miniatur|Der Donjon von Clitheroe Castle im August 2007 Clitheroe Castle ist eine Burgruine in der Stadt Clitheroe in der englischen Grafschaft Lancashire. Die frühmittelalterliche Burg war der Caput des Honour of Clitheroe, eines weitläufigen Anwesens in den Pennines.
Die Anfänge ihrer Geschichte liegen im Dunkeln, aber sie soll normannischen Ursprungs sein, vermutlich im 12. Jahrhundert gebaut. Das Anwesen gehörte der Familie De Lacy und fiel später an das Earldom und schließlich das Herzogtum Lancaster. 1660 kam die Burg in den Besitz von George Monck, 1. Duke of Albemarle und blieb bis 1920 in privater Hand. Dann wurde sie an die Bevölkerung von Clitheroe zum Bau eines Kriegerdenkmals verkauft. Heute ist in den Gebäuden das Clitheroe Castle Museum untergebracht.
Der Donjon ist der zweitkleinste bis heute erhaltene steinerne Donjon in England. Seit 10. April 1915 gilt die Burgruine als Scheduled Monument. English Heritage hat sie seit 19. Mai 1950 als historisches Gebäude I. Grades gelistet.
Geschichte Hintergrund Nach der normannischen Eroberung Englands war die angelsächsische Harde Blackburnshire Teil eines Lehens, das an Roger Poitevin vergeben wurde, und das Domesday Book zeigt, dass er es an Roger de Busli und Albert de Gresle weitervergeben hatte. Clitheroe wird namentlich nicht genannt und man nimmt an, dass Blackburn früher das Verwaltungszentrum war. Während der Regentschaft von Wilhelm Rufus gab De Poitou Blackburnshire und das Gebiet von Bowland nördlich des River Ribble (unter Craven im Domesday Book) an den englischen Baron Pontefract, Robert de Lacy. Als De Poitou 1102 seine englischen Ländereien verlor, erlaubte König Heinrich I. De Lacy nicht nur, diese Ländereien zu behalten, sondern gab ihm noch die von Chipping, Aighton und Dutton dazu. Clitheroe wurde das Zentrum dieses Honours.
Das Tal des River Ribble bildete lange Zeit eine wichtige Transportroute; eine römische Straße verläuft dort nur wenig südlich des Burggeländes. Der steile Kalksteinfelssporn, der sich 39 Meter über das umgebende Land erhebt, ist strategisch günstig gewählt, um den Durchgang zu sperren und einen guten Ausblick über die Umgebung zu erhalten.
Ursprung miniatur|links|Der Duke of Albemarle erhielt die Burg 1660 von König Karl II. miniatur|Der Donjon und ein Teil der bis heute erhaltenen Kurtine. miniatur|Die Stallungen und das Gerichtsgebäude, spätere Zubauten von der Kurtine aus. miniatur|Gravierung, geschaffen für A history of the original Parish of Whalley, and honor of Clitheroe, 4. Auflage, auf seiner um 1650 entstandenen Skizze. Ein Dokument aus dem 14. Jahrhundert namens Historia Laceiorum schreibt den Bau der Burg Robert de Lacy († 1193), dem Enkel des ersten Robert de Lacy, zu. Auch wenn es allgemein anerkannt ist, dass er den Donjon bauen ließ, nimmt man an, dass einige der Befestigungen auf dem Burggelände damals bereits existierten.
Man hat darüber spekuliert, ob eine hölzerne Festung an dieser Stelle bereits vor der normannischen Eroberung Englands existierte. Eine Referenz zu castellatu Rogerii pictaviensis im Eintrag im Domesday Book für das nahegelegene Barnoldswick hat zu der Ansicht geführt, dass sie erstmals vor 1086 von Roger Poitevin errichtet wurde. Andere sind der Ansicht, dass diese Passage sich eher auf Lancaster Castle bezieht.
Es wird angenommen, dass sich in Clitheroe 1102 eine Burg befunden habe, da Robert de Lacy Grundstücke, die vorher Orme le Engleis gehört hatten, in der Kernburg und darunter, an Ralph le Rous vergab. Eine Charta von 1122 erwähnt auch die Burgkapelle. Im Sommer 1138 verheerte eine schottische Streitmacht unter William FitzDuncan die Gegend und schlug eine englische Streitmacht in der Schlacht von Clitheroe. Auch wenn die Burg in den bekannten Berichten über die Schlacht nicht erwähnt wurde, könnte sie dennoch der Grund für die Wahl des Ortes der Schlacht gewesen sein.
Spätes 12. Jahrhundert bis 14. Jahrhundert Weitere Bauarbeiten ließ Ende des 12. Jahrhunderts Robert de Lacy († 1193) durchführen. Dieser starb ohne Erben und seine Ländereien fielen an seine Base und deren Enkel Roger, den Konstabler von Chester Castle. Dieser änderte seinen Familiennamen in De Lacy und seine Nachkommen waren ab 1232 auch Earls of Lincoln.
Wegen der Rebellion des Bruders Johann von König Richard I. in den 1190er-Jahren war die Burg mit einer Garnison belegt. Anfang des 14. Jahrhunderts wurden Reparaturen an den Gebäuden in der Burg ausgeführt und ein neues Tor gebaut. Nachdem Henry de Lacy, 3. Earl of Lincoln, 1311 in London gestorben war, ging das Eigentum an seinen Ländereien auf Thomas of Lancaster, 2. Earl of Lancaster, über, der mit der Tochter und Erbin Henry de Lacys, Alice, verheiratet war. Als Sir Adam Banastre 1315 eine Rebellion gegen den Earl anführte, war Clitheroe Castle eine der Burgen, von der Waffen geplündert wurden. Das Eigentum des Earls of Lancaster fiel nach dessen Verurteilung und Tod 1322 heim, seinem Bruder Henry wurden seine Ländereien zugesprochen, die später Teil des Herzogtums Lancaster wurden.
15. bis 17. Jahrhundert Im 15. Jahrhundert wurden weitere Reparaturarbeiten unternommen und 1425 eine neue Schlafkammer angebaut. In den Rosenkriegen ordnete König Eduard IV. Reparaturen für £ 200 an der Burg an, danach scheint sie verfallen zu sein. Aufzeichnungen des Herzogtums über das Honour zeigen, dass die Burg in den 1480er-Jahren sowohl einen Konstabler als auch einen Kustodian hatte. Ein Bericht von 1602 beschreibt die Burg als sehr ruinös und warnt davor, dass die Gebäude einzustürzen drohten. Ein weiterer Bericht von 1608 stellt fest, dass Teile der verfallenen Gebäude bereits eingestürzt seien.
1644, im englischen Bürgerkrieg, hinterließ Prinz Ruprecht auf seinem Weg zum Entsatz der parlamentaristischen Belagerung von York eine Garnison auf der Burg. Sie reparierten den Haupteingang und bestückten die Burg mit Vorräten, nur um sie nach der Niederlage der royalistischen Truppen in der Schlacht von Marston Moor wieder aufzugeben. Als sich die Miliz von Lancashire 1649 auflösen sollte, weigerte sie sich und besetzte die Burg eine kurze Zeit lang während eines Streites über nicht bezahlten Sold. Im selben Jahr fand sich Clitheroe Castle unter den Burgen, die auf Anweisung des Parlaments geschleift werden sollten, um ihre weitere militärische Nutzung zu verhindern. Allerdings ist nicht sicher, was daraufhin an der Burg tatsächlich zerstört wurde.
1660 vergab König Karl II. die Burg und ihr Honour als Belohnung an George Monck, 1. Duke of Albemarle, weil dieser ihm geholfen hatte, die Krone wiederzuerlangen. Ab dem Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Burg Sitz des Stewards des Honours.
18. Jahrhundert bis heute Das Eigentum an der Burg wurde anschließend in der Familie weitervererbt auf die Dukes of Buccleuch. Ein Grundriss der Burg von 1723 soll entstanden sein, als ein neues Haus für den Steward gebaut wurde. Aber es scheint, dass etwa in dieser Zeit ein großer Teil der verbleibenden Kurtine abgerissen wurde und an ihrer Stelle terrassierte Gärten angelegt wurden. Die Burg wurde bis 1822 als Verwaltungszentrum für Blackburnshire genutzt. Dann wurde für diesen Zweck die Stadthalle in der Church Street gebaut.
1848, als die Ruine des Donjons einzustürzen drohte, entschloss man sich, eine Reihe weiterer Reparaturen durchzuführen. Mindestens £ 221 wurden für die Arbeiten ausgegeben, die den Neubau des Treppenturmes, umfangreiche Arbeiten an der Ostecke, die teilweise Neuverkleidung innen und außen mit Kalkstein aus Chatburn und den Anbau einer Reihe von Strebewerken an der Südwest- und Südostwand umfassten.
Das Burganwesen erwarb das damalige Borough Council nach öffentlicher Ausschreibung im November 1920 von John Douglas-Scott-Montagu. 2. Baron Montagu of Beaulieu für £ 9500, um ein Kriegerdenkmal für die 260 Soldaten aus der Stadt zu bauen, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren.
Ende der 1980er-Jahre wurden an der Südostfassade der Donjons umfangreiche Erhaltungsarbeiten durchgeführt. Als Teil des Neuaufbaus des Museums wurden 2008 weitere Restaurierungsarbeiten am Donjon durchgeführt und die erste Prospektion einschließlich Versuchsgrabungen auf dem Gelände abgeschlossen.
Aufbau miniatur|links|Nur eine dieser Öffnungen soll ein Eingang gewesen sein. miniatur|links|Die Nordwestseite des Inneren des Donjons zeigt die Öffnungen im 1. Obergeschoss (Die Tür begrenzt den Zugang zum Treppenhaus.) Das Dokument über das Scheduled Monument klassifiziert Clitheroe Castle als Enclosure Castle, weil das wichtigste Verteidigungswerk die Kurtine war, die um das Gelände verlief. Es handelte sich im Wesentlichen um eine Motte, die den natürlichen Felssporn als Mound nutzte. Der Donjon ist der zweitkleinste aus Stein gebaute in England. Nachdem der Donjon so klein war, vermutet man, dass andere wichtige Gebäude, wie der Rittersaal, an der Stelle gestanden haben müssen, an der heute die Lehrreihe steht. Ein Bericht von 1602 erwähnt „Mr Audior's chamber“, den Rittersaal und die Speisekammer. Wahrscheinlich gab es dort auch noch Stallungen und Wohngebäude für die dort stationierten Soldaten. In der Südwestecke des Geländes neben dem Haus des Stewards befand sich früher der Küchengarten. Der mittelalterliche Donjon und Teile der Kurtine sind bis heute erhalten, die mittelalterlichen Gebäude der Vorburg gibt es nicht mehr. Es existieren unterirdische Überreste des Eingangsgebäudes zur Burg und weiterer Gebäude. Ein Dokument von 1304 erwähnt Gräben und Burggräben, von denen man glaubt, dass sie etwas entfernt von der Burg weiter unten gelegen waren, aber diese wurden seither verfüllt. Der Fußweg, der den Mound bis zum Donjon hinaufführt, und der westliche Zugangsweg zur Burg sind vermutlich spätere Zubauten.
Der Donjon Der Donjon ist ein rechteckiger Turm mit flachen Pilastern an den Ecken, die Wehrtürmen ähneln, und 2,7 Meter dicken Wänden an der Basis. Das Erdgeschoss soll von oben durch eine Falltür zugänglich gewesen sein und an drei Seiten (mit Ausnahme der Nordwestmauer) zurückgesetzte Schießscharten in den Mauern gehabt haben. Zwei davon sind in Eingänge umgewandelt, der dritte an der Südwestmauer ist zugemauert worden. Der Haupteingang zum Donjon befand sich im ersten Obergeschoss an der Nordwestseite und war über eine Außentreppe zugänglich. Daneben, im westlichen Eckturm, ist der untere Eingang zu einer Wendeltreppe, die heute bis auf 14 Meter über dem Boden nach oben führt, etwas höher als die anderen bis heute erhaltenen Mauern. Der Donjon hatte vermutlich eine Brüstung mit mindestens einer Tourelle oberhalb der Wendeltreppe. Im ersten Obergeschoss gab es eine weitere Tür in der Südwestmauer und zurückgesetzte Schießscharten in den anderen Mauern. Die Tür könnte zu den Ringmauern der angrenzenden Kurtine geführt haben. Was heute ein weiterer Durchgang daneben zu sein scheint und durch einen rechtwinkligen Durchgang in den Donjon führt, war tatsächlich eine Mauerkammer mit Tonnengewölbe, die vermutlich an ihrem Ende eine Schießscharte in der Mauer hatte, die heute aufgebrochen ist. Diese Kammer könnte ein Aborterker gewesen sein, aber dies ist strittig. Die Mauern darüber zeigen keine Spuren irgendwelcher Öffnungen, nicht einmal zum Treppenhaus. Die Restaurierungsarbeiten könnten jeden Beweis für einen Durchgang zu einem eventuellen zweiten Obergeschoss mit Schlafkammern entfernt haben, oder die Mauern verdeckten ein geneigtes Dach, ähnlich dem am Donjon von Peveril Castle. Es gibt auch keine Hinweise auf offene Kamine in irgendeinem Teil des Donjons. Für die Reparaturen, die während der Restaurierung durchgeführt wurden, verwendete man Kalkstein aus Steinbrüchen im nahegelegenen Dorf Chatburn, sodass man die Zubauten heute identifizieren kann.
Das Loch