Thomas Friedrich von Bornstedt (* 16. Februar 1655 auf Dolzen; † 28. Oktober 1697 in Dresden) war ein polnisch-sächsischer Generalleutnant.

Leben Herkunft Bornstedt war Angehöriger des neumärkischen Stammes A des Adelsgeschlechts Bornstaedt. Seine Eltern waren der Erbherr auf Dolgen Hans Wilhelm von Bornstedt und Hippolyte, geborene von Somnitz aus dem Hause Braunsfeld.

Werdegang Im Alter von 17 Jahren nahm Bornstedt ein Studium an der Alma Mater Viadrina in Frankfurt (Oder) auf und schloss es 1672 erfolgreich ab. Hiernach trat er in kurbrandenburgische Dienste und stand unter General Grumbkow im Kürassierregiment Nr. 4. Mit dem Regiment rückte er 1674 im Holländischen Krieg ins Elsass aus und avancierte zum Leutnant. Nach dem Schwedeneinfall in Preußen führte er als Hauptmann seine Kompanie aus dem Reich dem Feind entgegen. 1686 gehörte er dem brandenburgischen Kontingent von 8000 Mann an, die in den Großen Türkenkrieg entsandt wurden. So nahm er auch an der Belagerung von Ofen teil. Im Jahre 1689 zog er mit Marschall Schöning über den Rhein in den Pfälzischen Erbfolgekrieg.

1692 wechselte er als Oberst in die Sächsische Armee und wurde 1693 Kommandeur des Leibregiments zu Roß. 1694 wurde er unter Louis von Baden erneut an den Rhein geschickt. Im selben Jahr erhielt er seine Beförderung zum Generalmajor. Hiernach rückte er erneut wider die Osmanen aus und von 1695 bis 1696 stand er in Polen im Felde und wurde 1697 noch kurz vor seinem Tod zum Generalleutnant befördert.

Familie Bornstedt ging drei Mal den Bund der Ehe ein. Seine erste Gattin war 1683 Louise von der Groeben aus dem Hause Meseberg († 1686).Mülverstedt, Sammlung von Ehestiftungen und Leibgedingsbriefen ritterschaftlicher Geschlechter der Provinzen Sachsen, Brandenburg, Pommern und Preussen, S. 317. Danach vermählte er sich 1691 mit Louise Hedwig von Röbel aus dem Hause Friedland, verwitwete Burgsdorff (Borcksdorff).Stammtafeln des uradligen Geschlechts der Herren von Burgsdorff, S. 445. Seine letzte Gattin war seit 1695 Johanna Eleonora von Bose aus dem Hause Frankenberg (1661–1718), verwitwete Schönberg,Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, 1904, S. 741.Geschichte des Geschlechtes von Schönberg, meissnischen Stammes, Band 2, S. 347. Tochter Christoph Dietrich Bose des Älteren. Aus den Ehen sind fünf Kinder hervorgegangen: Otto Wilhelm (* 1684; † jung) Maria Charlotte (* 1685; † jung) Louise Hippolyte (1686–1707) ⚭ 1706 Johann George Geudern, anhaltinisch-harzgerodischer Kammerdirektor und Geheimrat in Berlin Johann Friedrich (* 1696), polnisch-sächsischer Geheimer Kriegsrat und Obrist Wilhelmina Christiana (1697–1766) ⚭ Johann Adolph von Creutzen († 1730) auf Kreipitzsch

Literatur Samuel Benedict Carpzov: Der guten Streiter Jesu Christi rechtschaffener Kampff (...). Dresden 1698, (Digitalisat). Valentin König: Genealogische Adels-Historie (…). Band 2, Leipzig 1729, S. 167–172. Max Barthold und Franz Verlohren: Stammregister und Chronik der Kur- und Königlich Sächsischen Armee von 1670 bis zum Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts, bearbeitet von Heinrich August Verlohren, Leipzig 1910, S. 137, Sp. 2. Friedrich Bülau (Hrsg.): Geheime Geschichten und räthselhafte Menschen. Band 7, F. A. Brockhaus, Leipzig 1856, S. 104, FN 1. Johannes Georg Zirschke: Zuverläßige Beschreibung der hohen Generalität. Görlitz 1756, S. 197 f. Pierre Roques: Supplément au Dictionnaire historique, geographique, genealogique, etc, S. 908. (franz.)

Einzelnachweise

Kategorie:Generalleutnant (Sachsen) Kategorie:Person (Brandenburg-Preußen) im Nordischen Krieg (1674–1679) Kategorie:Person in den Türkenkriegen Kategorie:Kavallerist Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1655 Kategorie:Gestorben 1697 Kategorie:Mann