Die wilden Siebziger! (englischer Originaltitel , zu deutsch „Diese 70er-Sendung“) ist eine US-amerikanische Sitcom, die in den Vereinigten Staaten von 1998 bis 2006 von FOX ausgestrahlt wurde.

Inhalt Die Serie handelt von einer Gruppe Jugendlicher, die in Point Place, einem fiktiven Vorort von Kenosha, Wisconsin, im Amerika der späten 1970er Jahre aufwächst.

Wie bereits im Titellied angedeutet, sitzen die Jugendlichen meist gelangweilt zusammen herum, weil in ihrer Stadt nichts Aufregendes passiert. Gelegentlich unternehmen sie einen Ausflug in größere Städte wie Racine, Madison, Chicago oder Milwaukee.

In der Serie geht es um Liebe, Eifersüchteleien und Freundschaft, Probleme mit Schule und Beruf sowie in der Familie. Ein wiederkehrendes Element ist eine Hauptfigur, die etwas Neues ausprobiert, um schließlich am Episodenende wieder zum Status quo zurückzukehren. Alternativ frischen Gastdarsteller für eine oder mehrere Folgen die Handlung etwas auf.

Denselben Zweck verfolgt die Thematisierung von 70er-Jahre-Ereignissen, -Entwicklungen und -Phänomenen, die aus heutiger Sicht fremdartig wirken oder aber, anders als für die Figuren der Serie, mittlerweile als normal akzeptiert sind. Mit diesem Kontrast zur Gegenwart wird häufig gespielt.

Zu den Themen gehört das Aufkommen des Feminismus, der in der Kleinstadt Point Place noch als Fremdkörper betrachtet wird. Die wirtschaftliche Rezession der 70er wirkt sich direkt auf die Familie Forman aus, da Vater Red als Arbeiter betroffen ist. Eine weitere Entwicklung, die befreitere Einstellung zur Sexualität seit den ausgehenden 1960ern, ist auch in Point Place bereits zu spüren. Technische Neuentwicklungen wie Computer, Videorekorder, Mikrowellenherd finden Erwähnung.

Besonders zentral wird schließlich das Experimentieren mit Drogen dargestellt. In den sogenannten Circle-Sessions sitzen die Darsteller um einen runden Tisch herum und sprechen ihre Dialoge direkt in die Kamera, während durch Rauchwolken und das aufgekratzte, oft zusammenhangslose Gespräch angedeutet wird, dass die Jugendlichen gerade Marihuana konsumieren. Deutlich wird dies vor allem in Folge 8 der 6. Staffel, in der Donna den Kreis als „Kifferrunde“ bezeichnet sowie in Folge 27 der 4. Staffel, als Steven Hyde sagte, er kiffe niemals vor 15 bzw. 14 Uhr.

In den einzelnen Episoden werden oft Ausschnitte bekannter 70er-Jahre-Lieder gespielt. Die Jugendlichen sind stark an Musik interessiert, so dass sie auch oft Inhalt von Gesprächen ist. Dabei gibt es innerhalb der Gruppe keinen einheitlichen Geschmack. Die Bandbreite reicht von Jackies Vorliebe für ABBA und Donny Osmond bis hin zu Stevens Neigung zu den Sex Pistols, KISS und Led Zeppelin.

Die Episodentitel im englischen Original sind ab der fünften Staffel nach Liedern bekannter Musikgruppen benannt: Led Zeppelin (Staffel 5), The Who (Staffel 6), The Rolling Stones (Staffel 7), Queen (Staffel 8)

Inszenierung Die wilden Siebziger wurde Freitag abends vor Publikum auf einer Bühne im CBS Studio Center in Studio City, Los Angeles, Kalifornien aufgezeichnet.

Besonderer Wert wurde auf die exakte Nachahmung der 1970er Jahre bei Ausstattung, Kleidung und Frisuren gelegt. Ein regelmäßig eingesetztes Stilmittel sind surreale Traumsequenzen.

Häufig sitzt eine Gruppe von Personen, in der Regel die Jugendlichen, in einem Kreis (meistens in Erics Keller, obwohl gelegentlich auch an anderer Stelle). Die Kamera wird im Kreis geschwenkt und hält bei der Person an, die gerade spricht. Es ist in der Regel deutlich, dass die Personen unter dem Einfluss von Marihuana stehen. Stilmittel sind dichte Rauchwolken, häufiges Husten und ein extremes Weitwinkel-Objektiv. Es wird aber nie das eigentliche Rauchen der Droge gezeigt. Auch gibt es keinen sichtbaren Zusammenhang mit Drogenutensilien wie Wasserpfeifen oder Zigarettenpapier. Es fällt auch nie das Wort „Marihuana“ (außer in der Episode „Keine Macht den Drogen“ und in Staffel 6 Folge 13 sagt Hyde: „Wir sitzen hier im Kifferkreis und quatschen über irgendwelche Beziehungen.“. Eine Folge später sagt Hyde außerdem, dass er keine zwei Joints mehr vertrage.), sonst wird es häufig nur als „Zeug“ bezeichnet. Ein Gimmick im Zusammenhang mit dem Kreis und dem Rauchen von Marihuana ist, dass sich die Küchenwand bewegt, wenn Eric gerade von seinen Eltern eine Standpauke für sein fehlerhaftes Verhalten bekommt, obwohl diese Technik auch dazu verwendet wird, um zu zeigen, dass Eric betrunken ist. Als die Serie voranschritt, bekam der Kreis eine wiederkehrende Funktion. Es gibt nur vier Episoden, in denen die ganze Clique im Kreis sitzt: „Eric und die Pickel“, „Pokernächte“, „Minigolf-Mitch“ und im Serienfinale.

In vielen Episoden halten sich die Teenager auf einem Wasserturm auf. Am Ende von mehreren Wasserturm-Sequenzen fällt mindestens eine Person hinunter (in der Regel Kelso). Als Charlie Richardson (gespielt von Bret Harrison) in Staffel 8 vom Wasserturm fiel und starb, wurde der Wasserturm ihm zu Ehren umbenannt. Nach Charlies Tod fiel Kelso wieder vom Wasserturm, überlebte aber; dies führte bei ihm zu dem Glauben, er sei „unbesiegbar“. In der Episode „Der Sturm im Wasserturm“ malte die Bande ein Marihuana-Blatt auf den Turm, das aber auch wie eine grüne Hand aussieht, die den Stinkefinger zeigt. In der Episode „Kampf um Jackie“ malt Kelso seinen und Jackies Namen auf den Turm, um Hyde zu ärgern. Gleich nachdem er fertig ist, fällt er wieder vom Turm und landet im Krankenhaus. Kelso ist bekannt dafür, seit der 5. Klasse mindestens einmal im Jahr vom Wasserturm zu fallen.

Viele der Episoden zeigen Eric und den Rest der Clique in oder um Erics „Aztec Gold“ 1969 Oldsmobile Vista Cruiser, den Eric von Red in der Pilotfolge geschenkt bekam. Für die ersten sieben Staffeln der Serie wurde die Besetzung in der Eröffnungssequenz im Vista Cruiser gezeigt. Dieses besondere Auto wurde von Wilmer Valderrama nach Ende der Show für 500 US-Dollar gekauft. Im August 2009 wurde der Vista Cruiser aus der Show von der Internetseite MSN Autos zum drittbesten Fernsehauto gewählt.

Die Serie lief über acht Staffeln mit insgesamt 200 Folgen, wobei zwei der Hauptdarsteller (Topher Grace und Ashton Kutcher) in der letzten Staffel nur noch Gastauftritte hatten.

Figuren Die Jugendlichen Zu Beginn der Serie sind die Mitglieder von Erics Freundeskreis sechzehn oder siebzehn Jahre alt und demnach rund um das Jahr 1960 geboren, sie entstammen also den letzten Jahren der Baby-Boomer-Generation. Sie alle besuchen die örtliche Highschool.

Dreh- und Angelpunkt der Serie ist Eric Forman (Topher Grace). Im Keller seiner Eltern halten er und seine Freunde sich meist auf, wenn sie nicht zur Schule müssen, und mit dem Oldsmobile Vista Cruiser seiner Eltern fahren sie gelegentlich durch die Gegend. Eric ist intelligent und schlagfertig, mit einem Hang zu Wortspielen, und meistens gut gelaunt und liebenswert. Gelegentlich machen ihm Selbstzweifel zu schaffen, und er ist häufig nervös. Seine Vorliebe für Star Wars und G.I.-Joe-Actionfiguren lassen ihn manchmal zum Ziel spöttischer Bemerkungen werden, genauso wie sein schlaksiger Körperbau und die mangelnde Sportlichkeit. Des Öfteren muss er sich auch die Spitznamen „Foreplay“ (dt. Vorspiel), seltener auch „Foreskin“ (dt. Vorhaut), anhören. Im Laufe der Serie entwickelt sich eine Beziehung zu seiner langjährigen Jugendfreundin Donna Pinciotti. Beide verloben sich nach zahlreichen Trennungen und Wiederversöhnungen sogar, jedoch platzt die ursprünglich geplante Hochzeit, dennoch bleiben die beiden ein Paar. Eric möchte nach seinem Schulabschluss ans College, um zu studieren. Da sein Vater jedoch einen Herzinfarkt erleidet, entschließt er sich dazu, zu Hause zu bleiben, um ein Selbstfindungsjahr zu machen. In dieser Zeit fasst er den Entschluss, Lehrer werden zu wollen, zuvor jedoch für ein Jahr nach Afrika zu gehen, um bessere Aussichten auf ein Stipendium zu erhalten. In dieser Zeit trennt er sich von Donna, jedoch werden beide nach seiner Rückkehr am 31. Dezember 1979 wieder ein Paar.

Im Nachbarhaus wohnt Donna Pinciotti (Laura Prepon). Donna ist vermutlich die ausgeglichenste und unkomplizierteste Person in Erics Freundeskreis. Die hochgewachsene, rothaarige Donna kleidet sich eher praktisch und muss sich manchmal dagegen wehren, als unweiblich bezeichnet zu werden. Auch mit ihrer feministischen Einstellung eckt sie in der größtenteils männlichen Gruppe manchmal an. Donna und Eric kennen sich von Kindesbeinen an. Zwischen den beiden bahnt sich zu Beginn der Serie eine Beziehung an. Donna möchte nach der High School das College besuchen, entscheidet sich aber wegen Eric, der zu Hause bleibt und sich um seine Familie kümmert, ebenfalls in Point Place zu bleiben und dort ein Studium am City College aufzunehmen. Außerdem arbeitet sie bei einem Radiosender und hat dort sogar eine eigene Sendung. Am Ende der Serie entscheidet sie sich dazu, aufs College zu gehen.

Ebenfalls seit ihren Kindestagen miteinander befreundet sind Eric und Steven Hyde (Danny Masterson). Steven stammt aus einem zerrütteten Elternhaus, ist eher schweigsam, wird aber wegen seiner Coolness allgemein besonders respektiert. In der Schule beteiligt sich der ziemlich intelligente Steven kaum und bringt entsprechend schlechte Noten nach Hause, was ihn allerdings nicht stört. Als echter Rebell hat er eine Vorliebe für Heavy Metal, Hard Rock und Punkmusik und beteiligt sich meist an Streichen jeder Art. Zudem empfindet er tiefes Misstrauen gegen das Establishment und Autoritätspersonen jeder Art. Seine manchmal durch Drogenkonsum verstärkten Verschwörungstheorien finden allerdings in seinem Freundeskreis selten Anhänger. Äußerlich setzt er sich ein wenig durch seine Afrofrisur und die stets getragene Sonnenbrille ab. Im Verlauf der Serie stellt sich heraus, dass Stevens leiblicher Vater der Besitzer einer großen Schallplattenvertriebsfirma ist, in der Steven einen Job als Büroangestellter erhält, der ihm aber keine Freude macht. Später eröffnet sein Vater in Point Place einen Plattenladen, den Steven zunächst mit seiner Halbschwester und später alleine leitet. Am Ende der Serie erhält er von seinem Vater einen Brief, dass dieser sich dazu entschlossen hat, sämtliche Plattenläden zu schließen und diese an eine Reinigungsfirma zu verkaufen. Steven ist darüber zunächst sehr verärgert. Jedoch taucht sein Vater kurz vor der offiziellen Schließung im Plattenladen auf und teilt ihm mit, dass er diesen Laden nicht schließt, sondern ihn Steven zum Geschenk macht.

Michael Kelso (Ashton Kutcher) ist etwas unterbelichtet, aber attraktiv, und bildet sich viel auf sein Aussehen ein. Er ist ein Jahr älter als die anderen und gehört zur Clique, weil er das erste Schuljahr wiederholen musste. In Kombination mit seinem ausgeprägten Selbstbewusstsein ist der hochgewachsene Michael beim anderen Geschlecht sehr erfolgreich, wenn auch Treue nicht zu seinen Stärken gehört. Wie Steven ist er stets für Streiche zu haben. Auch auf Mutproben mit Gefahr für Leib und Leben lässt er sich gern ein. Er liebt Hunde. Nach seiner Schulzeit beginnt er eine Ausbildung an der Polizeiakademie und arbeitet auch eine Zeitlang als Polizist, bis er wegen eines dienstlichen Vergehens gefeuert wird und als Wachmann im Playboy-Club in Chicago arbeitet. Zu Beginn der Serie ist er mit Jackie liiert, jedoch zerbricht die Beziehung nach zahlreichen Trennungen und Wiederversöhnungen endgültig. Während eines Konzerts lernt Kelso Brooke kennen, die er durch einen sexuellen Kontakt auf der Toilette schwängert. Nach langem Zögern entscheidet er sich dazu, dem Kind ein guter Vater sein zu wollen. Trotzdem unternimmt er immer wieder erfolglose Versuche, mit Jackie zusammenzukommen, die dies aber auch nach der Trennung von Steven entschieden ablehnt.