Das Verhütungsstäbchen, auch Hormonstäbchen genannt, ist ein Medizinprodukt, das zur Empfängnisverhütung unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird. Die Wirksamkeit setzt nach einer Woche ein und hält je nach Art mindestens 3 bis 5 Jahre an. Bei Kinderwunsch kann es jedoch früher entfernt werden. Etwa eine von 1.000 Frauen wird im Laufe eines Jahres während der Anwendung schwanger. Weitere Anwendungsgebiete könnten Endometriose und Menstruationsbeschwerden wie Dysmenorrhoe sein.
Nebenwirkung Nebenwirkungen sind selten. Blutergüsse oder Schmerzen an der Injektionsstelle können in einigen Prozent der Fälle auftreten. Metrorrhagie kann auftreten und die Menstruation kann bei bis zu 20 % der Frauen nach einem Jahr ausbleiben. Sie bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen. Die Anwendung wird nicht empfohlen bei Frauen, die innerhalb der letzten 5 Jahre an Brustkrebs erkrankt waren. Es wirkt durch die Freisetzung von Hormonen, die den Eisprung verhindern und die Öffnung des Gebärmutterhalses blockieren. Das Hormonstäbchen gehört zu den teuersten Verhütungsmitteln.
Implantation Gynäkologen implantieren das Hormonstäbchen in den Oberarm. Vor der Anwendung sind weder eine gynäkologische Untersuchung noch ein Schwangerschaftstest erforderlich. Die Platzierung wird im subkutanen Gewebe über dem Trizepsmuskel empfohlen. Es kann auch bei Frauen aller Gewichtsklassen (BMI) angewendet und unmittelbar nach der Entbindung eingesetzt werden. Einige Medikamente wie z. B. Breitbandantibiotika, Johanniskraut, einige Antiepilektika und Psychopharmaka wie Carbamazepin setzen die Verhütungswirkung des Verhütungsstäbchens herab.
Geschichte Mit der subkutanen Arzneimittelgabe in Form von Pellets experimentierte im 19. Jahrhundert bereits der Franzose G.-V. Lafargue.Albert Faulconer, Thomas Edward Keys: Hypodermic Technic. In: Foundations of Anesthesiology. 2 Bände, Charles C Thomas, Springfield (Illinois) 1965, Band 2, S. 1022–1036, hier: S. 1022–1024. Das Hormonstäbchen wurde erstmals 1983 in Finnland und 1990 in den Vereinigten Staaten für den medizinischen Gebrauch zugelassen. Sie werden im Jahr 2020 von etwa 25 Millionen Frauen weltweit genutzt und sind mit fast 50 % die am häufigsten angewandte Verhütungsmethode in Guinea-Bissau und Ruanda. Sie unterscheiden sich von Intrauterinpessaren (IUPs), die in die Gebärmutter eingesetzt werden.
Weblinks
Hormonimplantat. familienplanung.de; Informationsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Rote-Hand-Brief zu Implanon NXT 15. Januar 2020
Einzelnachweise
Kategorie:Gynäkologie und Geburtshilfe Kategorie:Verhütungsmittel Kategorie:Implantat Kategorie:Arzneimittel