Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im Februar 2005.

Tagesgeschehen Dienstag, 1. Februar 2005 mini|150px|Logo von Walter Bau Augsburg/Deutschland: Das Amtsgericht eröffnet gegen die Walter Bau AG ein Insolvenzverfahren. Walter Bau ist mit rund Mitarbeitern der viertgrößte Baukonzern in der Bundesrepublik. Frankfurt am Main/Deutschland: Ab 0.00 Uhr können Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2006 in Deutschland online bestellt werden. Gegen 16.00 Uhr sind bereits Tickets verkauft. Kathmandu/Nepal: Der nepalesische König Gyanendra setzt die Regierung des Landes ab, weil diese es nicht schaffte, die maoistischen Aufstände einzudämmen, und widmet sich sämtlichen Regierungsaufgaben allein.

Mittwoch, 2. Februar 2005 Jerusalem/Israel: Bundespräsident Horst Köhler bezeichnet im israelischen Parlament die „Verantwortung für den Holocaust“ als Teil der deutschen Identität. Der Auftrag der Opfer der Shoah an Deutschland laute, „nie wieder Völkermord zuzulassen“. Mainz, Nürnberg/Deutschland: Die Bundesagentur für Arbeit beziffert die Zahl der Arbeitslosen für den Monat Januar auf 5,037 Millionen. Der Volkswirt Wolfgang Franz schätzt die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf rund 6 Millionen für das Jahr 2004. „Viele Arbeitssuchende werden von den Statistiken nach wie vor nicht erfasst“, so Franz in einem Interview mit dem TV-Sender ZDF.

Donnerstag, 3. Februar 2005 Afghanistan: Ein Passagierjet vom Typ Boeing 737 der Gesellschaft Kam Air verschwindet auf dem Flug von Herat nach Kabul vom Radar der Fluglotsen. An Bord der Maschine sind 105 Menschen, darunter drei US-Amerikaner. Das Flugzeug zerschellt an einem Berg, es gibt keine Überlebenden. Berlin/Deutschland: Nach dem Drängen Israels wollen sich deutsche Außenpolitiker verstärkt für ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD einsetzen. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: US-Präsident George W. Bush beschuldigt den Iran des Terrorismus: „Der Iran bleibt der weltweit wichtigste staatliche Unterstützer von Terror. Er strebt nach Atomwaffen, während er seinem Volk die Freiheit verwehrt, die es begehrt und verdient.“ Der Iran weist den Vorwurf, unrechtmäßig Atomwaffen zu entwickeln, zurück. Das staatliche iranische Fernsehen nennt die Anschuldigungen eine Beleidigung von Staat und Volk.

Freitag, 4. Februar 2005 Bell County/Vereinigte Staaten: Ein US-Militärgericht auf der Basis Fort Hood verurteilt den Soldaten Javal Davis wegen der Beteiligung an Folterungen im Abu-Ghuraib-Gefängnis im Irak zu sechs Monaten Haft. Bormio/Italien: Die kroatische Ski-Rennläuferin Janica Kostelić wird Weltmeisterin in der alpinen Kombination. Kiew/Ukraine: Julija Tymoschenko wird vom ukrainischen Parlament als Premierministerin bestätigt. London/Vereinigtes Königreich: US-Außenministerin Condoleezza Rice beginnt in London ihre Antrittsreise in Europa, die sie anschließend nach Berlin und Paris führt. Thematisch steht das Engagement europäischer Streitkräfte im Rahmen der Internationalen Sicherheits­unterstützungs­truppe in Afghanistan im Mittelpunkt. Danach wird Rice Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete besuchen. Rice betont aus aktuellem Anlass, die Haltung des Iran im Atomstreit sei „eine Beunruhigung“ für die Welt. Die Möglichkeit zur friedlichen Nutzung der Atomenergie dürfe vom Iran nicht dazu genutzt werden, Zugang zu Atomwaffen zu erhalten.

Samstag, 5. Februar 2005 Berlin/Deutschland: Nach dem Berlin-Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice verteidigt der CDU-Politiker Wolfgang Schäuble die harte Haltung der USA im Atomstreit mit dem Iran. Es müsse „alles getan werden“, damit der Iran auf Nuklearwaffen verzichte, sagt Schäuble, dafür sei das Angebot zur Zusammenarbeit nötig, aber auch „militärischer Druck“. Kabul/Afghanistan: Das Wrack des seit zwei Tagen vermissten Passagierflugzeuges der Kam Air mit 104 Menschen an Bord wird 30 Kilometer südöstlich von Kabul entdeckt. Nach Regierungsangaben gibt es keine Überlebenden des Absturzes. Mumbai/Indien: Die Zeitung The Times of India berichtet, dass Polizisten in Izzatnagar im Nordwesten des Landes bei zwei mutmaßlichen Drogenhändlern knapp 254 g waffenfähiges Uran fanden, das inzwischen vom Bhabha Atomic Research Centre als „99-prozentiges Uran“ identifiziert wurde. Nach Angaben der Ermittler stammt es aus dem Kernkraftwerk Narora. Tiflis/Georgien: Der 35-jährige Giorgi Chewiaschwili, Mitarbeiter von Präsident Micheil Saakaschwili, hat sich – nur zwei Tage nach dem Tod des Regierungschefs Surab Schwania durch einen Gasunfall – in seiner Wohnung erschossen.netzeitung.de: Warschau/Polen: Eine Liste mit Namen ehemaliger Geheimdienst-Agenten, Informanten, aber auch Opfern aus der Zeit des Bestehens der Volksrepublik Polen wird im Internet publik. Dem ehemaligen Regimekritiker und Herausgeber der rechtskonservativen Tageszeitung Rzeczpospolita, Bronislaw Wildstein, gelang es, die unter Verschluss gehaltene Liste zu kopieren, weshalb sie auch „Lista Wildsteina“ () genannt wird. Die Verantwortung für die Verbreitung der Liste im Internet weist er jedoch von sich.

Sonntag, 6. Februar 2005 Bangkok/Thailand: Bei den thailändischen Parlamentswahlen erringt die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra einen unerwartet hohen Sieg und erhält 374 der 500 Parlamentssitze. Jacksonville/Florida: Die New England Patriots gewinnen den Super Bowl XXXIX mit 24:21 gegen die Philadelphia Eagles. In der Halbzeit singt Paul McCartney. Lomé/Togo: Nach dem Tod von Staatspräsident Gnassingbé Eyadéma bestimmt das togolesische Militär dessen Sohn Faure Gnassingbé zum Nachfolger. Die Aktion, die einem Militärputsch gleichkommt, stößt auf Widerstand in der Bevölkerung und im Ausland. London/Vereinigtes Königreich: Martin Mubanga, einer der vier aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo entlassenen britischen Staatsbürger, wurde in Camp X-Ray nach eigenen Angaben misshandelt. Einmal sei er bei einer Befragung gezwungen worden, sich in einer Ecke des Raumes zu erleichtern, sagt der in Sambia geborene und später in Großbritannien aufgewachsene Mann. Sein Befrager habe den Urin mit einem Lappen aufgewischt und ihn damit beschmiert. Rassistische und alle anderen Arten von Beleidigungen seien Alltag.

Montag, 7. Februar 2005 Berlin/Deutschland: Die türkische Gemeinde in Deutschland wirbt um Nachsicht für ihre Landsleute, die unerlaubterweise sowohl die türkische wie auch die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Nach dem seit 2000 geltenden Recht verliert derjenige seine deutsche Staatsangehörigkeit, der sich um eine weitere bemüht. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Rainer Lingenthal, eine von den Behörden genehmigte doppelte Staatsbürgerschaft sei die „absolute Ausnahme“. Berlin/Deutschland: Cornelie Sonntag-Wolgast, die Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, sprach sich gegen ein neues NPD-Verbotsverfahren aus. Sie bezweifelte, dass es dafür ohne Hilfe des Verfassungsschutzes ausreichend Material gebe. Die SPD-Politikerin plädierte für ein Verbot von Demonstrationen, bei denen Anhaltspunkte vorlägen, dass dort die NS-Diktatur verherrlicht werden solle. Auch die Unions-Innenexperten Hartmut Koschyk (CSU) und Thomas Strobl (CDU) sprachen sich für ein schärferes Versammlungsrecht aus. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Das defekte Weltraumteleskop Hubble wird nicht mehr repariert. Im Haushalt der NASA, der am 7. Februar in Washington vorgelegt wurde, sind die geschätzten Ausgaben von 750 Millionen US-Dollar für eine Rettungsmission für das defekte Teleskop nicht enthalten. Washington, D.C./Vereinigte Staaten: CIA gibt einige Geheimakten über Zusammenarbeit mit Nazis frei. Auf Druck von Historikern und Kongress-Abgeordneten hat sich der US-Geheimdienst zur Veröffentlichung geheimer Akten bereit erklärt, die Spionage-Einsätze früherer deutscher Nazis für die USA im Kalten Krieg gegen Moskau belegen. Die Erklärung der CIA am Montag erfolgte auf einen Offenen Brief hin, in dem 150 prominente US-Bürger die Freigabe der Akten forderten.

Dienstag, 8. Februar 2005 Atlantik: 60 Seemeilen nordöstlich der Färöer-Inseln sinkt kurz nach Mitternacht der isländische Frachter MS Jøkufelli. Von den elf Besatzungsmitgliedern aus Estland werden später fünf lebend aus dem Wasser geborgen. Bagdad/Irak: Bei einem Anschlag auf ein Rekrutierungsbüro der irakischen Armee in Bagdad sind min. 21 Menschen getötet und min. 27 weitere Personen verletzt worden. Basel/Schweiz: Die Schweizer Grossbank UBS hat einen Rekordgewinn von 8 Milliarden Schweizer Franken präsentiert. Im letzten Quartal des Jahres 2004 konnte sie den Umsatz um rund 12 % erhöhen. Finanzanalysten hatten schon einen hohen Gewinn erwartet, der präsentierte Ertrag liegt jedoch über den Erwartungen. Die Dividende wird um rund 15 % erhöht. Kopenhagen/Dänemark: In Dänemark finden Parlamentswahlen statt, dabei wird die amtierende Regierung von Anders Fogh Rasmussen bestätigt. Scharm asch-Schaich/Ägypten: Erstmals seit 2000 – in dem Jahr begann die Zweiten Intifada – findet ein Treffen zwischen einem israelischen Ministerpräsidenten und einem Präsidenten der Autonomiebehörde der Palästinensergebiete statt. Mahmud Abbas für die Autonomiebehörde und Ariel Scharon für Israel erklären nach dem Treffen einen Waffenstillstand.

Mittwoch, 9. Februar 2005 Berlin/Deutschland: Michael Herbig wird für seine Comdeysendungen mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Madrid/Spanien: Bei einem Bombenanschlag in Madrid werden auf dem Platz der Nationen 42 Menschen verletzt. Die Tat wird der baskischen ETA zugeschrieben. Pjöngjang/Nordkorea: Nordkorea hat erstmals offiziell den Besitz von Atomwaffen eingeräumt. Das Außenministerium in Pjöngjang erklärte am Mittwoch in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA, die Volksrepublik Nordkorea habe bereits „Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt“. Damit wolle sich der kommunistische Staat vor den USA schützen, denen Pjöngjang „eine unverhohlene Politik zur Isolierung und Erstickung“ Nordkoreas vorwirft. Es war die bislang klarste Äußerung Nordkoreas, dass das Land über Atomwaffen verfügt.

Donnerstag, 10. Februar 2005 Belutschistan/Pakistan: Nach schweren Unwettern und einem Bruch des Shakidor-Damms in Belutschistan sind mindestens 350 Menschen getötet worden. Berlin/Deutschland: Die rechtsextreme NPD kann nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ mit rund 700.000 Euro an Staatszuschüssen rechnen. Wolfgang Thierse will die Zuschüsse an alle in deutschen Parlamenten vertretenen Parteien Mitte Februar verkünden. Berlin/Deutschland: Die 55. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden mit dem Film Man to Man des Regisseurs Régis Wargnier eröffnet. Pjöngjang/Nordkorea: Die nordkoreanische Regierung hat den Ausstieg aus den Sechser-Gesprächen über ihr Atomprogramm erklärt und einen Ausbau ihres Kernwaffenarsenals angekündigt. Die Teilnahme an der internationalen Verhandlungsrunde werde für eine „unbefristete Periode“ ausgesetzt, weil die USA auf den Sturz der Regierung in Pjöngjang hinwirkten, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums, die am Donnerstagvormittag über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA und im nordkoreanischen TV verbreitet wurde. Zugleich werde Nordkorea „Maßnahmen zur Stärkung seines Atomwaffenarsenals“ ergreifen, um „seine Ideologie und sein Staatssystem zu schützen“. Windsor/Vereinigtes Königreich: Der britische Thronfolger Prinz Charles gibt seine Verlobung mit seiner langjährigen Freundin Camilla Parker Bowles bekannt.

Freitag, 11. Februar 2005