mini|Mäanderbildung zwischen Beuron und Sigmaringen Das Gebiet Oberes Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen ist ein mit Verordnung vom 1. Januar 2005 durch die Regierungspräsidien Freiburg und Tübingen nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ausgewiesenes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-7920-342) im Süden des deutschen Landes Baden-Württemberg.

Lage Das rund 2.700 Hektar (ha) große Schutzgebiet „Oberes Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen“ gehört zu den Naturräumen Hohe Schwabenalb, Baaralb und Oberes Donautal und Mittlere Flächenalb. Es erstreckt sich von Fridingen an der Donau im Westen entlang des Donautals bis Sigmaringen im Osten in zwei Landkreisen, sechs Gemeinden und zwei Städten: Landkreis Sigmaringen (2.598,8 ha = 94 %) Gemeinden Beuron (1.732,57 ha = 63 %), Inzigkofen (243,64 ha = 9 %), Leibertingen (162,43 ha = 6 %), Schwenningen (27,07 ha = 1 %) und Stetten am kalten Markt (135,36 ha = 5 %) Stadt Sigmaringen (297,79 ha = 10 %) Landkreis Tuttlingen (162,4 ha = 6 %) Gemeinde Irndorf (135,36 ha = 5 %) Stadt Fridingen an der Donau (27,07 ha = 1 %)

Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung eines Durchbruchstals der Donau mit steilen Hanglagen, naturnahen Buchenwäldern, Hang-Mischwäldern, großen Felspartien, Höhlen, Schutthalden, Intensiv-Gründland in der Aue sowie Flachland-Mähwiesen und Magerrasen in den Hanglagen.

Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:

EUCode

Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3260

Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 3270

Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p. Schlammige Flussufer mit Pioniervegetation 40A0

Subkontinentale peripannonische Gebüsche Felsenkirschen-Gebüsche* 6110

Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi) Kalk-Pionierrasen 6210

Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien (Festuco-Brometalia) Kalk-Magerrasen 6230

Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Artenreiche Borstgrasrasen 6430

Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 6510

Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 7220

Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 8160

Kalkhaltige Schutthalden der collinen bis montanen Stufe Mitteleuropas Kalkschutthalden 8210

Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 8310

Nicht touristisch erschlossene Höhlen Höhlen und Balmen 9130

Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum) Waldmeister-Buchenwald 9150

Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald (Cephalanthero-Fagion) Orchideen-Buchenwälder 9180

Schlucht- und Hangmischwälder (Tilio-Acerion) Schlucht- und Hangmischwälder 91E0

Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 91U0

Kiefernwälder der sarmatischen Steppe Steppen-Kiefernwälder

Lebensraumklassen

Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:

Bild EUCode

Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Spanische Flagge 1078

Spanische Flagge Callimorpha quadripunctaria Schmetterlinge 150px|Alpenbock 1087

Alpenbock Rosalia alpina Käfer 150px|Bitterling 1134

Bitterling Rhodeus sericeus Fische und Rundmäuler 150px|Groppe 1163

Groppe Cottus gobio Fische und Rundmäuler 150px|Bechsteinfledermaus 1323

Bechsteinfledermaus Myotis bechsteinii Säugetiere 150px|Großes Mausohr 1324

Großes Mausohr Myotis myotis Säugetiere 150px|Biber 1337

Biber Castor fiber Säugetiere 150px|Grünes Besenmoos 1381

Grünes Besenmoos Dicranum viride Moose

Bedeutung Im Schutzgebiet, das Zentrum des Durchbruchstals der Donau durch die Schwäbische Alb mit Altwasserarmen und Umlaufbergen, gibt es eine enge Vernetzung von Extremstandorten (primär waldfreie, xerotherme Felsen, Schutthalden), einen hohen Anteil an natürlichen bzw. naturnahen Standorten mit besonders vielen seltenen und gefährdeten Arten, Burgruinen und Resten ehemaliger Befestigungen, prähistorisch-archäologisch bedeutsamen Höhlen oder Balmen.

Zusammenhängende Schutzgebiete Mit dem FFH-Gebiet „Oberes Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen“ sind der „Naturpark Obere Donau“, die FFH-Gebiete „Schmeietal“ (7820-341), „Donau zwischen Riedlingen und Sigmaringen“ (7922-342) und „Großer Heuberg und Donautal“ (7919-311), die Naturschutzgebiete „Stiegelesfels-Oberes Donautal“ (3.271) und „Untere Au“ (4.205), die Landschaftsschutzgebiete „Donau- und Schmeiental“ (4.37.036), „Feldmarkung Irndorf“ (3.27.064) und „Donautal mit Bära- und Lippachtal“ (3.27.060) sowie das Vogelschutzgebiet „Südwestalb und Oberes Donautal“ (7820-441) als zusammenhängende Schutzgebiete ausgewiesen.

Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg

Weblinks

Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Oberes Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen“

Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUBW

Das Schutzgebiet bei der Europäischen Umweltagentur (European Environment Agency); englisch

Einzelnachweise

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