mini|hochkant=2|Eigene Stereoskopie des königlich bayerischen Hofoptikers mit Blick vom Frauentorturm über die Königstraße in Richtung Lorenzkirche, am linken Rand die Mauthalle (um 1900). Provenienz unter anderem: „Sammlung Lachmund“
Carl Leidig in Nürnberg ist ein Mitte des 19. Jahrhunderts als Augenoptiker gegründetes Familienunternehmen, das im Laufe seiner Geschichte auch optische Bedarfsartikel wie Fotoapparate und technische Gerätschaften sowie Schulbedarf und Spielzeug anbot, zusätzlich eigene Fotografien und insbesondere Stereoskopien produzierte und durch den eigenen Verlag verkaufte.Vergleiche beispielsweise die Aufschrift auf dieser Stereoskopie Standort der heute als Carl Leidig GmbH betriebenen Firma ist die Königstraße 25–27 in Nürnberg.
Geschichte Das Unternehmen wurde ursprünglich im Jahr 1853 zur Zeit des Königreichs Bayern durch den Optiker Carl Leidig sen. (1828–1905) gegründet. Anfänglich fertigte er die Fassungen für Brillen und Lorgnetten noch handwerklich in der eigenen Werkstatt. Bis 1870 lautete die Adresse Obere Wörthstraße 22.
Nach dem Ausscheiden des Unternehmensgründers führten seine beiden Söhne Georg Friedrich und Carl Leidig jun. den Betrieb weiter, Carl Leidig war mittlerweile „königlich bayerischer Hofoptiker“. Um die Zeit der Ausrufung des Deutschen Kaiserreichs wurde der Betrieb in die Kaiserstraße 16 verlegt. mini|Hofoptiker Carl Leidig, Grab (Rückseite) auf dem Johannisfriedhof Um 1899 konnte die Kundschaft neben Brillen und Ferngläsern aus eigener Fabrikation auch Fotoapparate mit dem Namenszug C. Leidig erwerben, aber auch - „[...] Neuheit! Nur bei mir zu haben: - Stereoscopbilder [...]“ mit Aufnahmen aus den Sammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberger Architekturfotografien, Fotografien von der „Bayer. Landesausstellung in Nürnberg“ wie auch „Tausende Stereoscopbilder aller Länder“. Bekannt sind auch Stücke, die der Hofoptiker selbst fotografierte und im Selbstverlag herausgab.
Im Zuge der Industrialisierung wurden bald mehr und mehr optische Produkte von verschiedenen Herstellern ins Verkaufsprogramm übernommen, außerdem fotografisches Zubehör wie Glasplatten, später auch Rollfilme.
Zeitweilig umfasste das Sortiment auch Dampfmaschinen für Kinder, Laterna magica, Glaswaren für Labore und vor allem für den Schulunterricht wie beispielsweise für das Fach Chemie. Grammophone und Schallplatten waren ebenfalls im Angebot.
Noch zur Zeit der Weimarer Republik wurde das Optikergeschäft 1931 an den gegenwärtigen Standort verlegt, in die Königstraße 25/27.
Infolge der Luftangriffe auf Nürnberg während des Zweiten Weltkrieges wurde auch das Optikergeschäft Leidig am 8./9. März 1943 (Teilschaden) - auch Babette Leidig, die damalige Chefin, kam in dieser Nacht ums Leben - und 2. Januar 1945 (Totalschaden) ein Opfer der Fliegerbomben. Erst nach dem Wiederaufbau, zu Anfang der sogenannten „Wirtschaftswunderjahre“, konnte das Geschäft 1951 neu eröffnet werden. 1960 wurde eine eigene Abteilung für Kontaktlinsen angegliedert.
Das Familienunternehmen wurde in der Folge von Ilse Zschau, der Enkeltochter von Georg Friedrich Leidig, übernommen; seit ihrem Ableben 2020 führen ihre Söhne Fritz und Ulrich Zschau die Carl Leidig GmbH in fünfter Generation.
Verschiedenes Georg Friedrich Leidig war Mitglied des Pegnesischen Blumenordens; nach seinem Tod pflegte seine Witwe Babette Leidig die Mitgliedschaft weiter.
Weblinks
Einzelnachweise
Leidig Kategorie:Königlich Bayerischer Hoflieferant Kategorie:Unternehmen (Nürnberg) Kategorie:Fotografie (Deutschland) Kategorie:Verlag (Nürnberg) Kategorie:Kunstverlag (Deutschland) Kategorie:Unternehmensgründung 1853