Typs Morane D-3801. 1945 erfolgte die Umbenennung in Fliegerstaffel 12 (Fl St 12). Das ursprüngliche Wappen der Fliegerstaffel 12 war eine weisse Hellebarde mit der Zahl 12 auf der Klinge und Schwarzen Flügeln am Stiel vor rotem Hintergrund.

Mit der De Havilland DH.100 Vampire erhielt die Staffel 12 im Jahr 1952 ihre ersten Jetflugzeuge. Laut Michael Napier war der Kriegsflugplatz der Staffel der Flugplatz Interlaken.Michael Napier: In Cold War Skies: NATO and Soviet Air Power, 1949–89, Bloomsbury Publishing, 2020, ISBN 978-1-4728-3686-1, S. 308 Anlässlich der Armeeflugmeisterschaft 1962 massen sich die Piloten der Staffel 12 mit ihren Kollegen unter anderem im Bombenabwurf am Rickenpass und erreichten in der Gesamtrangliste Rang acht von achtzehn Equipen.Heinrich Horber: Meisterschaft der Flugwaffe 1962, Schweizer Soldat Band 38 (1962–1963), Heft 3, S. 47

Die Flugzeuge Vampire waren bis ins Jahr 1969 von den Frontstaffeln zurückgezogen worden und wurden nur noch für die Pilotenausbildung verwendet.Flugzeugbeschaffung gestern und heute ASMZ; Band 135 (1969), Heft 10, S. 599 Die Staffel 12 flog laut Militärfliegervereichnis 1970 des Waffenchefs der Flieger- und Flabtruppen zu Beginn jenes Jahres die Venom.Militärfliegervereichnis 1970 des Waffenchefs der Flieger-und Flabtruppen In diesem Jahr wurde sie aufgelöst.Borgeaud/Gunti/Lewis: Ein Jäger für die Schweiz, 1997, ISBN 3-85545-840-5, S. 40

Zielflugstaffel 12 mini|Staffelabzeichen der Zielflugstaffel 12. Die Zielflugstaffel 12 (Zfl St 12 – esc vol ptge 12 – sqg volo punt 12) wurde aller Wahrscheinlichkeit nach 1991 geformt. Die Besatzung bestand mehrheitlich aus ehemaligen Milizpiloten der Frontstaffeln, die das Alterslimit auf Kampfflugzeugen erreicht hatten. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, fliegende Ziele als Luftbedrohung für verschiedene Einheiten der Armee darzustellen. Der Hauptkunde war die Fliegerabwehr. Im Jahr 2002 waren 32 Piloten in der Zfl St 12 eingeteilt, um das Jahr 2009 waren es 35 Piloten. Die Piloten leisteten laut Quellen von 2002 und 2017 zwischen 20 und 25 Flugtage pro Jahr.«Ich kam über ein Zeitungsinserat zur Fliegerei», Seesicht, Ausgabe 3/2017, S. 56 Ab 1. Januar 2018 flog die Staffel 12 mit 6 PC-9, Tiger wurden von deren Piloten ab diesem Zeitpunkt nicht mehr geflogen. Ab 2019 wurden die nun noch 12 Piloten der Staffel 12, davon 2 Berufs-Militärpiloten, sowohl für Spiegelschiessen als auch für Schleppsack-Einsätze aufgeboten.Alpine target masters, 18. April 2019

Die Zielflugstaffel 12 teilte sich die Flugzeuge PC-9, die sie als Zieldarsteller und als Zielschlepper für das Boden-Luft-Training einsetzte,Als fliegendes Ziel unterwegs, Schweizer Soldat : Band 77 (2002), Heft 12, S. 12 mit der auf Elektronische Kriegsführung spezialisierten Fliegerstaffel 24. Diese setzte die PC-9 mit dem Radarstörer Vista 5 von Ericsson ein. Die Fliegerstaffel 24 wurde 1994 in die Zielflugstaffel 12 integriert.

Im Jahr 1995 flogen die Piloten 1750 Einsätze und als einzige Staffel der Luftwaffe taten sie dies mit zwei verschiedenen Flugzeugtypen. Sie war zu diesem Zeitpunkt wie die Staffel 14 in kein Regiment eingeteilt, sondern unterstand direkt der Brigade 31.

Ein Artikel über das Luft-Luft-Schiessen am Dammastock aus dem Jahr 2011 erwähnt einen Milizpiloten der Zielflugstaffel 12 als Schleppflieger.Auf dem höchsten Schiessplatz der Schweiz, Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift, Band 177 (2011), Heft 7, S. 20 Während der Start für diese Luft-Luft-Schleppeinsätze immer in Meiringen erfolgt, flogen die PC-9 von verschiedenen Plätzen, speziell auch ab Samedan, der in der Nähe des ab 2018 einzigen noch betriebenen Schiessplatzes der M-Flab in S-chanf liegt.Flab-Schiessplatz S-chanf und seine mittlerweile 85-jährige Geschichte, Engadiner Post, 28. Februar 2023 Die Koordinierungsstelle der Staffel befand sich 2002 in Emmen, nach einer Quelle aus dem Jahr 1997 hatte sich das Koordinationsbüro in Dübendorf befunden.

Aufgrund der geplanten Einführung moderner Luftabwehrsystemen unter der Bezeichnung BODLUV 2020 war beschlossen worden, den Zielflugbetrieb mit den PC-9 per Ende 2016 einzustellen, da solche Übungen mit modernen Systemen nicht mehr nötig seien. Nachdem bei diesem Projekt erst die RAPIER Lenkwaffen, dann die STINGER und das mittlere Fliegerabwehrkanonensystem Oerlikon 35 mm durch ein neues System ersetzt werden sollten, verzögerte sich die Ausserdienststellung der PC-9. Zeitweise war vorgesehen, vier PC-9 bis 2025 weiter zu nutzen, zwei Maschinen als Zielschlepper und die anderen zwei als Radarstörer.Skynews Nr. 4 April 2016

Ende 2022 wurde dann der Flugbetrieb der PC-9 definitiv eingestellt,Letzte drei PC-9 der Luftwaffe bald „for sale“, skynews, 23. April 2023 und die Piloten der Staffel wurden auf PC-7 umgeschult., Ausgabe vom 15. September 2023, S. 77

Per Anfang 2026 wurde die Zielflugstaffel 12 mit der zweiten Dienstleistungsstaffel, der Instrumentenfliegerstaffel 14, zur neuen Staffel 26 fusioniert. Auch in dieser neuen Staffel 26 sollten weiterhin Milizpiloten eingeteilt sein.Auflösung der Instrumentenflugstaffel 14, skynews, 16. November 2025

Geschichte der Zieldarstellung Einheiten Die Aufgaben der Zieldarstellung erfüllten die Piloten des Zielfliegerkorps. Es ist bekannt, dass 1946 ein Pilot des Zielfliegerkorps verunglückte und in einer Totentafel erwähnt wurde.Totentafel, ASMZ Band 92=112 (1946), S. 606 Es existierte sicher ein Zielfliegerkorps 5 zum Zeitpunkt 1961,Nekrologe, Schweizerische Bauzeitung, Band 79 (1961), Heft 15, S. 257 das auf dem Aufgebotsplakat von 1960 erstmals bemerkt worden war.Die militärische Ausbildung 1960 - Neue Formationen, Schweizer Monatshefte, Band 39 (1959–1960) Heft 11, S. 1112 Die militärische Kurzbezeichnung lautete 1963 ZFK in Grossbuchstaben.Die neuen Signaturen, Der Fourier : offizielles Organ des Schweizerischen Fourier-Verbandes und des Verbandes Schweizerischer Fouriergehilfen, Band 36 (1963), Heft 3, S. 104 In der "kleinen Heereskunde" der Fourier-Zeitschrift stand das Zielfliegerkorps 1967 auf derselben Ebene mit den Fliegerregimentern und dem Flieger-Einsatzstab, also zwei Ebenen über einer StaffelKleine Heereskunde, Der Fourier : offizielles Organ des Schweizerischen Fourier-Verbandes und des Verbandes Schweizerischer Fouriergehilfen, Band 40 (1967), Heft 10, S. 419 und 1982 unterstand es direkt der Flugwaffenbrigade.Einsatz der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen, ASMZ, Band 148 (1982), Heft 12, S. 665

Zum Zeitpunkt 1964 endete eine Pilotenlaufbahn in einer Frontstaffel mit 36 Jahren, danach wurden die Piloten, welche nicht in Stäbe gingen, ins Zielfliegerkorps als Reserve eingeteilt.Arthur Moll: Pilot und Überschallflug, ASMZ Band 130 (1964), Heft 4, S. 232 1975 gab es rund 100 solcher Reservepiloten.Arthur Moll: Die schweizerische Flugwaffe, Schweizer Soldat 2/75, S. 14 Im Jahr 1989 hielt der Kommandant des Zielfliegerkorps, Major U. Bodmer, vor der Zürcher AVIA-Gesellschaft (Offiziere der Fliegerabwehrtruppen) einen Vortrag mit dem Titel «PC-9 und Zielflugkonzept 1991».AVIA Gesellschaft der Offiziere der Fliegerabwehrtruppen, Sektion Zürich, ASMZ : Sicherheit Schweiz : Allgemeine schweizerische Militärzeitschrift, Band 155 (1989), Heft 6, S. 385 Schon im Sommer 1990 fand in Emmen eine Abschiedsfeier für die Vampire statt, nur das Zielfliegerkorps 5 betrieb die Vampire-Flugzeuge weiter bis Ende Jahr, als die sechs letzten Flugzeuge am 19. Dezember zur Einlagerung nach Sion überflogen wurden.David Watkins: The History of the De Havilland Vampire, Verlag Fonthill Media, 2014, S. 1960

Ab 1991 wurde die Zielflugstaffel 12 als Dienstleistungsstaffel gebildet und erfüllte die Aufgaben des Zielfliegerkorps – die Dienstleistungen der Staffel konnten laut Angaben von 1997 während 47 Wochen beansprucht werden, die Staffel verfügte zu diesem Zeitpunkt auch über die grösste Zahl eingeteilten Piloten aller Staffeln. Die Staffel 12 betrieb die PC-9, zudem waren bis Anfang 2018 Piloten in der Staffel, welche die Tiger flogen. Auch die Piloten der Staffel 16 wurden für Zielflüge für die Flab beigezogen, im Weiteren stellte diese Staffel Piloten, um Luft-Luft-Schleppflüge mit Tigern zu fliegen.Aldo Wicki: Miliz-Dienstleistungsstaffeln im Einsatz für die Profiorganisation - Vom Airbus in den Tiger und zurück, Armee aktuell, Zeitschrift der Schweizer Luftwaffe 1/2008, S. 12–14 Die Piloten der Tiger-Milizstaffel 19 qualifizierten sich um das Jahr 2008 für den Schlepp im Luft-Luft-Schiessen und kamen sicher bei der in der Jahrespublikation der Luftwaffe 2024 beschriebenen Kampagne zum Einsatz. Die Aufgabe des Luft-Luft-Schlepps mit Tiger wird wegen Pilotenmangel auch von Berufsmilitärpiloten wahrgenommen.

Luft-Luft mini|F-5E Tiger mit der Zielschleppwinde für Luft-Luft Zielschlepp an der Rumpfhalterung Erste Zielflugaufgaben für das Luft-Luft-Schiessen mit Rohrwaffen wurden in den 1930er-Jahren mit Häfeli DH-5A Doppeldeckern durchgeführt, die mit einem Wechselsatz am Flugzeug eine "Udet-Scheibe" aus Tuch schleppen konnten. Dieses Ziel wurde eingeführt, nachdem im Frühjahr 1930 Ernst Udet seine Entwicklung in Dübendorf vorgeführt hatte, geschleppt von einem Flugzeug Flamingo.Jakob Urech, Emil Hunziker: Die Flugzeuge der schweizerischen Fliegertruppe seit 1914, herausgegeben von der Abteilung für Militärflugplätze Dübendorf, Verlag: Th. Gut Stäfa 1974, S. 152 Eine weitere Möglichkeit, auf ein bewegtes Ziel, nicht aber auf ein Flugzeug zu schiessen, bestand darin, dass der Schütze auf den Schatten eines Flugzeuges auf einem See schoss.Der See als Zielscheibe, Zueriost, 26. Juli 2012 In den 1940er-Jahren übernahm die Fokker CV-E die Aufgabe des Zielschlepps. Das Schattenschiessen fand über dem Neuenburgersee statt, zum Beispiel mit den Flugzeugtypen Me-109 und Morane.

mini|Erste Versuche fanden mit einem Dart Tow Target statt ähnlich dieses Pfeilziels in Taiwan 1969