Sid Rogell (* 16. Januar 1900 in Saint Joseph, Missouri; † 15. November 1973 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmproduzent, Filmschaffender und Produktionsmanager, der 1948 für den Dokumentarfilm Design for Death mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Leben Rogell startete seine Karriere in der Filmindustrie in den frühen 1920er-Jahren in verschiedenen Positionen bei Warner Bros. Im Jahr 1925 Jahr trat er in einer kleinen Rolle unter der Regie seines Bruders Albert S. Rogell (1901–1988) als Schauspieler in der Komödie Cyclone Cavalier auf. Es blieb sein einziger Einsatz als Schauspieler. Für RKO Pictures war er in erster Linie als Ausführender Produzent und Leiter der B-Abteilung im Einsatz. Er war dafür bekannt, dass er nicht nur auf strikte Einhaltung der Drehpläne beharrte, sondern in gleicher Weise auch über das Budget wachte. Überliefert ist, dass er einem Regisseur, der dem Drehplan zwei Tage hinterherhinkte, das Drehbuch aus den Händen nahm, eine Handvoll Seiten herausriss, und es ihm mit den Worten, dass er nun zwei Tage voraus sei, zurückgab. Rogell arbeitete im Laufe seiner Filmkarriere auch für das Filmstudio 20th Century Fox.John Howard Reid: Hollywood’s Miracles of Entertainment, S. 62, 63Distinguished Residents of Hillside Memorial Park – Sid Rogell bei hillsidememorial.org (englisch) PDF-Dokument
Seinen ersten Film als Produzent drehte er 1932 an der Seite von Leon Schlesinger, den romantischen Western Ride Him, Cowboy mit John Wayne in der Hauptrolle. Diese Konstellation war in den darauffolgenden Filmen Die Große Stampede (1932), Haunted Gold (1932), The Telegraph Trail (1933), Abrechnung in Sonora (1933) und The Man from Monterey (1933) exakt dieselbe. In dem Abenteuerfilm Fog von 1933 arbeitete Rogell mit seinem Bruder Albert zusammen, der die Regie im Film innehatte. Das war auch der Fall in dem dann folgenden Filmdrama The Hell Cat (1934), in dem Sid Rogell erstmals als alleiniger Produzent auftrat. Diese Zusammenarbeit der Brüder wiederholte sich in dem Filmdrama Among the Missing von 1934.
Für den Film noir Murder, My Sweet agierte Rogell neben Adrian Scott als Produzent. Der Film basiert auf dem Kriminalroman Farewell, My Lovely (früher Betrogen und gesühnt) von Raymond Chandler und ist der erste Filmauftritt von Chandlers Figur Philip Marlowe. Murder, My Sweet zählt neben Die Spur des Falken, Laura und Frau ohne Gewissen zu den frühen und wegbereitenden Vertretern des Film noir. In dem Western West of the Pecos von 1945 mit Robert Mitchum und Barbara Hale teilte sich Rogell die Verantwortung für die Produktion mit Herman Schlom. Das Drehbuch basiert auf einem Roman von Zane Grey. In dem Film noir über den berühmten Detektiv Dick Tracy arbeitete Rogell 1945 erneut mit Schlom zusammen. Auch das Action-Abenteuer Sunset Pass (1946), wiederum von Rogell und Schlom produziert, basiert auf einem Roman von Zane Grey. Die Kriegsromanze The Bamboo Blonde (1946) mit Frances Langford wurde ebenfalls von dem Gespann Rogell/Schlom produziert. Das Drehbuch basiert auf Wayne Whittaker Geschichte Chicago Lulu. Im selben Jahr widmeten sich Rogell und Schlom erneut Dick Tracy in dem Actionfilm Dick Tracy vs. Cuebal. Morgan Conway spielte abermals die Hauptrolle. Auch in dem Filmdrama The Devil Thumbs a Ride (1947) mit Lawrence Tierney ergab sich wiederum eine Zusammenarbeit von Rogell und Schlom. Ein weiterer gemeinsamer Film des Duos war das Kriminaldrama Born to Kill (1947) von Robert Wise wiederum mit Lawrence Tierney sowie mit Claire Trevor. Ein Film, der von Film-noir-Enthusiasten geliebt wird.Born to Kill bei ocdviewer.com (englisch). Abgerufen am 24. Februar 2016.
Für den 1947 produzierten Dokumentarfilm Design for Death wurde Rogell 1948 zusammen mit Theron Warth und Richard Fleischer mit einem Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ ausgezeichnet. Ein weiterer Film noir schloss sich an, den Rogell zusammen mit Jack J. Gross produzierte, Don Siegels Die rote Schlinge (1949), wiederum mit Robert Mitchum sowie mit Jane Greer. In dem Kriminaldrama On Dangerous Ground arbeitete Rogell mit John Houseman zusammen. Der von Robert Ryan verkörperte Polizist Jim Wilson soll diszipliniert werden und wird in eine schneebedeckte Stadt in den Bergen versetzt, wo er dem örtlichen Sheriff helfen soll, einen Mord aufzuklären. Die weibliche Hauptrolle ist mit Ida Lupino besetzt. Im Jahr 1952 war Rogell noch an dem Abenteuerfilm Die Söhne der drei Musketiere sowie dem Actiondrama The Pace That Thrills als Ausführender Produzent beteiligt, und 1959 an George Stevens Literaturverfilmung Das Tagebuch der Anne Frank mit Millie Perkins in der Titelrolle.
Nachdem Rogell, der von 1938 bis zu seinem Tod 1973 mit der Schauspielerin June Clayworth verheiratet war, seine Tätigkeit beim Film beendet hatte, fungierte er als Präsident der Pacific Title and Art Co. Mit seiner Frau zusammen hatte er ein Kind.
Filmografie (Auswahl) als Produzent 1932: Ride Him, Cowboy 1932: Die Große Stampede (The Big Stampede) 1932: Haunted Gold 1933: The Telegraph Trail 1933: Abrechnung in Sonora (Somewhere in Sonora) 1933: The Man from Monterey 1934: The Hell Cat 1934: Among the Missing 1934: Der Weg ins Verderben (Fugitive Lady) 1935: Death Flies East 1936: You May Be Next! 1936: Roaming Lady 1944: The Falcon in Hollywood 1944: Murder, My Sweet 1944: Nevada 1944: Mademoiselle Fifi 1945: What a Blonde 1945: Betrayal from the East 1945: Pan-Americana 1945: Zombies on Broadway 1945: Those Endearing Young Charms 1945: The Brighton Strangler 1945: Wanderer of the Wasteland 1945: The Falcon in San Francisco 1945: Radio Stars on Parade 1945: Mama Loves Papa 1945: West of the Pecos 1945: Sing Your Way Home 1945: A Game of Death 1945: Dick Tracy 1945: Deadline at Dawn 1946: The Truth About Murder 1946: The Falcon’s Alibi 1946: Ding Dong Williams 1946: Sunset Pass 1946: The Bamboo Blonde 1946: Step by Step 1946: Child of Divorce 1946: Genius at Work 1946: Criminal Court 1946: Dick Tracy vs. Cueball 1946: Vacation in Reno 1946: The Falcon’s Adventure 1946: San Quentin 1947: Design for Death (Dokumentarfilm) 1947: Beat the Band 1947: The Devil Thumbs a Ride 1947: Born to Kill 1947: The Judge Steps Out 1948: Mystery in Mexico 1948: Bodyguard 1948: Gun Man 1949: Die rote Schlinge (The Big Steal) 1949: Strange Bargain 1949: The Woman on Pier 13 (dt. Titel Ich heiratete einen Kommunisten) 1949: A Dangerous Profession 1950: Hölle am weißen Turm (The White Tower) 1950: Born to Be Bad 1950: Endstation Mord (Gambling House) 1951: The Company She Keeps 1951: Die Ehrgeizige (Payment on Demand) 1951: My Forbidden Past 1952: On Dangerous Ground 1952: Die Söhne der drei Musketiere (At Sword’s Point) 1952: The Pace That Trills
Verschiedene Positionen 1925: Cyclone Cavalier (als Schauspieler) 1928: Zirkusleben (The Wagon Show; Geschäftsführer) 1930: Mountain Justice (als Produktionsmanager) 1930: Song of the Caballero (als Produktionsmanager) 1931: Millie (als Abteilungsleiter) 1934: Name the Woman (als Produktionsleiter) 1935: Atlantic Adventure (Aufsicht) 1935: Escape from Devil’s Island (Aufsicht) 1938: The Mad Miss Manton (als Produktionsleiter) 1941: Citizen Kane (Geländemanager und Ausführender Produzent) 1942: Der Glanz des Hauses Amberson (The Magnificent Ambersons; Geländemanager) 1944: A Night of Adventure (als Produktionsleiter) 1944: The Falcon in Mexico (als Produktionsleiter) 1944: Girl Rush (als Produktionsleiter) 1959: Das Tagebuch der Anne Frank (The Diary of Anne Frank; als Ausführender Produktionsmanager)
Auszeichnung 1948: Oscargewinner für Design for Death,zusammen mit Theron Warth und Richard Fleischer
Weblinks
Sid Rogell bei TCM – Turner Classic Movies (englisch) Sid Rogell und seine Filme bei ocdviewer.com (englisch)
Einzelnachweise
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