mini|225px|Ignaz von Stürmer im hohen Alter, Lithographie von F. Lieder (um 1825) Freiherr Ignaz Lorenz von Stürmer (* 21. August 1750 oder 1752Rudolf Agstner: Österreich in Istanbul: K. (u.) K. Präsenz im Osmanischen Reich, LIT, Münster 2010, S. 27 u. 106f., ISBN 3-643-50230-3 in Wien; † 1. Dezember 1829 ebenda) war ein österreichischer Diplomat und Orientalist.

Leben Herkunft und Familie Ignaz Lorenz von Stürmer wurde in Wien als Spross einer aus dem Fränkischen eingewanderten Familie geboren. In Konstantinopel heiratete er am 26. November 1786 Elisabeth (1769–1846) geb. Testa, eine Tochter des österreichischen Internuntius Bartholomäus von Testa (1723–1809). Das Ehepaar hatte zwei Söhne: Bartholomäus von Stürmer (1787–1863), österreichischer Diplomat, und Karl von Stürmer (1792–1853), österreichischer Militär

Werdegang Als Sechzehnjähriger trat er in Wien dem Orden der Gesellschaft Jesu bei und widmete sich philosophischen Studien. Nach Aufhebung des Ordens (1773) studierte er Rechtswissenschaften, bevor er 1776 in die k.k. Akademie für Orientalische Sprachen eintrat. Bis 1780 beteiligte er sich u. a. an der Arbeit zu dem in diesem Jahr herausgegebenen „Lexicon Arabico-Persico-Turcicum“ von Franciszek a Mesgnien Meniński.

Als Absolvent der Akademie trat er 1780 in den auswärtigen Dienst der Habsburgermonarchie und wurde als Dolmetscher bzw. Dragoman dem Internuntius Peter Philipp Herbert Freiherr von Rathkeal in Konstantinopel (heute: Istanbul) zugeteilt.Marie de Testa, Antoine Gautier: Drogmans et diplomates européens auprès de la porte ottomane, Isis, Istanbul 2003, ISBN 975-428-258-7 In dieser Funktion konnte er im Oktober 1789 die Eroberung Belgrads durch Gideon Ernst von Laudon und die Kapitulation des Osmanischen Reichs im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg zum Abschluss bringen.

1793 in die Staatskanzlei berufen und 1801 zum Hofrat ernannt, kehrte er 1802 als Internuntius und bevollmächtigter Minister nach Konstantinopel zurück.Erwin Matsch: Der Auswärtige Dienst von Österreich(-Ungarn) 1720–1920, Böhlau, Wien 1986, S. 109, ISBN 3-205-07269-3 1800 wurde Stürmer in den Ritter- und 1813 in den österreichischen Freiherrenstand erhoben, ferner Geheimer Rat und mit dem Komturkreuz des k.u. Sankt Stephans-Ordens ausgezeichnet.Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Bd. 9, Voigt, Weimar 1870, S. 102 f. 1818 nach Wien abberufen und 1819 zum Staats- und Konferenzrat ernannt, wurde Stürmer mit der Leitung der Abteilung für inländische Angelegenheiten bei der Hof- und Staatskanzlei betraut.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Diplomat des Kaisertums Österreich Kategorie:Österreichischer Botschafter im Osmanischen Reich Kategorie:Jurist im auswärtigen Dienst Kategorie:Orientalist Kategorie:Dragoman Kategorie:Hofrat Kategorie:Geheimer Rat (Habsburgermonarchie) Kategorie:Träger des k.u. Sankt Stephans-Ordens (Komtur) Kategorie:Freiherr Kategorie:Jesuit Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Geboren im 18. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1829 Kategorie:Mann