Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der US-amerikanischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei den Olympischen Spielen. Die USA konnten sich als einzige nordamerikanische Mannschaft für alle Fußballturniere der Frauen bei den Olympischen Spielen qualifizieren und belegt im Medaillenspiegel und der ewigen Tabelle Platz 1. Die USA wurden erster Olympiasieger der Frauen und sind mit fünf Titeln Rekord-Olympiasieger. Die USA erreichten als einzige Mannschaft sechsmal das Finale und bestritten die meisten Spiele (44 von bisher 46 möglichen Spielen).

Die Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen Übersicht Olympische Spiele in Teilnahme bis … Gegner Ergebnis Trainer/in Bemerkungen und Besonderheiten Atlanta 1996 Finale VR China Goldmedaille Tony DiCicco Sydney 2000 Finale Norwegen Silbermedaille April Heinrichs Athen 2004 Finale Brasilien Goldmedaille April Heinrichs1. Sieg einer Trainerin Peking 2008 Finale Brasilien Goldmedaille 1. Sieg einer ausländischen Trainerin London 2012 Finale Japan Goldmedaille Rio de Janeiro 2016 Viertelfinale Schweden - Jill EllisNiederlage im Elfmeterschießen Tokio 2020 Spiel um Bronze Australien Bronzemedaille Vlatko Andonovski Sieger der CONCACAF-Qualifikation, im Halbfinale an Kanada gescheitert Paris 2024 Finale Brasilien Goldmedaille Als Sieger der CONCACAF W Championship 2022 qualifiziert.

Die Turniere Olympia 1996 in Atlanta Bei der Bewerbung um die Olympischen Jahrhundertspiele hatte sich Atlanta überraschend gegen Athen durchgesetzt, das die ersten Spiele der Neuzeit 1896 ausgerichtet hatte und allein mit dieser Begründung ins Rennen gegangen war und lange als Favorit gegolten hatte. Die USA waren damit als Gastgeber automatisch qualifiziert aber auch bereits durch das Erreichen des WM-Viertelfinales 1995 für das erste olympische Frauenfußballturnier qualifiziert. Die USA starteten mit zwei Siegen gegen Dänemark und Schweden in das Turnier, durch ein 0:0 im letzten Gruppenspiel gegen die Volksrepublik China wurde dann aber nur der zweite Gruppenplatz belegt, da die Chinesinnen gegen die beiden europäischen Mannschaften mehr Tore erzielt hatten. Im Halbfinale gegen Weltmeister Norwegen benötigten die US-Girls dann die Verlängerung, in der die erst vier Minuten zuvor eingewechselte Shannon MacMillan den Siegtreffer per Golden Goal erzielte, um ins Finale gegen Gruppengegner China einzuziehen. Hier stand MacMillan dann wieder in der Startelf und erzielte das erste Tor zum 2:1-Sieg, den Tiffeny Milbrett nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich sicherte.

Olympia 2000 in Sydney Für das zweite olympische Turnier hatten sich die USA durch das Erreichen des WM-Viertelfinales 1999 qualifiziert. Als amtierender Weltmeister trafen sie im ersten Spiel auf ihren Vorgänger, die Norwegerinnen und gewannen mit 2:0. Gegen China gab es wie vier Jahre zuvor im Gruppenspiel ein Remis, diesmal aber mit je einem Tor für beide Mannschaften. Mit einem 3:1-Sieg gegen Nigeria wurde bei gleichzeitiger Niederlage der Chinesinnen gegen Norwegen der Gruppensieg perfekt gemacht. Gegner im Halbfinale war Brasilien, das mit 1:0 besiegt wurde, so dass erneut das Finale erreicht wurde. Hier kam es zur Wiederholung des Auftaktspiels gegen Norwegen, diesmal aber mit dem besseren Ende für die Nordeuropäerinnen, die das Spiel in der Verlängerung mit 3:2 gewinnen konnten.

Olympia 2004 in Athen Für das Turnier in Peking mussten die USA erstmals spezielle Qualifikationsspiele bestreiten, da den einzelnen Konföderationen nun Startplätze zugeteilt wurden. Bei einem Turnier in Costa Rica gewannen sie zunächst in der Gruppenphase mit 7:0 gegen Trinidad & Tobago, dann mit 8:0 gegen Haiti und anschließend mit 2:0 gegen Mexiko. Durch ein 4:0 gegen den Gastgeber Costa Rica im Halbfinale qualifizierten sie sich dann für das olympische Fußballturnier. Das für die Qualifikation nicht mehr entscheidende Finale gewannen sie dann gegen Mexiko mit 3:2.Games of the XXVIII. Olympiad – Football Qualifying Tournament

Beim dritten olympischen Frauenfußballturnier starteten die USA in der einzigen Vierergruppe und gewannen zum Auftakt mit 3:0 gegen Gastgeber Griechenland, für dessen Frauen es das erste Spiel bei einem großen Turnier war. Nach einem 2:0 gegen Brasilien reichte ein 1:1 gegen Australien zum Gruppensieg. Im erstmals ausgetragenen Viertelfinale wurde Japan mit 2:1 besiegt, im Halbfinale gelang dann mit einem 2:1 nach Verlängerung die Revanche für die Halbfinalniederlage bei der WM 2003 gegen Weltmeister Deutschland. Im Finale ging es dann wie bei den beiden vorherigen Auflagen wieder gegen einen Gruppengegner, diesmal Brasilien und erneut musste die Verlängerung für die Entscheidung sorgen. Mit dem 2:1 sorgte Abby Wambach in der 112. Minute für die Entscheidung.

Olympia 2008 in Peking Für das Turnier in Peking mussten die USA wieder Qualifikationsspiele bestreiten. Dabei setzten sie sich zunächst bei einem Turnier in Mexiko mit Siegen gegen Jamaika und den Gastgeber in der Gruppe durch und gewannen dann im Halbfinale gegen Costa Rica, womit sie für das olympische Fußballturnier qualifiziert waren. Das Finale gegen Kanada wurde dann im Elfmeterschießen gewonnen.

Zum Turnierauftakt verloren sie mit 0:2 gegen Norwegen, das damit den USA auch die zweite der bisher einzigen beiden Niederlagen bei Olympischen Spielen zufügte. Gegen Japan und Neuseeland wurden dann aber mit zwei Siegen noch der Gruppensieg perfekt gemacht, da die Norwegerinnen gegen Japan mit 1:5 verloren. Im Viertelfinale war dann Nachbar Kanada der Gegner, der als einer der beiden besten Gruppendritten die K.-o.-Runde erreicht hatte. In einem Spiel, das wegen starken Regens zwischenzeitlich für 1:40 Stunde unterbrochen werden musste, setzten sich die USA erst in der Verlängerung mit 2:1 durch. Den Siegtreffer erzielte die erst zur Verlängerung eingewechselte Natasha Kai. Gegner im Halbfinale war Gruppengegner Japan, der zweite beste Gruppendritte. Mit 4:2 setzten sich die USA durch und trafen im Finale wie vier Jahre zuvor auf Brasilien, gegen das sie bei der WM 2007 im Halbfinale mit 0:4 verloren hatten und auf Revanche sinnten. Nach 90 torlosen Minuten gelang Carli Lloyd in der 96. Minute der Siegtreffer für die USA und damit die erfolgreiche Revanche.

Olympia 2012 in London mini|Die siegreiche US-Mannschaft bei der Siegerehrung Für die Olympischen Spiele 2012 hatte sich auch New York City beworben, war aber bei der Vergabe an London gescheitert. Daher mussten die USA wieder Qualifikationsspiele bestreiten. Dabei gelang beim Turnier in Kanada im ersten Länderspiel gegen die Dominikanische Republik mit 14:0 der höchste Länderspiel-Sieg. Und auch beim 13:0 gegen Guatemala und 4:0 gegen Mexiko blieben sie ohne Gegentor. Wie vier Jahre zuvor qualifizierten sie sich dann im Halbfinale gegen Costa Rica für das olympische Fußballturnier und gewannen dann auch das Finale mit 4:0 gegen Gastgeber Kanada.

Zum Auftakt des olympischen Fußballturniers gewannen sie gegen die als Geheimfavoritinnen gehandelten Französinnen mit 4:2, besiegten dann Kolumbien mit 3:0 und Nordkorea mit 1:0. Im Viertelfinale folgte dann ein 2:0 gegen Neuseeland und im Halbfinale trafen sie dann auf Kanada. Nach 80 Minuten stand es 3:2 für die Kanadierinnen, als die Schiedsrichterin einen indirekten Freistoß im Strafraum der Kanadierinnen für die USA gab, weil die kanadische Torhüterin Erin McLeod den Ball länger als sechs Sekunden in der Hand gehalten hatte – ein Vergehen, das im internationalen Fußball kaum geahndet wird. Da eine kanadische Spielerin den Freistoß mit der Hand abwehrte, gab es einen Handelfmeter, den Abby Wambach zum 3:3 verwandelte. Da in der regulären Spielzeit keine weiteren Tore fielen, kam es zur Verlängerung, in der Alex Morgan in der dritten Minute der Nachspielzeit der Siegtreffer für die USA gelang. Im Finale folgte dann die Revanche für das verlorene WM-Finale von 2011 gegen Weltmeister Japan. Wie vier Jahre zuvor war wieder Carli Lloyd erfolgreich, diesmal sogar mit zwei Toren, so dass die USA sich für die WM-Finalniederlage revanchieren konnten.

Olympia 2016 in Rio de Janeiro Für die Spiele 2016 hatte sich auch Chicago beworben, war aber bei der Abstimmung bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Für das Turnier in Rio de Janeiro mussten die USA daher wieder Qualifikationsspiele bestreiten. Dabei setzten sie sich bei einem Turnier im Februar 2016 auf heimischem Boden mit fünf Siegen durch, wobei diesmal Trinidad and Tobago der Gegner im Halbfinale war, die Kanadierinnen aber wieder im Finale. Die USA nahm damit zum zweiten Mal als amtierender Weltmeister teil. Die US-Amerikanerinnen waren zusammen mit Gastgeber Brasilien und Europameister Deutschland für die Auslosung in Topf 1 gesetzt, so dass sie in der Gruppenphase nicht auf diese beiden Mannschaften treffen konnten. Als Gegner wurden wie 2012 Frankreich und Kolumbien sowie Neuseeland, der Viertelfinalgegner von 2012 zugelost. Nach Siegen gegen Neuseeland und Frankreich sowie einem Remis gegen Kolumbien erreichten die US-Girls als Gruppensieger das Viertelfinale, wo sie auf Schweden, einen der beiden besten Gruppendritten, trafen. Gegen die von ihrer Ex-Trainerin Pia Sundhage trainierten Schwedinnen, mussten sie ins Elfmeterschießen worin sie mit 3:4 unterlagen und damit erstmals das Finale verpassten. Torhüterin Hope Solo sorgte für Aufregung mit dem Kommentar über das schwedische Team nach dem verlorenen Viertelfinale: „Ihr seid ein Haufen von Feiglingen!“ Das Internationale Olympische Komitee bezeichnete Solos Ausbruch als enttäuschend, werde aber keine formalen disziplinarischen Maßnahmen gegen sie einleiten. Der US-Verband fand ihre Aussagen jedoch „inakzeptabel“ und ließ sie für sechs Monate sperren. Die Trainerin der schwedischen Mannschaft Pia Sundhage sagte über den Vorfall: .. Ich kümmere mich einen Dreck darum. Ich fahre nach Rio, sie fährt nach Hause. (englisch) Hope Solo – Beschimpft das schwedische Team als Feiglinge nach USA-Niederlage (englisch) Hope Solo – keine disziplinarische Reaktion von IOC Nach Ablauf der Sperre durch den US-Verband wurde sie aber nicht wieder für die Nationalmannschaft nominiert.

Olympia 2020 in Tokio