mini|Bildnis eines Mannes (Selbstbildnis?), 1846 mini|Bildnis einer Frau (Eleonore Herrmann?), 1846 Johann Karl Ph. D. Herrmann (* 29. Januar 1813 in Koblenz; † 23. August 1881 in Mainz) war ein deutscher Maler und Radierer, der der Richtung der Nazarener der Düsseldorfer Malerschule angehörte.
Leben und Werk Herrmann besuchte von 1832 bis 1838 die Kunstakademie Düsseldorf. Dort war er zunächst Schüler der Vorbereitungs- und Antikenklasse von Karl Ferdinand Sohn, ehe er ab 1834 in den weiterführenden Klassen von Wilhelm Schadow unterrichtet wurde.„Herrmann / Karl / BR 0004 Nr. 1558 / 65V / [1832/1833] / Vorbereitungs- oder Antikenklasse / Sohn, Carl Ferdinand“. In: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen: Findbuch 212 01 04: Schülerlisten der Kunstakademie Düsseldorf (PDF) 1836 fertigte Herrmann für die katholische Kirche in Wald (Solingen) das Altarbild Maria auf dem Thron, von Engeln umgeben. Während seiner Studienzeit nahm er an mehreren Ausstellungen teil, so 1838 an der Akademie-Ausstellung in Berlin mit dem Gemälden Jakobs Traum und Studienkopf. 1839 stellte Herrmann im Kunstverein Leipzig das Gemälde Des Sängers Fluch aus. 1841 ging er nach Frankfurt am Main, um sich der Schule Philipp Veits anzuschließen, deren Prinzipien von da an maßgebend für ihn wurden. 1848 folgte Herrmann seinem Lehrer nach Mainz und führte im dortigen Dom Fresken nach Entwürfen von Veit aus. Wiewohl die Beschäftigung mit religiösen Themen nie abbrach, wendete er sich in seinen späteren Jahren vermehrt der Porträt- und Historienmalerei zu. Auch Radierungen von ihm sind überliefert. Zu Robert Reinicks Band Lieder eines Malers mit Randzeichnungen seiner Freunde radierte Herrmann das Blatt Wanderers Nachtlieder.
Rezeption Während Herrman zu Lebzeiten als „vorzüglichster Meister seines Fachs“ anerkannt war, schwand sein Ansehen mit der zunehmenden Kritik an der Kunst der Nazarener in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In einem Nachruf von 1881 wurde ihm bescheinigt, er besitze „ein achtungswertes Talent und pflegte die kirchliche Kunst mit ernstem Eifer, ohne indessen Hervorragendes zu leisten“.
Posthum wurden Arbeiten von Herrmann ausgestellt: 1887: Ausstellung von Gemälden aus Privatbesitz, Stadttheater Mainz 1892: Mainzer Ausstellung für christliche Kunst
Werke Maria auf dem Thron, von Engeln umgeben, 1836 Jakobs Traum, 1838 Studienkopf, 1838 Des Sängers Fluch, 1839 Karl-Heinrich Wolf mit seiner Frau, 1840 Brustbild des Karl Heinrich Wolf, 1841 Heilige Elisabeth, 1843 Bildnis eines Mannes (Selbstbildnis?), 1846 Bildnis einer Frau (Eleonore Herrmann?), 1846, Gegenstück zum vorgenannten Bildnis eines Mannes Bildnis der Fürstin von Wied, 1847 Morgenlandschaft, 1848 Abendlandschaft, 1848 Ein kleines Paar, 1850 In guter Hut, 1851 Vom Bräutigam, 1852 Hessisches Bauernmädchen, 1852 Beteiligung an den Fresken in des Mainzer Doms, 1856–1864 Waldschloss, 1863 Madonna in der Säulenloggia, 1865 Stillleben mit Goethebüste, Büchern und Faust-Manuskript, 1871 Madonna, 1872 Die Pfalz am Rhein, 1878 Die Lorelei, o. J.
Literatur Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 1, zweite Hälfte, Dresden 1895.
Heinrich Weizsäcker, Albert Dessoff: Kunst und Künstler in Frankfurt am Main im neunzehnten Jahrhundert. 1909, S. 57. Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe, 16.1881, S. 760. Müller/Singer: Allgemeines Künstler-Lexikon. 1895–1906 Band 2, S. 168. Nagler: Die Monogrammisten. 1863, Band 3, Nr. 752, S. 268.
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