Roberto Gavaldón Leyva (* 7. Juni 1909 in Jiménez; † 4. September 1986 in Mexiko-Stadt) war ein mexikanischer Filmregisseur und Drehbuchautor.

Leben Gavaldón wurde in Jiménez geboren und zog mit seiner Familie 1919 nach Mexiko-Stadt. Er ging nach Los Angeles, wo er Zahnmedizin studierte.Roberto Gavaldón auf biografiasyvidas.com Er begann sich für den Film zu interessieren und erste Assistenzarbeiten zu übernehmen, bevor der Anfang der 1930er-Jahre nach Mexiko zurückkehrte. Hier war er zunächst als Statist in verschiedenen mexikanischen Filmen zu sehen und sammelte Filmerfahrung als Regieassistent unter anderem von Gabriel Soria und Robert Quigley. Mit Quigley drehte Gavaldón 1936 seinen ersten eigenen Film in Koregie, Cielito lindo. Es folgten unter anderem La tierra del mariachi (Koregie mit Raúl de Anda) sowie mit El conde de Montecristo (mit Chano Urueta, 1942; nach Alexandre Dumas der Ältere) und Naná (mit Celestino Gorostiza, 1944; nach Émile Zola) literarische Stoffe.

Sein Langfilmregiedebüt und erster großer Erfolg im Heimatland wurde 1945 La barraca nach dem gleichnamigen Roman des Spaniers Vicente Blasco Ibáñez. Im Film besetzte Gavaldón neben Dolores del Río auch zahlreiche Spanier, die aufgrund des Spanischen Bürgerkriegs nach Mexiko emigriert waren. Der Film erhielt bei der Verleihung der ersten Premio Ariel zahlreiche Preise und Nominierungen, so wurde er unter anderem als Bester Film ausgezeichnet. Beim ersten Premio Ariel war Gavaldón zudem mit seinem Film Corazones de México vertreten; El socio und Rayando el sol wurden im folgenden Jahr mit Preisen und Nominierungen bedacht.

Häufig arbeitete Gavaldón im Laufe seiner Karriere mit Drehbuchautor Javier Revueltas sowie dem Kameramann Gabriel Figueroa zusammen.Patricia Torres San Martín: Roberto Gavaldón. In: Daniel Balderston, Mike Gonzalez, Ana M. Lopez (Hrsg.): Encyclopedia of Contemporary Latin American and Caribbean Cultures. Routledge, 2002, S. 632. Oft widmeten sich seine Filme dem Dunklen und Obskuren sowie Mystischem, exemplarisch sichtbar am 1960 erschienenen Macario, der im Folgejahr für einen Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert war. Zudem galt Gavaldón als „Meister des Melodrams“.

Neben seiner Filmarbeit engagierte sich Gabaldón auch politisch. Er wurde Mitbegründer des Sindicato de Trabajadores de la Producción Cinematográfica (STPC) und stand der Sección de Directores als Generalsekretär vor. In den 1950er-Jahren war er zudem als Kongressabgeordneter tätig.

Roberto Gavaldón galt in den 1940er-Jahren als neuer Filmemacher, der sich mit bissigen und im Gegensatz zum populären Kino eines Emilio Fernández auch unsentimentalen Filmen hervortat.Liam White: Mitchum, Mexico and the Good Neighbours Era. Andrews UK, 2014, unpag. Wesentlich für seine Filme ist das Stilmittel der Wiederholung, seine Filme sind gekennzeichnet von „extremer Perfektion“.„extremo perfeccionismo“; Vgl. auf cinemexicano.mty.itesm.mx In den 1960er-Jahren begann seine Bedeutung als Filmemacher abzunehmen, die Bewertung seiner Arbeit erfolgte zunehmend negativ, so wurde die Kühlheit seines Stils und auch die technische Perfektion der Bilder kritisiert. Gavaldón galt als „statischer Regisseur“, lange Zeit stand er so im Schatten von Regiegrößen des Goldenen Zeitalters des mexikanischen Films wie Fernández, Ismael Rodríguez und Julio Bracho. In den letzten Lebensjahren zog sich Gabaldón, der bis in die späten 1970er-Jahre drehte, schließlich vollständig aus der Öffentlichkeit ins Privatleben zurück und verstarb 1986 in Mexiko-Stadt. Erst kurz vor seinem Tod hatte eine Wiederentdeckung und positive Neubewertung seines Gesamtwerks begonnen. auf cinemexicano.mty.itesm.mx Im Jahr 1986 wurde er mit der Salvador-Toscano-Medaille der Cineteca Nacional für sein Lebenswerk geehrt.

Filmografie Als Regisseur 1945: La barraca 1946: Die Andere (La otra) 1946: Rayando el sol 1946: El socio 1947: La diosa arrodillada 1947: La vida íntima de Marco Antonio y Cleopatra 1948: Han matado a Tongolele 1948: A la sombra del puente 1948: Abenteuer auf Sizilien (Adventures of Casanova) 1950: Rosauro Castro 1950: La casa chica 1951: Verbrecherische Hände (En la palma de tu mano) 1951: Deseada 1951: Mi vida por la tuya 1952: Terminal del Valle de México 1952: El rebozo de Soledad 1952: La noche avanza 1953: El niño y la niebla 1953: Las tres perfectas casadas 1953: Acuérdate de vivir 1954: Sombra verde 1954: Camelia 1955: Der kleine Rebell (The Littlest Outlaw) 1955: De carne somos 1955: Después de la tormenta 1956: Viva revolución 1956: Die Rebellenbraut (La escondida) 1956: Historia de un amor 1958: La rebelión de la sierra 1958: El rayo de Sinaloa: La venganza de Heraclio Bernal 1958: Aschermittwoch (Miércoles de ceniza) 1958: Aquí está Heraclio Bernal 1959: Aufruhr der Gefühle (Flor de mayo (Topolobampo)) 1960: Macario 1960: El siete de copas 1961: Rosa blanca 1963: Días de otoño 1964: El gallo de oro 1965: Los hijos que yo soñé 1967: Rio Blanco 1970: Las figuras de arena 1970: La vida inútil de Pito Pérez 1972: Doña Macabra 1973: Don Quijote cabalga de nuevo 1974: La madrastra 1976: El hombre de los hongos 1977: Strand der Illusionen (La playa vacía) 1977: Las cenizas del diputado 1979: Cuando tejen las arañas

Auszeichnungen (Auswahl) 1946: Goldener Ariel sowie Silberner Ariel für die Beste Regie, Premio Ariel, für La baracca 1947: Nominierung Goldener Ariel und Nominierung Silberner Ariel für die Beste Regie, Premio Ariel, für Die Andere 1950: Nominierung Goldener Löwe, Internationale Filmfestspiele von Venedig 1950, für Rosauro Castro 1952: Nominierung Goldener Löwe, Internationale Filmfestspiele von Venedig 1952, für El rebozo de Soledad 1952: Goldener Ariel und Silberner Ariel für die Beste Regie, Premio Ariel, für En la palma de tu mano 1953: Nominierung Großer Preis des Festivals, Internationale Filmfestspiele von Cannes 1953, für Las tres perfectas casadas 1954: Nominierung Großer Preis des Festivals, Internationale Filmfestspiele von Cannes 1954, für El niño y la niebla 1954: Goldener Ariel und Silberner Ariel für die Beste Regie und das Beste Drehbuch, premio Ariel, für El niño y la niebla 1954: Nominierung Goldener Löwe, Internationale Filmfestspiele von Venedig 1954, für Camelia 1955: Nominierung Goldener Löwe, Internationale Filmfestspiele von Venedig 1955, für Después de la tormenta 1956: Nominierung Goldene Palme, Internationale Filmfestspiele von Cannes 1956, für La escondida 1958: Nominierung Goldener Bär, Internationale Filmfestspiele Berlin 1958, für Miércoles de ceniza 1959: Nominierung Goldener Bär, Internationale Filmfestspiele Berlin 1959, für Flor de mayo (Topolobampo) 1960: Nominierung Goldene Palme, Internationale Filmfestspiele von Cannes 1960, für Macario 1986: Salvador-Toscano-Medaille der Cineteca Nacional für sein Lebenswerk

Weblinks

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Einzelnachweise

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