mini|St. Nikolaus von Südwesten Die ehemalige kleine Kirche St. Nikolaus (umgangssprachlich „Sonta Clas“) steht auf dem Gebiet der Gemeinde Laas in Südtirol, wo die alte Vinschger Straße in die Staatsstraße 38 einmündet.

Geschichte Erstmals erwähnt wird das Bauwerk, als ein Benedikt, Subdelegat des päpstlichen Kommissärs Johannes in Purgo, der „Nikolauskapelle von Laz“ am 30. April 1390 einen Ablass verleiht, weil die Mittel zum Weiterbau fehlen.

Aus der Zeit des Pfarrers Simon Tröger sind aus dem Jahre 1722 noch Aufzeichnungen vorhanden, in denen die Stiftungen, Jahrämter und verschieden monatlich anfallenden Tätigkeiten des Pfarrers niedergeschrieben sind. Unter anderem findet sich der Eintrag:

Eben 1702 war wieder eine riesige Mure abgegangen, hatte die meisten Höfe vom Lahngraben abwärts bis ins Dorf vernichtet und auch dort noch sehr großen Schaden angerichtet. Später wurde diese Prozession am 10. Juli, dem Margarethen-Tag abgehalten.

Im Jahre 1786 wurde auch diese Kirche von den Reformen des Kaisers Joseph II. betroffen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden an Martini, an St. Katharina, zum Patrozinium am 6. Dezember und am Sonntag nach Maria Magdalena die hl. Messe gelesen. Auch:

Kreuzgänge nach der Kirche St. Nikolaus wurden noch an St. Markus und am Mittwoch bei den Bitttagen abgehalten.

Nach der Profanierung durch Joseph II. zogen die Gläubigen an den Bitttagen auch noch nach Eyrs zur Kapelle St. Josef, bis auch diese aufgegeben wurde.

Das Gebäude wurde dann als Lagerhalle und Geräteschuppen genutzt, bis es im Jahre 1984 unter die Obhut des Denkmalamtes kam. Seitdem wurden Sanierungsarbeiten durchgeführt, sodass das Gebäude heute für Ausstellungen und ähnliches genutzt werden kann.

Bauwerk Das heute vorhandene Bauwerk ist von Westen nach Osten ausgerichtet und stammt als spätgotischer Bau aus der Zeit um 1500. Es verfügt über Netzgewölbe, die im Kirchenschiff und in Chor gleich breit sind, zwei Spitzbogenfenster mit Maßwerk, polygonalem Chorabschluss und einem Glockengiebel für zwei Glocken über der Westwand. Die Eingangstür ist überdacht und befindet sich in der Südfassade, rechts daneben eine Nische mit Fresken von St. Martin zu Pferd und ein Grabtuch Christi. mini|Fresko vom Schweißtuch der Veronika Durch zahlreiche Murenabgänge wurde die Kirche selbst auch in Mitleidenschaft gezogen. Bei den Trockenlegungsarbeiten an der mehrere Meter tief eingeschotterten Nordmauer stieß man auf Mauerreste einer kleinen Kapelle – ca. 3 × 3 Meter mit einer gegen den Berg gerichteten, halbrunden Apsis. Die Mauern waren zum Teil übertüncht und enthielten Freskenreste aus der Zeit etwa 1416 bis 1420. Die Fresken zeigen eine kolorierte Madonna, und sind in den relevanten Teilen erhalten. Das Bild ist in echter Freskotechnik auf nassem Verputz gemalt, die Heiligenscheine und Ornamente sind in den Mörtel gedrückt. Aufwändig restauriert findet es sich jetzt im Gemeindehaus von Laas. Dazu gibt es eine Darstellung eines heiligen Bischofs, von dem allerdings nur Bruchstücke vorhanden sind und bei dem es sich um den Schutzpatron, den hl. Nikolaus, handeln dürfte, dazu eine viel kleinere Stifterfigur mit Spruchband. Diese Kapelle wird von Fachleuten auf das späte 14. Jahrhundert geschätzt, womit sie mit der für 1390 erwähnten Kapelle identisch wäre.

Über sehr wahrscheinlich vorhanden gewesene Glocken ist nichts bekannt.

Das Landesdenkmalamt berichtet:

Auch die Christophorus-Fresken an der Südfassade wurden restauriert, allerdings haben die Witterungseinflüsse das Bild stark verblassen lassen.

Im Inneren ist der sakrale Charakter verschwunden. Bei der Restaurierung 1984 wurden der Innenraum getüncht und die Rippen des Kreuzgewölbes ockergelb gefasst.

Literatur Gertraud Laimer Tappeiner: Kirchen von Laas, Eyrs, Tschengls und Tanas. Hrsg. Pfarre Laas, Verlag Tappeiner, Lana 2011, S. 63.

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N Kategorie:Kirchengebäude in der Diözese Bozen-Brixen Kategorie:Erbaut in den 1390er Jahren N Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude in Italien Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Trentino-Südtirol Kategorie:Erbaut im 16. Jahrhundert Laas Laas