Nischnewartowsk () ist eine Großstadt im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen/Jugra in Russland. Sie liegt am Fluss Ob und hat 293.000 Einwohner (Stand: 2025). Nischnewartowsk ist die fünftreichste Stadt Russlands.http://n-vartovsk.ru/adm/?s=172
Geschichte Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auf dem flacheren rechten Ufer des Ob eine Andockstation eingerichtet, an welcher sich die dort vorbeifahrenden Dampfschiffe mit Brennholz eindeckten. Im Jahre 1912 bestand der Ort Nischnewartowskoje (russisch ) aus fünf Häusern, in denen elf Menschen lebten.
Im September 1924 wurde der Nischnewartowski-Dorfsowjet (russisch ) gegründet, und der Ort, der nun Nischnewartowski (russisch ) genannt wurde, hatte offiziell den Status einer Siedlung. Am 29. September 1964 wurde er zur Arbeitersiedlung ernannt, am 9. März 1972 erhielt Nischnewartowsk den Status einer Stadt und seinen jetzigen Namen.
Bevölkerung Die Bevölkerungsmehrheit in der Stadt stellen die Russen (65,59 %), gefolgt von den Tataren (9,66 %) und den Ukrainern (8,34 %). Kleinere Minderheiten sind die Baschkiren (3,61 %), Aserbaidschaner (2,03 %), Weißrussen (1,43 %) und Tschuwaschen (1,03 %).
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1970 15.663 1979 108.740 1989 241.457 2002 239.044 2010 251.694 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Infrastruktur Die Stadt ist das Zentrum der westsibirischen Ölindustrie und eine der reichsten Städte Russlands. Sie verfügt über ein Stadttheater.
Verkehr
Im Jahre 2002 wurde Nischnewartowsk an das russische Eisenbahnnetz angeschlossen. Die eingleisige nichtelektrifizierte Strecke (betrieben durch die Regionaldirektion Swerdlowsk) beginnt in Tjumen (km 0) und führt über Tobolsk (km 222) und Surgut (km 696) nach Nischnewartowsk (km 933).
Der Flughafen Nischnewartowsk (ICAO-Code: USNN; IATA-Code: NJC) liegt vier Kilometer nordwestlich des Zentrums. Er verfügt über eine 3200 Meter lange asphaltierte Startbahn und erlaubt auch den Einsatz von Großraumflugzeugen. Zahlreiche Fluggesellschaften bieten Flüge nach Moskau, zu zahlreichen Städten Sibiriens sowie zu weiteren Zielen in Russland an. Angeflogen werden unter anderem Anapa, Jekaterinburg, Krasnodar, Nowosibirsk, Omsk, Samara, Simferopol, Tscheljabinsk und Ufa, wobei mit Baku und Kiew auch internationale Ziele bedient werden. Ferner ist Nischnewartowsk Ausgangspunkt für Anschlussflüge zu zahlreichen regionalen Flughäfen. UTair betreibt hier ein regionales Drehkreuz.
Bildung Folgende Institutionen sind in Nischnewartowsk ansässig:
Westsibirische Hochschule für Finanzen und Recht, Staatliche Pädagogische Hochschule, Filiale der Nordwestlichen Akademie des Staatsdienstes, Nördliche Hochschule für Wirtschaft und Verwaltung, Filiale der A.-S.-Gribojedow-Hochschule für internationales Recht und Wirtschaft, Filiale der Staatlichen Universität Tjumen, Filiale der Staatlichen Universität für Öl und Gas Tjumen, Filiale der Süduralischen staatlichen Universität.
Söhne und Töchter der Stadt
Jewgeni Makarenko (* 1975), Boxer Alexander Maletin (* 1975), Boxer Dmitri Grigorenko (* 1978), PolitikerБиография Дмитрия Григоренко, ria.ru, 21. Januar 2020 (russisch) Dmitri Jakowenko (* 1983), Schachspieler Andrei Dubassow (* 1984), Biathlet Xenia Suchinowa (* 1987), Miss World 2008 Semjon Antonow (* 1989), Basketballspieler Alexander Strelzow (* 1990), Eishockeyspieler Wassili Strelzow (* 1990), Eishockeyspieler Katharina Müller (* 1995), deutsche Eiskunstläuferin Jewgeni Goschew (* 1997), Fußballspieler Maxim Chramzow (* 1998), Taekwondoin
Bilder
Einzelnachweise
Weblinks
Offizielle Seite der Stadtverwaltung (russisch) Nischnewartowsk auf mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen/Jugra Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt in Russland Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1972 Kategorie:Ort am Ob