David Krippendorff (* 1967 in Berlin) ist ein deutsch-US-amerikanischer Künstler und Filmemacher.

Biografie Krippendorff wuchs als Sohn des Politikwissenschaftlers Ekkehart Krippendorff und der Schauspielerin Eve Slatner in Italien, zwischen Bologna und Rom, auf.

Von 1990 bis 1997 studierte er an der Universität der Künste Berlin Kunst und schloss 1997 als Meisterschüler ab. Ab 1997 bis 1999 wurde Krippendorff durch ein Stipendium der Karl Hofer Gesellschaft gefördert. In der Zeit von 2000 bis 2005 lebte er in New York, wo er von 2000 bis 2002 eine Förderung der Elizabeth Foundation for the Art erhielt und im Anschluss, 2003 von dem ISCP, dem International Studio & Curatorial Program gefördert wurde. Bereits seit dieser Zeit wird Krippendorff von renommierten Galerien vertreten. 2012 erhielt er ein Stipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn. Krippendorffs Werk wird seither international gezeigt, z. B. im New Museum New York, im ICA, Institute of Contemporary Art London und in der Hamburger Kunsthalle. Er war Teilnehmer an der Prag Biennale, der Mediations Biennale in Poznań und der Israel Video Biennale. 2016 nahm er im Oktober Salon in Belgrad in der von David Elliott kuratierten Ausstellung The Pleasure of Love teil. Krippendorff lebt seit 2005 in Berlin.

Im Jahr 2016 wurde sein Film Nothing Escapes My Eyes beim Berliner Kurzfilmfestival und beim Videofestival Verona als bester Kurzfilm ausgezeichnet. Der Film ist von Verdis Oper Aida inspiriert und entstand mit der preisgekrönten israelisch-palästinensischen Schauspielerin Hiam Abbass. 2017 realisierte Krippendorff einen zweiten Kurzfilm, Kali, ebenfalls mit Hiam Abbass, der auf dem Text des Liedes Pirate Jenny aus der Dreigroschenoper von Brecht/Weill basiert. Der Film feierte im selben Jahr beim Braunschweiger Filmfestival Premiere. Mit Appropriation vollendete Krippendorff die Trilogie mit dem Titel Lament: In allen drei Filmen spielt Hiam Abbass die Hauptrolle, und alle sind von Musik inspiriert, wobei Appropriation eine Interpretation von Ravels Version des Kaddisch darstellt.

Im Jahr 2025 wurde Krippendorff von Hiam Abbass beauftragt, die Produktion und Inszenierung eines Theaterstücks zu begleiten, das auf dem Buch Schreiben oder Leben von Jorge Semprún basiert, in dem er seine Jahre als Häftling in Buchenwald schildert. Das Stück wurde von französischen und deutschen Jugendlichen aufgeführt und feierte im April 2026 in Buchenwald anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung des Lagers Premiere. Krippendorffs Film Literature or Life wurde von Arte produziert.

Werk In seinem frühen Werk beschäftigte sich Krippendorff mit Hollywood-Spielfilmen, als formale Grundlage für seine Filme und seine Malerei. Dort war sein Thema die Ikonisierung von Bildern. Im späteren Werk beginnt er eine neue, eigene Filmsprache zu entwickeln, in der er seine Identität als Fremder in verschiedenen Kulturen thematisiert.

Ausstellungen 2000: Modell, Modell. Neuer Aachener Kunstverein 2001: Berlin–London. ICA, London 2002: Videodrome II. New Museum, New York 2003: David Krippendorff Werk. Massimo Audiello Gallery, New York 2003: True Fictions. Stadtgalerie Saarbrücken 2003: Breaking Ground. White Columns, New York 2003: After Matisse/Picasso. PS1 Contemporary Art Center, New York 2005: Rückkehr ins All. Hamburger Kunsthalle 2005: Expanded Painting. Prag Biennale 2005: In Wirklichkeit… Kunsthaus Nürnberg 2007: Borders. MAN, Museo d’Arte di Nuoro, Italien 2008: Videozone 4. Video Biennale, Tel Aviv, Israel 2009: Don’t Push Me! Galerie M+R Fricke, Berlin 2011: West End. Museum on the Seam, Jerusalem 2015: Himmelwärts. Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg 2016: 56th October Salon / The Pleasure of Love, Belgrade City Museum, Serbia 2018: Mønlight Sonata. Kunsthal 44Møn, Møn, Denemark. 2018: The Women Behind. Museum on the Seam, Jerusalem

Filmografie 1998: Behind the Curtain. YYZ Artists’ Outlet, Toronto (2000). 1999: Beyond the moon… House of Contemporary Arts-Trafo, Budapest (2000); Badischer Kunstverein (2000); Galerie Barbara Thumm (2000); Neuer Aachener Kunstverein (2000); Serge Ziegler Gallery, Zürich (2000); Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2002). 1999: There’s No Place Like Home. Jüdische Kulturtage, Potsdamer Platz (2000) Rachel & Israel Pollack Gallery, Tel Aviv (2001); Thomas Erben Gallery, New York (2003); ICA London (2001); Stadtgalerie Saarbrücken (2003). 2000: Running Away from Home. House of Contemporary Arts-Trafo, Budapest (2000); Badischer Kunstverein (2000) Galerie Barbara Thumm (2000); Neuer Aachener Kunstverein (2000); Serge Ziegler Gallery, Zürich (2000); Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2002). 2002: Blame. Rotterdam Film Festival (2003), Basel Art Fair (2004). 2003: Sleeping Beauty. Galerie M+R Fricke, Berlin (2005); Massimo Audiello Gallery, New York (2004); Kunsthaus Nürnberg (2005). 2003: The Beautiful Island (part 1). Cinema Ritrovato Film Festival, Bologna (2004); GAS-Gigantic Art Space, New York (2004). 2003: +/-, One Minute of Art to Aids - 46664 - The Concert, Green Point Stadium, Cape Town (2003). 2004: The Beautiful Island (part 2). Video Lounge, Miami Basel, Miami (2004), Prag Biennale (2005). 2005: Remember Me. S. Giovanni dei Fiorentini, Rom (2006). 2005: Night of 1000 Stars. Ontario College of Arts (2008), Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg (2015). 2008: Altered States. Video Biennale, Tel Aviv (2008). 2009: A Small Fee. Video Dumbo Festival, New York (2010). 2015: Nothing Escapes My Eyes. St.Louis Film Festival (2015) Recontres Internationales Paris (2015) KIK eight Kino International Berlin (2). 2017: Kali, Braunschweig International Film Festival (2017).

Werke in Sammlungen Vehbi Koç Foundation, Istanbul Hamburger Kunsthalle Deutsche Bank Neuer Berliner Kunstverein Fondazione Mimmo Rotella Alison & Peter W Klein Jordi Pujol Collection, Barcelona Klawitter Sammlung, Hamburg LBB, Landes Bank Berlin Künstler Senatförderung, Senat Berlin Deutsche Bahn Stiftung

Weblinks Website von David Krippendorff David Krippenhoff auf db Artmag David Krippenhoff auf Kunstaspekte

Einzelnachweise

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