Konstanze „Koko“ Klosterhalfen (* 18. Februar 1997 in Bonn) ist eine deutsche Mittel- und Langstreckenläuferin und zweifache Olympiateilnehmerin (2016 und 2021). Ihre größten sportlichen Erfolge sind der Sieg im 5000-Meter-Lauf bei den Europameisterschaften 2022 in München sowie der Gewinn der Bronzemedaille über dieselbe Distanz bei den Weltmeisterschaften 2019 in Doha. Sie hält neben mehreren deutschen Jugend- und Juniorenrekorden sowie europäischen Jugendrekorden auch die deutschen Rekorde im 3000-, 5000- und 10.000-Meter-Lauf sowie den europäischen Hallenrekord im 5000-Meter-Lauf.
Privates Konstanze Klosterhalfen wuchs in Königswinter-Bockeroth auf, ihr Vater Bernd ist Rechtsanwalt und ihre Mutter Brigitta Lehrerin. Sie hat zwei Brüder.Michael Reinsch: Klosterhalfen zum Fall Salazar: „Sie waren Babys, als das passiert ist“. In: FAZ.NET. 4. Oktober 2019, abgerufen am 9. Dezember 2023.
In ihrer Jugend war sie Ministrantin und nahm als Model zweimal an der Berlin Fashion Week teil. Nach dem Abitur 2015 am Gymnasium am Oelberg begann sie ein Sportjournalismus-Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln.
Ihr Spitzname lautet „Koko“.
Sportliche Karriere Jugendzeit und Olympische Jugend-Sommerspiele (2003–2014) Im Alter von fünf Jahren nahm Klosterhalfens leichtathletische Laufbahn bei der SSG Königswinter mit allgemeiner Leichtathletik ihren Anfang, 2008 spezialisierte sie sich auf das Laufen mit zunächst zweimal Training in der Woche.Lothar Pöhlitz: In: la-coaching-academy.de, 21. Januar 2016, abgerufen am 3. September 2026 (Interview).
Klosterhalfen gehört seit der Leistungssportreform zum Olympiakader (OK) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Zuvor war sie im B-Kader. Seit Klosterhalfen als Zwölfjährige 2:38,42 Minuten über 800 Meter lief, verbesserte sie sich kontinuierlich.
2012 nahm Klosterhalfen erstmals an den Deutschen Jugendmeisterschaften teil. Über 800 Meter erreichte sie das Finale der weiblichen Jugend U18 und erzielte dort den siebten Platz. Etwa ein Jahr später konnte sie sich steigern und belegte erneut über die 800-Meter-Strecke bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in einer Zeit von 2:07,52 min den zweiten Platz. 2014 sicherte sie sich bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften über 4,36 km der U18 hinter der überlegenen siegreichen Alina Reh abermals Silber. Später im Jahr wurde Klosterhalfen Deutsche U18-Meisterin im 1500-Meter-Lauf. Ihr erstes bedeutendes internationales Resultat erzielte sie im selben Jahr mit dem vierten Platz über 1500 Meter bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen in Nanjing.
Erste internationale Erfolge und mehrere Juniorenrekorde (2015/2016) In der Altersklasse U20 wurde sie Deutsche Meisterin über 1500 Meter sowohl bei den Deutschen Jugendhallenmeisterschaften als auch bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Freien. Bei den Aktiven belegte Klosterhalfen jeweils den zweiten Platz hinter Maren Kock. Die erste internationale Medaille des Jahres holte Klosterhalfen im Sommer bei den U20-Europameisterschaften im schwedischen Eskilstuna, wo sie Dritte über 1500 Meter wurde. Im August lief sie bei der Bahnlaufserie in Bergisch Gladbach in einem gemischten Rennen 3000 Meter in 8:53,21 min, womit sie über vier Sekunden schneller war als Ursula Sauer, die 1979 den deutschen U20-Rekord über diese Distanz aufgestellt hatte. Im November überraschte Klosterhalfen beim Crosslauf in Pforzheim, als sie die zweifache U20-Europameisterin Alina Reh im U20-Rennen in einer knappen Entscheidung bezwang. Damit qualifizierte sie sich auch für die Crosslauf-Europameisterschaften in Hyères. Bei den Crosslauf-Europameisterschaften gewann sie das Juniorinnenrennen und führte damit die deutsche Mannschaft um Alina Reh, Sarah Kistner und Franziska Reng zum Sieg in der Teamwertung.
mini|links|Klosterhalfen siegt bei den Cross-Europameisterschaften in Chia auf Sardinien
Am 6. Februar 2016 stellte Klosterhalfen beim Indoor-Meeting in Karlsruhe mit einer Zeit von 4:08,38 min einen Halleneuroparekord über 1500 Meter in der Altersklasse U20 auf. Am 21. Februar gewann sie bei den Deutschen Jugendhallenmeisterschaften den Meistertitel über 800 Meter und verbesserte mit der Siegerzeit von 2:03,37 min den 36 Jahre alten deutschen U20-Hallenrekord. Am 28. Februar siegte sie bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig im 3000-Meter-Lauf und errang damit ihren ersten Titel in der Aktivenklasse. Mit ihrer Siegerzeit von 8:56,36 min stellte sie einen neuen Halleneuroparekord in der Altersklasse U20 auf, den zuvor die Polin Sofia Ennaoui (9:06,27 min) gehalten hatte. Anfang März gewann Klosterhalfen den 10-Kilometer-Straßenlauf „Rund um das Bayer-Kreuz“ in Leverkusen und lief in 32:24 min deutschen U20-Rekord.
Am 20. Mai 2016 stellte Klosterhalfen in Ostrava beim Golden Spike Meeting mit 4:06,91 min über 1500 Meter erneut eine persönliche Bestzeit auf und schaffte die Olympianorm. Wenig später wurde sie in Kassel Deutsche Meisterin. Dank der erreichten Norm sicherte sie sich die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, wo sie mit 4:07,26 min als Zehnte in ihrem Vorlauf ausschied.Klosterhalfen scheitert im Halbfinale. In: sport1. 15. August 2016, abgerufen am 13. Juli 2017. Bei den Juniorenweltmeisterschaften in Bydgoszcz gewann sie mit deutschem U20-Rekord die Bronzemedaille über 3000 Meter. Zum Jahresende war sie die überragende U20-Läuferin bei den Cross-Europameisterschaften in Chia auf Sardinien und holte sich mit großem Vorsprung die Goldmedaille. Mit dem deutschen U20-Team gewann sie zudem Silber.
Gold bei der Team-Europameisterschaft und Junioreneuropameisterin (2017) Über 3000 Meter stellte Klosterhalfen am 4. Februar beim Karlsruher Indoor-Meeting mit 8:51,75 min eine persönliche Bestzeit auf und hatte damit auch die Norm für die Halleneuropameisterschaften in Belgrad erfüllt. In Leipzig wurde sie ebenfalls mit persönlicher Bestleistung über 1500 Meter in 4:04,91 min Deutsche Hallenmeisterin. Sie schaffte auch hier deutlich die Norm für Belgrad, wo sie sich nur der britischen Rekordhalterin Laura Muir geschlagen geben musste und Hallenvizeeuropameisterin wurde. Dabei stellte Klosterhalfen einen neuen deutschen U23-Hallenrekord auf, indem sie ihren eigenen über 1500 Meter auf 4:04,45 min verbesserte.
Die 2. Lange Laufnacht – Runners Track Night am 19. Mai 2017 in Karlsruhe war für Klosterhalfen auch sehr erfolgreich: Die Leverkusenerin unterbot mit 14:51,38 min im 5000-Meter-Lauf den U23-Rekord (14:59,01 min) von Kathrin Ullrich aus dem Jahr 1989 und belegte nun Platz zwei in der ewigen DLV-Bestenliste der Frauen hinter der deutschen Rekordlerin Irina Mikitenko (14:42,03 min).Jan-Henner Reitze: Lange Laufnacht, auf: leichtathletik.de, vom 19. Mai 2017, abgerufen am 19. Mai 2017. Zudem unterbot Klosterhalfen die Norm (15:22,00 min) für die Weltmeisterschaften in London um eine halbe Minute. Eine weitere Norm für die Weltmeisterschaften schaffte sie am 3. Juni bei der Laufgala in Pfungstadt mit persönlicher Bestzeit über 800 Meter und blieb mit 1:59,65 Minuten auch erstmals unter zwei Minuten. Fünf Tage später hatte Klosterhalfen Erfolg beim Diamond-League-Meeting in Rom am 8. Juni, indem sie über 1500 Meter mit 3:59,30 min nicht nur eine persönliche Bestleistung lief und eine weitere Norm für die Weltmeisterschaften erfüllte, sondern auch einen neuen deutschen U23-Rekord aufstellte und als sechste deutsche Mittelstrecklerin die 4-Minuten-Grenze über 1500 Meter unterbot.
Somit war sie die weltweit jüngste Läuferin, die das „Triple“ von 800 Metern unter 2 Minuten, 1500 Metern unter 4 Minuten und 5000 Metern unter 15 Minuten schaffte.
Vom DLV wurde sie für die Team-Europameisterschaft 2017 in Villeneuve-d’Ascq nominiert und trat dort im 1500-Meter-Lauf an. Ihren Wettbewerb gewann sie vor Angelika Cichocka aus Polen und Natalija Pryschtschepa aus der Ukraine. Mit der deutschen Mannschaft wurde sie Team-Europameisterin. Bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt verteidigte sie ihren Titel aus dem Vorjahr und unterbot mit 3:59,58 min den 40 Jahre alten Meisterschaftsrekord von Jan Merrill um fast sieben Sekunden. Am 16. Juli siegte sie bei den U23-Europameisterschaften in Bydgoszcz in 4:10,30 min über die 1500 Meter.
Für die Weltmeisterschaften in London nominierte der Deutsche Leichtathletik-Verband sie im 1500- und im 5000-Meter-Lauf. Nach dem 1500-Meter-Vorlauf gab sie bekannt, dass sie auf einen Start über die 5000 Meter verzichte. Über 1500 Meter schied sie im Halbfinale aus, nachdem sie nach einem Ausreißversuch zwei Runden vor Schluss das Tempo nicht hatte halten können und auf der letzten Runde von mehreren Läuferinnen überspurtet worden war. Bei der Team-Europameisterschaft und den U23-Europameisterschaften hatte Klosterhalfen mit dieser Taktik noch erfolgreich das Feld gesprengt.
Am 20. August 2017 belegte Klosterhalfen im 3000-Meter-Rennen beim British Athletics Birmingham Grand Prix in 8:29,89 min den zweiten Platz hinter der Niederländerin Sifan Hassan. Mit ihrer Zeit unterbot sie den fast 18 Jahre alten deutschen Rekord von Irina Mikitenko um eine halbe Sekunde. Am 27. August lief sie beim ISTAF in Berlin über 1500 Meter 3:58,92 Minuten, womit sie nicht nur erneut eine persönliche Bestzeit aufstellte, sondern auch ihren eigenen deutschen U23-Rekord unterbot
Bei den Crosslauf-Europameisterschaften am 10. Dezember 2017 im slowakischen Šamorín gewann sie hinter Alina Reh die Silbermedaille im U23-Rennen. Zusammen mit Reh und Anna Gehring erreichte sie außerdem den zweiten Platz in der Mannschaftswertung.
Weitere Deutsche Meistertitel und deutscher Hallenrekord (2018) mini|Klosterhalfen 2018 auf dem Weg zum deutschen Meistertitel über 1500 Meter vor Elena Burkard und Diana Sujew
Beim Indoor Meeting Karlsruhe verbesserte Klosterhalfen am 3. Februar 2018 diesmal ihre Hallenbestzeit über 1500 Meter hinter der Äthiopierin Genzebe Dibaba auf 4:04,00 min und verpasste damit den deutschen Hallenrekord von 4:03,64 min nur knapp. Fünf Tage später nahm sie diese Zeit beim Indoor-Meeting in Madrid erneut in Angriff, konnte sich in 4:04,72 min aber nicht verbessern. Am 18. Februar trat Klosterhalfen bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund über 3000 Meter an. Nach dem Auftaktkilometer, der hochgerechnet auf eine Zeit von 8:45 min hindeutete, konnte sie ihr Tempo im Rennverlauf weiter steigern und distanzierte auch die ihr zunächst folgende Gesa Krause deutlich. Mit der Endzeit von 8:36,01 min unterbot sie den deutschen Hallenrekord von Kathrin Ullrich aus dem Jahr 1988 um mehr als fünf Sekunden. Sie ist damit auch die schnellste U23-Läuferin Europas über die 3000 Meter, nie war eine Läuferin ihrer Altersklasse schneller über diese Distanz.Pamela Ruprecht: Notizen, auf: leichtathletik.de, vom 19. Februar 2018, abgerufen am 21. Februar 2018. In der ewigen Bestenliste der Erwachsenen steht Klosterhalfen damit in Europa an elfter StelleSenior Indoor 3000 Metres Women – Europe. In: iaaf.org, abgerufen am 21. Februar 2018 (englisch). und auf dem 22. Platz in der ewigen Weltrangliste.Senior Indoor 3000 Metres Women – World. In: iaaf.org, abgerufen am 21. Februar 2018 (englisch). Den 3000-Meter-Lauf bei den Hallenweltmeisterschaften in Birmingham beendete sie in 8:51,79 min auf dem siebten Rang. In der Vorbereitung auf die Freiluftsaison wurde Klosterhalfen durch eine Knieverletzung fast acht Wochen im Training stark beeinträchtigt und konnte im Mai vier Wochen gar nicht laufen. Im ersten Rennen nach der Verletzung erreichte Klosterhalfen Mitte Juli mit 15:19,93 min bei einem Meeting im belgischen Kortrijk die EM-Norm über 5000 Meter, eine Woche später holte sie sich bei den Deutschen Meisterschaften zum vierten Mal hintereinander den Meistertitel über 1500 Meter und war mit 4:06,34 Minuten 17 Hundertstelsekunden schneller als die persönliche Bestleistung laufende Elena Burkard.