Die Pentax K-1 ist das erste digitale Spiegelreflexkameragehäuse mit einem Bildsensor im Kleinbildformat (24 mm × 36 mm), das vom japanischen Hersteller Ricoh unter der Marke Pentax vertrieben wird.

Geschichte Am 18. Februar 2016 veröffentlichte Ricoh die Daten. Das Kameragehäuse wurde am 25. Februar 2016 als neues Spitzenmodell der Produktpalette in Tokio auf der Messe CP+ 2016 vorgestellt. Im März 2017 erhielt es den iF Design Award. Im Oktober 2017 hat das Modell den German Design Award 2018 gewonnen.

Zentrale Komponente ist ein von Sony entwickelter CMOS-Sensor, bei dem die A/D-Wandler für die Signalwandlung direkt auf dem Chip untergebracht sind. Der Sensor ist ohne Anti-Aliasing Filter und bietet so eine höhere Bildschärfe; falls Moire Muster auftreten sollten, können diese über Microbewegungen des Sensors unterdrückt werden. Er bietet eine effektive Auflösung von 36,4 Megapixeln auf 862 mm² und eine maximale Bildgröße von 7360 × 4912 Pixel. Die Kamera hat derzeit das kompakteste Gehäuse für eine Spiegelreflexkamera im Kleinbildformat. 2016 gewann die Kamera den TIPA Photo & Imaging Award in der Kategorie Best Full-Frame DSLR Expert.TIPA Pentax K-1Gewinner der Technical Image Press Association 2016 Seit dem 27. April 2016 ist sie in Europa im Handel erhältlich.

K-1 II Am 22. Februar 2018 kündigte Ricoh die Pentax K-1 Mark II an.Pentax bringt mit der K-1 Mark II eine verbesserte Vollformat-DSLR, digitalkamera.de Sie ist eine Weiterentwicklung der bestehenden K-1 und löst diese als Spitzenmodell ab. In der mechanisch baugleichen Kamera wird der schon in der K-70 und KP eingesetzte Zusatzprozessor (Accelerator Unit) in das Top-Modell eingeführt, der das Rauschverhalten sowohl im RAW als auch JPG Format verbessert, dabei aber die Detailzeichnung bewahren soll. Der ISO-Bereich für Photos wird auf 819200 und für Videos auf 25600 erweitert. Der Pixelshift Mode wird um eine dynamische Version erweitert, sodass man jetzt auch Freihand PSR-Bilder aufnehmen kann, dabei wird das natürliche Wackeln des Fotografen für das PSR genutzt und die Shake Reduktion bleibt dabei aktiv.Produktseite des Herstellers (englisch)Produktseite des Herstellers zur K-1 IIDatenblatt der K-1 Mark II Die Autofokus-Algorithmen werden erweitert, es wird auf die Entwicklungen und Erfahrungen der KP zurückgegriffen.digitalkamera.de Die Markteinführung wurde für April 2018 angekündigt.Pressemitteilung zur K-1 II von Pentax Deutschland Pentax bietet an, eine K-1 mit der geänderten Hardware und neuen Funktionen der Mark II kostenpflichtig nachrüsten zu lassen.K-1 Hardware Update Service, Ricoh Seit dem 27. März 2018 ist sie in Deutschland im Handel.

Wichtige Merkmale Das Sensorformat entspricht mit 35,9 mm × 24 mm dem Kleinbildformat. Für das Bildstabilisierungs-System Shake Reduction (SR) gibt der Anbieter eine Wirksamkeit von bis zu fünf LW gemäß CIPA-Standard an. Der 3D-Bildstabilisator ist im Gehäuse eingebaut und kann durch Bewegung des Sensors Verwacklungen in allen drei Achsen und Rotationen korrigieren. Er funktioniert mit allen Objektiven, bei älteren oder adaptierten Objektiven muss gegebenenfalls die verwendete Brennweite manuell im Menü ausgewählt werden. Dieses System des Bildstabilisators bietet noch zwei weitere Funktionen.

Die eine unterdrückt den Moiré-Effekt, da man zur Steigerung der Auflösung auf einen Antialiasing-Filter verzichtet hat. Dazu kann das SR-System während der Belichtung in zwei Stufen bewegt werden, um das Aliasing durch eine Bewegungsunschärfe im Subpixelbereich zu unterdrücken. Zusätzlich sind Photoreihen möglich, damit man nachträglich die beste Aufnahme auswählen kann. Die Bewegungsfrequenz dafür liegt bei 500 Hz und arbeitet sicher bis zu Verschlusszeiten von 1/1000 Sekunde, bringt aber auch bis 1/8000s Verbesserungen des Bildes.PENTAX K-3 AA filter simulator, YouTube

Die zweite Funktion ist eine (Tilt)-Shift-Funktion, mit der es möglich ist, den Sensor in 24 Stufen um ±1,5 Millimeter horizontal und vertikal zu bewegen und den Sensor in acht Stufen um ±1 Grad um die optische Achse zu verdrehen. Damit erreicht man eine Bildausschnittsanpassung. Des Weiteren wird über diesen Mechanismus die Astro-Tracer-Funktion realisiert, so dass bei sehr langen Belichtungszeiten die Sterne nicht als Strichspuren, sondern als Punkte dargestellt werden.Kamera Pentax K-1: Spiegelreflexkamera für hohe Ansprüche, test.de vom 3. August 2016, abgerufen am 10. November 2016.

In der Kamera ist wie in der Pentax K-3 II die Pixel Shift Resolution-Funktion eingebaut. Dabei werden vier in schneller Folge aufgenommene Einzelbilder automatisch kombiniert, wobei der Bildsensor jeweils um ein Pixel (etwa 4 µm) bewegt wird. Das führt dazu, dass alle vier Subpixel des Bayer-Patterns des Bildsensors (zweimal Grün, einmal Rot und einmal Blau) an derselben Stelle aufgezeichnet werden. Damit wird für jedes Pixel das gesamte Farbspektrum aufgezeichnet. Das Ergebnis ist eine genauere Farbwiedergabe für jedes Pixel und eine höhere Auflösung.K-3 II Produktseite der K-3 II des Anbieters Herstellers (englisch) Diese Aufnahmen sind jetzt auch aus der Hand möglich. Die Pixel-Shift-Bilder können sowohl als JPEG als auch im Rohdatenformat gespeichert werden. In der entsprechenden Rohdatendatei sind die vier Einzelaufnahmen vorhanden. Zur Zeit können diese Rohdatendateien nur von Pentax' proprietärem Rohdaten-Konverter DCU, von einer DCRaw-Modifikationtomtor/dcrawps: dcraw fork with Pentax Pixel Shift support, GitHub und von RawTherapeeRawTherapee Blog ab Version 5.1 entwickelt werden. Die anderen, großen Anbieter von Rohdaten-Entwickler-Software können das Pixel-Shift-Raw-Format noch nicht verarbeiten.

Die Kamera verfügt wie die K3-II über GPS und arbeitet mit GPS QZSS und SBAS Satelliten, dabei werden Länge, Breite, Höhe (WGS84), Uhrzeit und Ausrichtung zum Objekt in den Bildern eingetragen, zusätzlich sind Wegstreckenaufzeichnung im KML-Format und Zeitsynchronisation möglich.

Die Stromversorgung leistet ein wiederaufladbarer Lithium-Ionen-Akku vom Typ D-LI90, der schon in zahlreichen anderen Modellen des Herstellers verwendet wurde. Bei angesetztem Batteriegriff D-BG6 kann die Versorgung aus dem Batteriegriff entweder mit einem weiteren Lithium-Ionen-Akku oder mit sechs NiMH-Akkus der Bauform AA erfolgen.

Das Gehäuse ist mit 87 Dichtungen gegen Spritzwasser, Feuchtigkeit, Sand und Staub abgedichtet.

Das Gewicht beträgt ohne Akku und Speicherkarten 925 g, betriebsbereit 1010 g. Die Maße der Kamera sind 136,5 mm × 110 mm × 86,5 mm (B × H × T). Ein als Zubehör erhältlicher Batteriegriff ist ebenfalls gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Die Kamera ist nach Angaben des Anbieters für den Dauerbetrieb im Temperaturbereich von −10 °C bis +40 °C vorgesehen.

Im Videomodus sind die Auflösungen Full HD (1920 × 1080, 60i/50i/30p/25p/24p), 4K (nur K-1 II) und HD (1280 × 720, 60p/50p/30p/25p/24p) vorhanden; die Datenformate sind dabei H.264/MPEG-4 AVC (MOV) für Videos oder Motion JPEG (AVI) bei Interval Film-Aufnahmen in 4K. Die Belichtung und der Ton sind manuell steuerbar. Anschlüsse für Stereomikrofon und Kopfhörer mit standardisierten 3,5 mm Klinkensteckern sind vorhanden.

Urheberrechtsinformationen und der Name des Fotografen können von der Kamera direkt in die Exif-Daten der Bilder eingebettet werden.

Die Kamera hat einen HDR-Modus integriert, mit dem sich auch Freihand-HDR-Aufnahmen aufnehmen lassen. Die Kamera nimmt drei Bilder mit bis zu ±3 LW (einstellbar auch auf ±1 LW oder ±2 LW) auf und richtet die Bilder automatisch aneinander aus. Die Stärke des Effekts ist automatisch sowie in vier Stufen wählbar. Das Ergebnis kann auch im Rohdatenformat gespeichert werden.

Eingebaut ist eine zweiachsige elektronische Wasserwaage, die bei der Ausrichtung der Kamera hilft. Sie kann auch zur automatischen Ausrichtung der Bilder bei der Aufnahme durch den beweglich gelagerten Bildsensor genutzt werden.

Als erster Anbieter hat Ricoh die Kamera mit einer zuschaltbaren Beleuchtung des Kartenfachs, das mit zwei Plätzen für Speicherkarten ausgestattet ist, sowie des Bedienfelds auf der Rückseite, der Kabelauslöserbuchse und der Objektivaufnahme ausgestattet; dies erleichtert die Arbeit bei schlechten Lichtverhältnissen oder in der Nacht.

Bei allen Objektiven der Pentax-Baureihen DA (außer Fisheye 10–17 mm), DA*, DAL, D-FA, den jeweils baugleichen Samsung D-Xenon und D-Xenogon sowie drei FA-Limited-Objektiven (31 mm 1,8, 43 mm 1,9 und 77 mm 1,8) kann die Verzeichnung und laterale chromatische Aberration (Farbquerfehler) schon bei der Aufnahme von der Kamera korrigiert werden. Wenn diese Funktion aktiviert ist, verlängert sich allerdings die bis zum Abspeichern benötigte Rechenzeit deutlich.

Bei Pentax-Objektiven wird erkannt, ob sie für Kleinbild oder für APS-C gedacht sind, und es kann automatisch in den entsprechenden Aufnahmemodus geschaltet werden; diese Automatik ist abschaltbar. Zusätzlich kann man mit ihr ab der Firmwareversion 1.30 auch in einen eins-zu-eins Modus schalten mit denen man quadratische Bilder mit 4912 × 4912 Pixeln (24 Megapixel) erstellen kann.

Hinzugekommen ist eine zweiteilige Verriegelung zum einen für Einstellrad, Lichtwertkorrektur, ISO, Grüne Taste, AE-Lock und zum anderen für 4-Wege-Regler, AF-Punkt Wechseltaste, OK-Taste, Menu-Taste. Das verhindert, dass beim Tragen versehentlich die Einstellungen verändert werden.

Bajonett und Objektive Das KAF2-Bajonett ist rückwärtskompatibel mit allen K-Bajonett-Objektiven, die seit 1975 gebaut wurden. Kontakte zur Ansteuerung von Objektiven mit Fokussierung per Ultraschallmotor sind vorhanden. Daneben verfügt die K-1 über einen gehäuseinternen Autofokusmotor, welcher Pentax-AF-Objektive ohne eigenen Motor antreibt. Auch die speziell für APS-C entwickelten Objektive können an der Kamera über einen (abschaltbaren) Crop-Modus genutzt werden; die Bilder haben dann eine Größe von 15 Megapixel. Die Abblendmöglichkeit dient der Schärfentiefen-Vorschau. Für die digitale Bildvorschau wird eine Probeaufnahme auf dem Monitor angezeigt, die abgespeichert werden kann.

Darüber hinaus unterstützt die K-1 ab der Firmwareversion 1.30 auch die neue Version KAF4 des K-Bajonetts, bei dem die Öffnungsweite der Objektivblende erstmals mit geeigneten Objektiven stufenlos elektronisch gesteuert werden kann.

Derzeit wird mit 15 kleinbildtauglichen Objektiven, darunter 5 Zooms, der Brennweitenbereich von 15 bis 560 mm abgedeckt. Einzelne DA-Objektive sind mit mehr oder weniger starken Einschränkungen auch ohne die Beschränkung auf das Cropformat nutzbar. Insbesondere zeichnen sie das quadratische 1:1-Format oft mit ausreichender Qualität aus.

Technische Beschreibung Der Belichtungsindex lässt sich von ISO 100 bis ISO 204.800 automatisch und manuell einstellen, die Zwischenwerte sind in Halb- oder Drittelstufen einstellbar. Die Verschlusszeiten sind von 1/8000 bis 30 Sekunden einstellbar, dazu gibt es Langzeitbelichtung (B) und Blitzsynchronzeit (X) 1/200 Sekunde. Die Langzeitbelichtung ist zusätzlich zur manuellen Auslösung im Bereich von 10 Sekunden bis 20 Minuten per Timer programmierbar. Die Bilder können in den drei Formaten JPG (drei Qualitätsstufen), PEF (ein Pentax-eigenes Rohdatenformat) und dem standardisierten DNG-Format abgespeichert werden. Bilder werden in den Rohdatenformaten mit 14-Bit-Auflösung gespeichert. Für jeden ISO-Wert kann die Stärke der Rauschreduktion einzeln eingestellt werden.

Die Belichtungsmessung erfolgt mit einem RGB-Sensor mit 86.000 Pixeln, die als Matrix, mittenbetont oder spotorientiert ausgewertet werden können. Korrekturen sind im Bereich von ±5 LW in ⅓-Schritten möglich.

mini|rechts|Entwurfsstudie zur Pentax K-1 von 2015 mit noch fehlenden Bedienelementen auf der Oberseite