Rothenmühle ist ein Gemeindeteil der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Rothenmühle liegt in der Gemarkung Unterrödel.
Lage Die Einöde liegt im Nordwesten von Unterrödel im Tal der Roth. Von der Straße Unterrödel E gelangt man über eine Abzweigung in nordwestlicher Richtung zur Mühle.
Geschichte Erstmals urkundlich genannt ist die Mühle 1396, und zwar als Besitz des Egidienklosters zu Nürnberg.Mühlenweg, S. 21 1480 gab Johann Jahrsdorfer zu Zell bei der von ihm betriebenen Erhebung der Walburgiskapelle zu Zell zur Pfarrei den vom Eichstätter Domkapitel gekauften Kleinzehent von „Niederrödl“, wozu auch die Nußhacken-, Rothen- und Weihersmühle gehörten, dem Pfarrer zu Zell.Buchner II, S. 813 Die mit Unterrödel seit 1505 zum neu gegründeten Territorium Pfalz-Neuburg und dort zum Pflegamt Heideck gehörende Mühle wurde mit der Pfarrei Zell im Zuge der Verpfändung der Pflegämter Heideck, Hilpoltstein und Allersberg an die Reichsstadt Nürnberg 1542 von der Reformation erfasst.Buchner II, S. 813 f.
Nach 36 Jahren löste Pfalz-Neuburg sein Amt Hilpoltstein von Nürnberg 1578 wieder ein. 1604 besitzt die „Rotermuhl“ ein „Häbel Unterholtzern“; Abel Unterholzer († 1618) war Kaufmann in Nürnberg und zeitgleich Eigentümer der Hofmark/Gut Kreuth bei Heideck.Günter Frank und Georg Paulus: Edition von Christoph Vogels Beschreibungen pfalz-neuburgischer Ämter (1598-1604), Teil 18: Pflegamt Hilpoltstein, S. 30, siehe 1627 wurde die Pfarrei Zell im Zuge der Gegenreformation wieder katholisch, so dass auch die Müllerfamilie zum alten Glauben zurückkehrte.Buchner II, S. 813 f.
Im Dreißigjährigen Krieg zerstört, wurde die Mühle von Matthias Hausmann um 1700 wiederaufgebaut zu dem noch heute bestehenden Ensemble von drei Fachwerkbauten mit zahlreichen Andreaskreuzen und K-Streben. Zur Mühle gehörte auch ein Sägewerk und ein landwirtschaftlicher Betrieb. Die hohe Gerichtsbarkeit übte das nunmehrige kurbaierische Pflegamt Hilpoltstein aus.Wiessner, S. 231 Um 1703 verkaufte das Mühlgut zu Rothenmühl Johann Paul Haußmann an Johann Fiegl von der Guggenmühle bei Allersberg stammend.Staatsarchiv Nürnberg, Landalmosenamt, Akten II, Nr. 580 Das Anwesen befindet sich noch im Eigentum der Nachkommen.
Im Königreich Bayern (1806) wurde ein Steuerdistrikt Unterrödel gebildet, dem die Rothenmühle angehörte.Wiessner, S. 258 1875 hatte der Müller als Ökonom drei Pferde und zehn Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 892
1930 wurden Mahl- und Sägewerk stillgelegt und nur noch die Landwirtschaft weiterbetrieben. Die Fachwerkbauten sind heute ungenutzt und dem schleichenden Verfall preisgegeben, die Landwirtschaft ist verpachtet.
Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde die Gemeinde Unterrödel und damit auch die Rothenmühle zum 1. Januar 1972 in die Stadt Hilpoltstein eingegliedert.
Einwohner 1818: 14 (1 „Feuerstelle“ = Anwesen, 1 Familie)Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise ... enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 78 1836: 11 (1 Familie)Th. D. Popp: Matrikel des Bissthumes Eichstätt. Eichstätt: Ph. Brönner 1836, S. 165 (Nr. 199) 1861: 11 (4 Gebäude)J. Heyberger und andere: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. München 1867, Spalte 715 1871: 6 (5 Gebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Sp. 892 1900: 9 (1 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte 1222 1937: 6Buchner, S. 818 1950: 5 (1 Wohngebäude) 1961: 7 (1 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 798 1970: 4 (1 Einödmühle)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 1. Mai 1978, München 1978, S. 166 1987: 3 (1 Wohngebäude, 2 Wohnungen)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 348
Baudenkmäler Das zweigeschossige Mühlengebäude und die zwei erdgeschossigen Scheunen gelten als Baudenkmal.
Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt, II. Band: Eichstätt 1938 Sonja Maier u. a. (Red.): Der Mühlenweg von Hilpoltstein nach Roth, Hilpoltstein und Roth o. J.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Hilpoltstein Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Roth Kategorie:Wassermühle im Landkreis Roth Kategorie:Mühle in Europa Kategorie:Ort an der Roth (Rednitz) Kategorie:Ersterwähnung 1396