Die Reihe IIIa5 war eine Stütztender-Verbundlokomotive mit drei Kuppelachsen und Klose-Lenkwerk in Bosnischer Spurweite der Bosnisch-Herzegowinischen Staatsbahnen (BHStB).
Geschichte mini|links|JŽ 185-007 der ersten Serie 1965 in Dubrovnik mini|links|185-019 mit abgebautem Klose-Lenkwerk mini|links|Typenskizze der IIIa5 aus der ersten SerieIm Jahr 1896 waren die letzten Exemplare der Reihen IIa4 und IIIa4 von den Bosnisch-Herzegowinischen Staatsbahnen beschafft worden, für den zwischenzeitlich weiter angestiegenen Verkehr waren daher dringend weitere Lokomotiven notwendig. Deshalb wurde 1900 und 1901 eine erste große Serie von 45 Loks beschafft und in der Ausführung mit drei Kuppelachsen, Stütztender und Verbundtriebwerk stellten sie eine Kombination der beiden Vorgängerbaureihen dar. Wegen der im Ausgleich von 1897 festgelegten Aufteilung auf österreichische und ungarische Betriebe wurden 18 Lokomotiven von der Lokomotivfabrik Krauss in Linz und 27 von der Maschinenfabrik Weitzer in Arad gefertigt. Bei den Jugoslawischen Staatsbahnen (JDŽ) wurde diese Ausführung später als Baureihe 185 bezeichnet.
Für die 1901 eröffnete Dalmatinerbahn sollten weitere 15 Lokomotiven in einer verstärkten Ausführung (spätere JDŽ-Baureihe 186) beschafft werden, 7 davon wurden 1901 und 1902 von Krauss ausgeliefert und von den BHStB ebenfalls als IIIa5 bezeichnet. Wegen eines Großbrandes in der Maschinenfabrik Weitzer verzögerte sich aber die Fertigung der restlichen 8 und die Bestellung wurde auf 4 Stück gekürzt. Letztlich wurden sie 1904 von der Budapester Maschinenfabrik (MÁVAG) fertiggestellt. Damit waren die Lieferungen von Lokomotiven mit Klose-Lenkwerk abgeschlossen, denn zwischenzeitlich kamen ab 1903 schon die ersten Exemplare der Nachfolgebaureihe IVa5 zum Einsatz. Als Vierkuppler mit konventionellem Triebwerk und seitlich verschiebbaren Achsen wurde die spätere Reihe 83 mit insgesamt 181 Stück das Rückgrat der Zugförderung in Bosnien-Herzegowina und im späteren Jugoslawien.
Insgesamt hatten die Eisenbahnen Bosnien-Herzegowinas 99 Klose-Lokomotiven beschafft, eine einmalig hohe Anzahl. Ihre lange Einsatzdauer bis Ende der 1960er Jahre belegt, dass sie sich trotz ihres vielteiligen Triebwerks im harten Betrieb gut bewährten. Zum Ende ihrer Einsatzzeit kamen die Lokomotiven noch in untergeordneten Diensten und auch bei Industriebetrieben zum Einsatz, die fortlaufende Einstellung und Umspurung der Schmalspurstrecken machte sie letztendlich aber überflüssig. Leider blieb aber auch von diesen interessanten Lokomotiven keine erhalten, ein Schicksal aller Loks mit Klose-Lenkwerk. Der hohe Schornstein und der markante Auspuffschlag des Zweizylinder-Verbundtriebwerks verhalf der Reihe IIIa5 zum Übernamen Top (Kanone).
Konstruktive Merkmale Erste Bauserie (spätere JDŽ-Baureihe 185) Um 1900 lag die zulässige Achslast auf dem Schmalspurnetz allgemein noch bei 6,5 Tonnen, abgesehen von den Zahnstangenabschnitten. Dadurch war man in Bezug auf eine Leistungssteigerung dementsprechend eingeschränkt, durch die Verlegung der Vorräte auf den Stütztender mit zweiachsigem Drehgestell konnte aber zumindest die dauernd verfügbare Reibungsmasse erhöht werden. Im Zuge dessen wurde der Wasservorrat mehr als verdoppelt und auch der Kohlebunker wurde vergrößert.
Der grundsätzliche Aufbau mit drei Achsen in einem Außenrahmen und der nahezu gleiche Kessel wurde von der Reihe IIIa4 übernommen. Um dennoch die Leistung etwas steigern zu können, wurden im Innentriebwerk zwei Zylinder in Verbundwirkung eingebaut sowie der Kesseldruck von 12 auf 13 atü erhöht. Damit und durch die höhere Effizienz der zweifachen Dampfdehnung ergab sich eine kleine Leistungssteigerung von etwa 20 bis 30 PSi, trotz der geringeren Höchstgeschwindigkeit. Weiters wurde die Stephenson-Steuerung durch eine der Bauart Allan ersetzt, welche die nunmehr rechteckigen Schieber mit vertikalem Schieberspiegel antrieb.
Der Aufbau des Klose-Lenkwerks und der Achsstand von 3.000 mm wurde weitgehend von der IIIa4 übernommen. Die spurkranzlose Treibachse war ebenso fest im Rahmen gelagert, allerdings war die Kropfachse etwas verstärkt ausgeführt. Die beiden radial einstellbaren Kuppelachsen wurden über ein Hebelwerk vom Stütztender entsprechend der Auslenkung bei Bogenfahrt eingestellt. Über ein ebenfalls damit verbundenes doppeltes Hebelparallelogramm wurde der auf dem Treibzapfen befindliche Differentialkopf entsprechend verdreht und dadurch die wirksame Länge der Kuppelstangen passend hergestellt.
Zweite Bauserie (spätere JDŽ-Baureihe 186) Die im Juli 1901 eröffnete Dalmatinerbahn wurde schon mit einem stärkeren Oberbau für eine Achslast von 8 Tonnen errichtet. Entsprechend konnte die zweite Bauserie mit deutlich mehr Heizfläche und größeren Zylinderdurchmessern ausgeführt werden. Für die lange und steigungsreiche Bahn im wasserarmen Karst wurden die Vorräte weiter vergrößert. Ein weiterer Detailunterschied wird beim oberen Differentialkopf des Klose-Triebwerks auffällig, im Unterschied zu den Vorgängerlokomotiven war er vier- statt dreiarmig ausgeführt. Die sonst weit verbreitete Hebelumsteuerung wurde durch eine Steuerspindel ersetzt.
Ausbau der Klose-Mechanismen und weiterer Verbleib In den 1920er und 30er Jahren wurde bei einigen Lokomotiven das aufwendige Klose-Lenkwerk durch einfache Kuppelstangen ersetzt. Dazu bekam die Treibachse Spurkränze, die vordere Kuppelachse wurde im Rahmen fest gelagert und die hintere erhielt etwas seitliches Spiel. Davon unbeeindruckt blieben aber auch nicht umgebaute Lokomotiven bis zur endgültigen Ausmusterung im Einsatz.
Von der JDŽ wurden 1933 sämtliche Klose-Lokomotiven mit einer Baureihennummer größer als 100 eingereiht, dieser Bereich war eigentlich für die baldige Ausmusterung vorgesehen. Trotzdem kamen sie in der Folge auch auf den recht anspruchsvollen Strecken Split–Sinj und zwischen Mladenovac und Lajkovac zum Einsatz. Und entgegen ihrer Einstufung waren sie bis Ende der 1960er Jahre immer noch weit verbreitet anzutreffen, wohingegen die sächsischen und württembergischen Klose-Lokomotiven bereits in den 30er Jahren ausgemustert wurden.
Lokomotivliste Hersteller Fabriks-Nummer Baujahr BHStB-Nr.BHLB-Nr.SHS-Nr. JDŽ-Nr.ab 1933 Verbleib ausgemustertErste Serie (JDŽ 185)Krauss/Linz42161900IIIa5 301185-0014217IIIa5 302185-0024218IIIa5 3034219IIIa5 304185-0044220IIIa5 305185-005Weitzer/Arad83IIIa5 306185-00684IIIa5 307185-00785IIIa5 308185-008Krauss/Linz4366IIIa5 309185-0094367IIIa5 310185-0104368IIIa5 311185-011Weitzer/Arad86IIIa5 312185-01287IIIa5 313185-01391IIIa5 314185-01492IIIa5 315185-01593IIIa5 316185-01694IIIa5 317185-01795IIIa5 318185-01896IIIa5 319185-01997IIIa5 320185-02098IIIa5 321185-02199IIIa5 322vor 1932100IIIa5 323vor 1932101IIIa5 324185-024102IIIa5 325185-025Krauss/Linz44871901IIIa5 326185-0264488IIIa5 327185-0274489IIIa5 328185-0284490IIIa5 329185-0294491IIIa5 330185-0304492IIIa5 331185-0314632IIIa5 332185-0324633IIIa5 333185-0334634IIIa5 334185-0344635IIIa5 335185-035Weitzer/Arad103IIIa5 336185-036104IIIa5 337185-037105IIIa5 338185-038106IIIa5 339185-039107IIIa5 340185-040108IIIa5 341185-041109IIIa5 342185-022110IIIa5 343185-023111IIIa5 344112IIIa5 345185-003Zweite Serie (JDŽ 186)Krauss/Linz46501901IIIa5 801186-001FS4651IIIa5 802186-0021939 Lajkovac4652IIIa5 803186-003HDŽ → JDŽ19494653IIIa5 804186-0041939 Lajkovac4654IIIa5 805186-0051939 Lajkovac4655IIIa5 806186-0061939 Lajkovac46561902IIIa5 807186-007HDŽ → JDŽ1949MÁVAG17601904IIIa5 808186-008HDŽ → JDŽ19491761IIIa5 809186-009HDŽ → JDŽ1762IIIa5 810186-010HDŽ → JDŽ19491763IIIa5 811186-0111939 Lajkovac +BahngesellschaftZeitraumBHStBBosnisch-Herzegowinische Staatsbahnen1895 bis 1908BHLBBosnisch-Herzegowinische Landesbahnen1908 bis 1918SHSŽeleznice Kraljevine Srba, Hrvata i Slovenaca1918 bis 1929JDŽJugoslovenske Državne Železnice1929 bis 1954HDŽHrvatske Državne Železnice1941 bis 1945JŽJugoslovenske Železnice1954 bis 1991Die Umzeichnung von SHS auf JDŽ fand erst 1933 statt.
Mediale Rezeption Die Lokomotive 185-007 ist in der Filmkomödie Graf Bobby, der Schrecken des Wilden Westens mehrfach zu sehen, erstmals bei 11:30.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Triebfahrzeug (Bosnisch-Herzegowinische Staatsbahnen) Kategorie:Dampflokomotive Bauart Klose Kategorie:Stütztenderlokomotive Kategorie:Tenderlokomotive Achsfolge C2 Kategorie:Schienenfahrzeug (Lokomotivfabrik Krauss & Comp. Linz) Kategorie:Schienenfahrzeug (Weitzer János Rt.) Kategorie:Schienenfahrzeug (MÁVAG)