Gösen ist Ortsteil des Marktes Floß im Bezirk Oberpfalz im Landkreis Neustadt an der Waldnaab.
Geographische Lage Das Dorf Gösen liegt ungefähr zwei Kilometer nordöstlich von Floß auf dem Ostufer des Gösener Baches 500 Meter nördlich der Staatsstraße 2395.Fritsch Wanderkarte Der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, Maßstab 1 : 50.000
Geschichte 13. und 14. Jahrhundert Die erste urkundliche Erwähnung von Gösen (auch: Geizzen, Gesen, Jesen) stammt aus dem Jahr 1261. In einer Urkunde bestätigte Ludwig Pfalzgraf bei Rhein und Herzog in Bayern dem Abt Johann des Klosters Waldsassen das Patronatsrecht auf Erlbach (= Ellenbach), Uelsenreuth (= Ilsenbach) und Geizzen (= Gösen) und den Zehnten in Slattin (= Schlattein).Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 33
Gösen wurde im niederbayerischen Salbuch aufgeführt. Dieses Salbuch stammt aus der Zeit zwischen 1269 und 1320. In diesem Verzeichnis wurden folgende zu Floß gehörigen Ortschaften genannt: Bergnetsreuth, Boxdorf, Diepoltsreuth, Ellenbach, Gösen, Grafenreuth, Hardt, Haupertsreuth, Kalmreuth, Niedernfloß, Oberndorf, Pauschendorf, Ritzlersreuth, Schlattein, Schönberg, Weikersmühle, Welsenhof, Würnreuth, Würzelbrunn.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 41, 42
Gösen wurde auch im Böhmischen Salbüchlein genannt. Ein Bauer Nikel in Gösen hat als Steuer 60 Eier und 8 Käse zu entrichten.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 53 Das Böhmische Salbüchlein enthielt Aufzeichnungen aus der Zeit von 1366 bis 1373 für alle Ortschaften, die im oben zitierten niederbayerischen Salbuch genannt wurden und zusätzlich Plankenhammer als hamer zu Mekenhofen.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 52–56
15. und 16. Jahrhundert Gösen ist im Salbuch von 1416/1440 verzeichnet. Die Abgaben für Gösen betrugen im Jahr 8 Käse, 60 Eier, 3 Schilling.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 78
Dieses Salbuch, mit Informationen über die zu Floß gehörenden Ortschaften stammt aus der Zeit 1416 bis 1440. In ihm erschienen folgende zu Floß gehörende Ortschaften, wie in den beiden älteren Salbüchern: Bergnetsreuth, Boxdorf, Diepoltsreuth, Ellenbach, Gösen, Grafenreuth, Hardt, Haupertsreuth, Niedernfloß, Oberndorf, Pauschendorf, Ritzlersreuth, Schlattein, Schönberg, Welsenhof, Würnreuth, Würzelbrunn.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 67–79 Es fehlten: Kalmreuth, Plankenhammer, Weikersmühle. Hinzu kamen: Fehrsdorf, Gailertsreuth, Konradsreuth, Meierhof, Wilkershof.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 67–79
In einem Verzeichnis der Mannschaften um das Jahr 1559 wurden die folgenden zu Floß gehörigen Ortschaften aufgeführt: Bergnetsreuth, Boxdorf, Diebersreuth, Diepoltsreuth, Ellenbach, Fehrsdorf, Gailertsreuth, Gösen, Grafenreuth, Hardt, Haupertsreuth, Höfen, Konradsreuth, Meierhof, Niedernfloß, Oberndorf, Pauschendorf, Plankenhammer, Ritzlersreuth, Schnepfenhof, Schönberg, Steinfrankenreuth, Weikersmühle, Welsenhof, Wilkershof, Würnreuth, Würzelbrunn.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 104–107 Für Gösen wurden die folgenden sieben Mannschaften verzeichnet: Michael Wagner, Georg Rösche, Mertenn Eysmann, Wolff Haunstain, Mertenn Pauer, Jobst Sumer, Georg Peer.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 105, 106
17. Jahrhundert Während des Dreißigjährigen Krieges zogen in den Jahren 1620 und 1621 die Mansfeldischen Soldaten durch Gösen. Dabei raubten sie den Bauern Geld, Vieh, Getreide, Lebensmittel, Kleidung, Wäsche, Betten, kupferne Pfannen und Töpfe, Werkzeuge, Waffen usw., fischten die Weiher ab und verbrannten und zerstörten die Bauernhöfe. Eine Schadensaufstellung für Gösen aus dem Jahr 1621 ergab einen Schaden von insgesamt 371 Gulden und 15 Kreuzer.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 168–195
Im Hof der Friedrichsburg in Vohenstrauß fand 1650 die Erbhuldigung gegenüber Pfalzgraf von Pfalz-Sulzbach Christian August statt. Gösen erscheint auf der Huldigungsliste mit den 4 Hofbesitzern: Hannß Jung, Georg Stahl, Hannß Stahl, Michael Jaccob.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 220, 221
Im Jahr 1652 wird Gösen beschrieben mit 2 Halbhöfen, 1 Gut. Seine Einwohner zu dieser Zeit waren 3 Ehepaare, 4 unmündige Kinder, 1 erwachsenes Kind. Das Vieh bestand aus 1 Pferd, 8 Ochsen, 7 Kühen, 13 Jungrindern, 5 Schweinen.Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 345, 346
18. Jahrhundert Eine Beschreibung des Fürstlichen Pflegamtes Floßerbürg aus dem Jahr 1704 verzeichnete für Gösen 4 Mannschaften, 2 halbe Höfe, 2 Gütlein.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 247, 248
In einer historisch-statistischen Beschreibung des Pflegamtes Floß von 1794 wurden aufgeführt für Gösen 2 Bauern, 2 Gütler, 1 Hirt, insgesamt 37 Einwohner.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 276
Um 1800 hatte Gösen 8 Häuser und 66 Einwohner.Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 340
19. Jahrhundert bis Gegenwart Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Gösen Steuerdistrikt und gleichzeitig auch Ruralgemeinde. Zum Steuerdistrikt Gösen gehörten außer Gösen noch das Dorf Konradtsreuth, der Weiler Plankenhammer und die Einöde Weikersmühle. Der Steuerdistrikt Gösen hatte insgesamt 176 Einwohner und 24 Wohngebäude.Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 416
Die Ortschaft Gösen hatte 1817 75 Einwohner und 9 Wohngebäude, 1861 59 Einwohner und 1961 90 Einwohner und 17 Wohngebäude.Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 433 Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Gösen in den Markt Floß eingegliedert.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 423
Einwohnerentwicklung der Gemeinde Gösen von 1861 bis 1961 + 1840–1910 Jahr Einwohner 1861 194 1871 189 1880 192 1890 160 1900 194 1910 217
+ 1919–1961 Jahr Einwohner 1919 242 1933 267 1939 243 1946 311 1952 264 1961 238
Historischer Atlas von Bayern, Altbayern, Heft 47, Heribert Sturm: Neustadt an der Waldnaab Weiden, Kommission für Bayerische Landesgeschichte, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz, 1978, ISBN 3769699122, S. 461
Denkmal In die Liste der Baudenkmäler in Gösen ist als einziges Objekt in Gösen der Stadel von Hausnummer 1, ein winkelförmiger Satteldachbau mit angebauter Wagenremise und Schupfe, bezeichnet 1859, eingetragen.
Hausnamen in Gösen Gaberl: Gösen 1, wahrscheinlich von Gabriel abgeleitet. Benno: Gösen 2, der Besitzer im Jahre 1700 kam aus Leichau und hieß Benno Gmeiner. Neubauer: Gösen 4, der Hof wurde seit vielen Generationen Neubauernhof genannt. Stahl-Erl: Gösen 6, ein früherer Besitzer hieß Erhard Stahl.Adolf Wolfgang Schuster: 1000 Jahre Floss, 1976, Verlag Marktgemeinde Floss, S. 394, 400
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Waldnaab Kategorie:Geographie (Floß, Oberpfalz) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) Kategorie:Ersterwähnung 1261 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972