Thelypteris ist eine Pflanzengattung in der Familie der Sumpffarngewächse (Thelypteridaceae). Die früher bis zu etwa 875 Arten, je nachdem wie eng man die Arten definiert, kommen weltweit in den gemäßigten bis tropischen Gebieten vor. Es gibt nur noch zwei oder drei Arten in der Gattung Thelypteris s. str., die fast weltweit vorkommen.
Beschreibung mini|links|Illustration aus Aquatic and wetland plants of southwestern United States, 1972 von Thelypteris confluens mini|Sumpffarn (Thelypteris palustris), Unterseite fertiler Fiedern
Thelypteris-Arten sind kleine bis mittelgroße ausdauernde krautige Pflanzen. Sie wachsen terrestrisch. Sie bilden ein aufrechtes, niederliegendes oder selten kriechendes, schwarzes Rhizom, welches bis zu 30 Zentimeter lang werden kann und mit braunen eiförmig bis lanzettförmigen Schuppen, manchmal auch mit nadelförmigen Haaren bedeckt ist.
An den Enden der Rhizome stehen getrennt voneinander oder nah beieinander stehend die Wedel. Die Wedelstiele sind an der Basis fast vollständig schwarz gefärbt und leicht nadelig behaart, während der obere Teil unbehaart und strohgelb gefärbt ist. Die einfach gefiederten bis fiederschnittigen, selten auch zweifach gefiederten Wedel sind meist länglich-lanzettlich, können zur Basis hin schmal zulaufen und enthalten Paare an krautigen bis ledrigen Fiederblättchen. Die meist lanzettlichen, kurz gestielten oder ungestielten Fiederblättchen haben ganze oder gekerbte Ränder, eine abgestutzte Basis, eine spitz oder zugespitzt zulaufende, meist reduzierte Spitze und sind fiederschnittig. Das oberste Fiederblättchen sowie die untersten Fiederblattpärchen der Wedel können reduziert sein. Die Lappen der Fiederblättchen sind eiförmig-dreieckig oder länglich geformt und haben spitze Spitzen. Die jungen Fiederblättchen sind sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite spärlich mit nadelartigen Haaren besetzt, verkahlen jedoch mit zunehmendem Alter. Sie können an der Blattbasis leicht angeschwollene Aerophoren aufweisen. Die Mittelader kann manchmal einige kleine Schuppen aufweisen. Die freien oder anastomosierenden Blattadern sind einfach oder fiederig verzweigt und reichen bis an die Ränder der Fiederblättchen.
Die runden, rechteckigen oder länglichen Sori stehen zwischen in einer Reihen zwischen dem Blattrand und der Blattmittelader und werden meist mehr oder weniger von einem zurückgebogenen Blattrand verdeckt. Sie werden anfangs von einem kreis- bis nierenförmigen, membranartigen Indusium bedeckt, welches grünlich gefärbt ist und bei ausgewachsenen Soris fehlen oder verdeckt sein kann. Die Sporangien haben einen dreireihigen Stiel und sind kahl oder weisen ein oder zwei kurze Borstenhaare auf. Die Sporen sind monolet, nierenförmig geformt und weisen Flügel sowie ein durchsichtiges, stachelig behaartes Perispor sowie ein glattes Exospor auf.
Es sind mehrere Chromosomengrundzahl bekannt, welche x = 27, 29, 31, 32, 33, 34, 35 sowie 36 betragen können.
Systematik und Verbreitung mini|Habitus von Thelypteris confluens mini|Herbarbeleg von Thelypteris confluens
Die Gattung Thelypteris wurde im Jahr 1763 durch Kasimir Christoph Schmidel in Icones Plantarum, Band 3, Seiten 45–48 aufgestellt. Die Typusart ist Thelypteris palustris .
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Thelypteris-Arten reicht von den gemäßigten bis tropischen Gebieten der Erde.
Synonyme für Thelypteris s. l. waren: Amauropelta , Ampelopteris , Amphineuron , Chingia , Christella , Coryphopteris , Cyclogramma , Cyclosorus , Dictyocline , Dimorphopteris , Glaphyropteridopsis , Glaphyropteris , Goniopteris , Haplodictyum , Hemestheum , Lastrea , Lastrella , Meniscium , Menisorus , Mesochlaena , Mesoneuron , Mesophlebion , Metathelypteris , Monogonia , Nannothelypteris , Oochlamys , Oreopteris , Parathelypteris , Plesioneuron , Pneumatopteris , Proferea , Pronephrium , Pseudocyclosorus , Pseudophegopteris , Sphaerostephanos , Stegnogramma , Steiropteris , Toppingia sowie Trigonospora . Einige dieser Synonyme werden von manchen Autoren weiterhin oder wieder als eigenständige Gattungen oder als Untergattungen von Thelypteris angesehen.
Bei manchen Autoren sind es nur noch zwei oder drei Arten in der Gattung Thelypteris s. str., deren einziges Synonym Asterochlaena ist: Thelypteris confluens (Syn.: Thelypteris cabrerae , Thelypteris cyclolepis , Thelypteris fairbankii , Thelypteris palustris var. squamigera , Thelypteris squamigera , Thelypteris thelypteroides subsp. squamigera ) Sie ist in Äthiopien, Kenia, Nigeria, Brazzaville, in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, in Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Malawi, Angola, Sambia, Mosambik, Simbabwe, Namibia, Botswana, Lesotho, Eswatini, in weiten Teilen Südafrikas, Madagaskar, in den australischen Bundesstaaten südöstliches Queensland sowie nordöstliches Victoria, auf der Nordinsel Neuseelands, im südlichen Indien (Tamil Nadu und vielleicht Odisha), in Sri Lanka, Myanmar, im nördlichen Thailand, Laos, Vietnam, im nördlichen Sumatra, in Irian Jaya, Papua-Neuguinea, in den argentinischen Provinzen Buenos Aires sowie Chaco und im südlichen Yunnan weitverbreitet. Thelypteris krayanensis : Dieser Endemit kommt nur in Kalimantan vor. Die Stellung innerhalb der Verwandtschaftsgruppe ist unklar. Sumpffarn (Thelypteris palustris ): Es gibt zwei Unterarten: Thelypteris palustris subsp. palustris (Syn.: Tectaria pterioides , Thelypteris thelypterioides subsp. glabra , Thelypteris thelypteris ) Sie ist in Deutschland, Österreich, in der Schweiz, in Italien, Frankreich, auf Korsika, in Belgien, in den Niederlanden, in England, Wales, Schottland, Nordirland, Irland, Bulgarien, Tschechien, in der Slowakei, in Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Griechenland, Albanien, Ungarn, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Kroatien, Nordmazedonien, Serbien, Kosovo, Slowenien, Portugal, Spanien, Polen, Rumänien, Anatolien, Israel, Palästina, Irak, Iran, Europäischer Teil Russlands, Estland, Lettland, Litauen, Belarus, Ukraine, Krim, Nordkaukasus, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Algerien, Marokko, Sudan, die indischen Provinzen Himachal Pradesh, Jammu sowie Kaschmir, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan, Sibirien, China (Hebei, Heilongjiang, Henan, Jilin, Nei Mongol, Shandong, Sichuan, Xinjiang), Nordkorea, Südkorea und Japan weitverbreitet. Thelypteris palustris subsp. pubescens (Syn.: Thelypteris confluens var. pubescens , Thelypteris palustris var. haleana , Thelypteris palustris var. pubescens ) Sie ist in den USA (Alabama, Arkansas, Connecticut, District of Columbia, Delaware, Florida, Georgia, Iowa, Illinois, Indiana, Kansas, Kentucky, Louisiana, Massachusetts, Maryland, Maine, Michigan, Minnesota, Missouri, Mississippi, North Carolina, North Dakota, Nebraska, New Hampshire, New Jersey, New York, Ohio, Oklahoma, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, South Dakota, Tennessee, Texas, Virginia, Vermont, Wisconsin, West Virginia) in Kanada (Manitoba, New Brunswick, Neufundland, Nova Scotia, Ontario, Prince Edward Inseln, Québec, Saskatchewan), Saint-Pierre und Miquelon, auf den Bermudas, in Mexico (Ciudad de Mexico, Michoacan), in Kuba, Japan, China (nördlichen Jiangsu, Heilongjiang, Jilin, Shandong) und vielleicht Russlands Fernem Osten oder Peru weitverbreitet.
Thelypteris abbiattii Thelypteris augescens : Sie kommt in Florida, im südlichen Mexiko, auf den Bahamas, in Kuba und Guatemala vor. Thelypteris balbisii Thelypteris basisceletica Thelypteris biolleyi Thelypteris burksiorum Thelypteris crassipila Thelypteris cordata Thelypteris cuneata Thelypteris cutiataensis Thelypteris decursive-pinnata : Sie kommt in Indien, Thailand, Vietnam, Japan, Taiwan und Korea vor. Thelypteris dentata (Syn.: Cyclosorus dentatus ): Sie kommt ursprünglich in Afrika und im tropischen und subtropischen Asien vor. Sie ist ein Neophyt in Florida, Georgia, Alabama, Kentucky, Louisiana, im südlichen Mexiko, auf den Antillen und in Südamerika. Nach Euro+Med kommt die Art ursprünglich nur in Madeira, den Kanarischen Inseln, in Spanien und in Kreta vor. Thelypteris dissimulans Thelypteris fasciculata Thelypteris grandis : Sie kommt in vier Varietäten in Nord-, Mittel- und Südamerika und auf den Großen Antillen vor. Thelypteris globulifera Thelypteris hispidula : Sie kommt in vier Varietäten in den Tropen und Subtropen Asiens, Afrikas und Amerikas vor. Thelypteris iguapensis Thelypteris inabonensis : Sie kommt in Puerto Rico vor. Thelypteris interrupta : Sie kommt in den Tropen und Subtropen Asiens, Afrikas und Amerikas vor. Thelypteris jamesonii Thelypteris jarucoensis Thelypteris kunthii : Sie kommt in den Vereinigten Staaten, im südlichen Mexiko, von Guatemala bis Costa Rica, in Kolumbien, Venezuela, Brasilien, in Puerto Rico und auf den Bahamas vor. Thelypteris leonina Thelypteris leptocladia Thelypteris littoralis Thelypteris lugubris Thelypteris marquesensis Thelypteris micula Thelypteris minutissima Thelypteris montana Thelypteris monosora Thelypteris multigemmifera Thelypteris nevadensis : Sie kommt in British Columbia, in Washington, Oregon und in Kalifornien vor. Thelypteris noveboracensis : Sie kommt im östlichen Kanada und in den östlichen und zentralen Vereinigten Staaten vor. Thelypteris obliterata Thelypteris oligophlebia : Sie kommt in Japan und Korea vor. Thelypteris ovata : Sie kommt in zwei Varietäten in Nordamerika, in Zentralamerika und auf Karibischen Inseln vor. Thelypteris paranaensis Thelypteris patens : Sie kommt in drei Varietäten in Nord-, Zentral- und Südamerika und auf den Antillen vor. Thelypteris pellita Thelypteris piedrensis Thelypteris pilosa : Sie kommt in zwei Varietäten in Alabama, Mexiko, Guatemala und Honduras vor. Thelypteris pozoi (Syn.: Cyclosorus pozoi ): Sie kommt in Europa auf den Azoren, in Madeira, in Spanien und in Frankreich vor. Thelypteris puberula : Sie kommt in zwei Varietäten in Nord- und Zentralamerika vor. Thelypteris quaylei Thelypteris reptans : Sie kommt in Florida, vom südlichen Mexiko bis Guatemala, auf Karibischen Inseln und im nördlichen Venezuela vor. Thelypteris resinifera : Sie kommt in Florida, in Mexiko, auf den Großen Antillen, in Mittelamerika und im nordwestlichen Südamerika vor. Thelypteris reticulata : Sie kommt in Florida, im südlichen Mexiko, auf den Antillen, in Kolumbien und im nördlichen Venezuela vor. Thelypteris retroflexa Thelypteris riograndensis Thelypteris sagittata Thelypteris sancta Thelypteris scabra Thelypteris scalpturoides Thelypteris schwackeana Thelypteris sclerophylla : Sie kommt in Florida und auf den Großen Antillen vor. Thelypteris semirii Thelypteris serrata : Sie kommt in Florida, im südlichen Mexiko, auf den Antillen, in Mittelamerika und in Südamerika bis zum nördlichen Argentinien vor. Thelypteris shaferi Thelypteris simulata : Sie kommt in Kanada und in den Vereinigten Staaten vor. Thelypteris soridepressa Thelypteris stierii Thelypteris tetragona : Sie kommt in Florida, in Mexiko, auf den Antillen, in Zentralamerika bis Panama und im nördlichen Südamerika vor. Thelypteris truncata : Sie kommt in Taiwan, auf den Ryukyu-Inseln, in Indien, Sri Lanka, Indonesien und Malaysia vor. Thelypteris verecunda : Dieser Endemit kommt nur in Puerto Rico vor. Thelypteris vivipara Thelypteris yaucoensis : Dieser Endemit kommt nur in Puerto Rico vor.
Nicht mehr zur Gattung Thelypteris sondern zur Gattung Phegopteris , die etwa 20 Arten enthält, wird gestellt: Buchenfarn (Thelypteris phegopteris ) → Phegopteris connectilis
Drei Arten wurden in die Gattung Oreopteris (Syn.: Lastrea , Thelypteris subgen. Lastrea , Nephrodium subgen. Lastrea ) gestellt: Oreopteris elwesii Bergfarn (Oreopteris limbosperma , Syn.: Thelypteris limbosperma , Dryopteris montana ): Er ist in Europa weitverbreitet und kommt auch in Georgien, auf den Azoren und in Madeira vor.