Der Kirowez K-700A (), umgangssprachlich auch Kasimir, ist ein schwerer sowjetischer beziehungsweise später russischer Traktor. Das Fahrzeug mit Knicklenkung und Allradantrieb wurde vom Kirowwerk in Sankt Petersburg produziert und ersetzte den Kirowez K-700.
Fahrzeuggeschichte mini|K-700A mit Frontlader in der Nähe von St. Petersburg (2014) mini|K-700A in Vorpommern mit seltener roter Farbgebung und nachgerüstetem Überrollbügel (2010) Bereits seit 1962 wurden im Kirowwerk Großtraktoren in Form des Kirowez K-700 gebaut. Im Jahr 1970 wurde damit begonnen, das Fahrzeug umfassend zu modernisieren. Unter anderem wurde die komplette Karosserie überarbeitet, zudem die Leistung des verbauten Achtzylinder-Dieselmotors vom Typ JaMZ-238 um 10 PS auf nun gesteigert. Weiterer auffälliger Unterschied ist, dass die Reifen an Vorder- und Hinterachse breiter gewählt wurden, um die Bodenhaftung zu verbessern. Das Getriebe ist zudem unter Last schaltbar, was einen erheblichen Vorteil darstellt:Uwe Miethe: Bildatlas des DDR-Straßenverkehrs. S. 140. Der Verschleiß der Kupplung und der Kraftstoffverbrauch lassen sich durch die Lastschaltvorrichtung senken, während die Flächenleistung in unebenem Gelände steigt.Krupp, Böttger, Dörnchen, Kalnik, Deunert: Vorrichtung zum Schalten unter Last am Traktor K-700. Erschienen in agrartechnik, 25. Jahrgang, Heft 1, Januar 1975, S. 19–22. Die Kapazität der beiden Kraftstofftanks wurde im Vergleich zum K-700 auf je 320 Liter erhöht. Die Form des Tanks hinter der Fahrerkabine änderte sich, nicht jedoch der Ort ihrer Anbringung. (tschechisch)
Die Serienfertigung des K-700A begann nach fünf Jahren Planung und Entwicklung 1975 und dauerte, obwohl das Fahrzeug nur eine Übergangslösung in der Entwicklung hin zum Kirowez K-701 sein sollte, bis 2002. Zusammen mit dem K-701 mit Zwölfzylindermotor wurden etwa 350.000 Exemplare hergestellt, von denen etwa 9500 exportiert wurden. Die DDR importierte den K-700A (ebenso wie den K-700 und den K-701), rund 3000 Exemplare kamen ab 1976 zu den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften.Christian Suhr, Ralf Weinreich: DDR Traktoren-Klassiker. S. 127. Umgangssprachlich werden die Kirowez-Traktoren auch Kasimir genannt.
Die erste, ab 1979 gebaute Generation des Kirowez K-703 basiert auf dem K-700A.
Technische Daten Für den Kirowez K-700A, Stand ca. 1975.W/O Traktoreksport: Тракторы Кировец К-701 К-700А. Gebrauchsanweisung, Moskau ca. 1975. Motor: Achtzylinder-Viertakt-Dieselmotor Motortyp: JaMZ-238ND Leistung: , später Christian Suhr, Ralf Weinreich: DDR Traktoren-Klassiker. S. 126. Hubraum: 14.860 cm³ Bohrung: 130 mm Hub: 140 mm Motorstunden bis zur Generalüberholung: 6000 Tankinhalt: 2×320 l Getriebe: 16 Vorwärtsgänge + 8 Rückwärtsgänge, unter Last schaltbar Höchstgeschwindigkeit: 30,2 km/h Arbeitsgeschwindigkeit unter Volllast: 7,43 km/h Hydraulikanlage: Dreipunkthydraulik hinten, weitere Anschlüsse vorne Zapfwelle: hinten, fahrtkupplungsunabhängig, 1000 min−1 Bremsweg aus 30 km/h: maximal 13 m Antriebsformel: 4×4, Hinterradantrieb abschaltbar
Abmessungen und Gewichte Länge: 7400 ± 50 mm Breite: 2850 ± 50 mm Höhe: 3685 ± 40 mm Radstand: 3200 ± 30 mm Spurweite vorne und hinten: 2115 mm Gewicht: 11.900 kg (trocken), 12.850 kg ± 2,5 % (fahrbereit) Bereifung (rundum): 720-665R minimaler Wendekreis am Rad gemessen: 14,4 m Durchmesser
Literatur Uwe Miethe: Bildatlas des DDR-Straßenverkehrs. GeraMond Verlag GmbH, München, 2008, ISBN 978-3-7654-7692-1. Christian Suhr, Ralf Weinreich: DDR Traktoren-Klassiker. Weltbild-Verlag, Lizenzausgabe 2011, ISBN 978-3-8289-5414-4.
Einzelnachweise
Weblinks
Herstellerwebseite mit Historie der Traktorenproduktion und einigen Anmerkungen zum K-700A (russisch)
Kategorie:Traktormodell