Longepierre ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Chalon-sur-Saône und zum Kanton Gergy. Der Ort hat Einwohner (Stand ). Die Einwohner werden scherzhaft Culneyés genannt. 300px|rechts|Karte von Longepierre
Geografie
Die Gemeinde liegt im äußersten Nordosten des Arrondissement Chalon-sur-Saône und grenzt im Süden und Osten an das Arrondissement Louhans. Die Gemeinde ist geprägt durch den DoubsLe Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr, der im Süden der Gemeinde teilweise die Grenze bildet. Der Doubs wird begleitet von Altwasser und zudem zieht sich durch die Gemeinde der Bief de LongepierreBief de Longepierre, Länge 3,9 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Longepierre, Mündung bei in Longepierre, Bief de Longepierre auf sandre.eaufrance.fr, von dem mehrere Arme den Bourg durchziehen. Durch die Gemeinde führt lediglich die Departementsstraße D503 von Clux-Villeneuve her. Die Gemeinde ist schwach bewaldet, lediglich in den Altwassergebieten finden sich häufig Pappelplantagen. Außer dem Bourg sind nur noch zwei Weiler besiedelt. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Blanchard, Casses, Champ-Bégon, Champ-Fillet, Champ-Robey, Creux-des-Brosses, Digue-de-Lavau, Ilet, Meix-de-Poiron, Paule, Pouge, Puillet, Richedry, Vieux-Moulin.
Klima Das Klima in Longepierre ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 797 mm Niederschläge.
Toponymie Der Ort wird erstmals 971 erwähnt: In pago Adamos, in villa que dicitur Adentenx et alio menso a Longapetra (Im Gau der Adamer, im Ort, der Adentenx genannt wird oder auch „Longa Petra“ – langer Stein). Während die Bezeichnungen für den Gau und den Ort noch gallischen Ursprungs sind, taucht die wohl neuere Bezeichnung Longa Petra in Latein auf. Sie deutet darauf hin, dass im Ort eine Römerstraße bestand, bei der das damals geschenkte Haus stand. Im 12. Jahrhundert taucht Longa Petra an Braysse auf und von da an bleibt die Ortsbezeichnung Longepierre.
Geschichte Das Gebiet von Longepierre ging 1291 ins Eigentum der Herzöge von Burgund über, die es bald zu einer Baronie erhoben. 1500 war Philippe de Longwy, 1510 Guillaume Lallemand Herren des Ortes und 1544 war Nicolas Pouffier de Taniot Baron von Longepierre, 1680 schließlich folgte Hilaire-Bernard de Requeleyne. Dieser war ein bekannter Schriftsteller und Übersetzer griechischer Autoren.
1592 bestand eine Burg mit Wassergräben unweit der Kirche. Champ-Bégon, südlich des Doubs, war ein Lehen der Herren von Longepierre, die Bezeichnung gehe auf das alte Wort becco (le bec) zurück und bezeichnete eine Erhebung zwischen zwei Gewässern. Der Weiler Paule liegt dicht am Doubs, die heutige Straßenbezeichnung deutet darauf hin, dass dort ehemals eine Mühle bestand. Der Name leitet sich ab von pelle womit nicht nur eine Schaufel gemeint war, sondern auch die Erhebung oder die Schleuse, die das Wasser des Bief zurückhielt, in diesem Fall wohl eher eine Erhebung gegen den Doubs. Außer dem Bourg sind nur diese beiden Weiler besiedelt. 1594 wurde Longepierre im Rahmen der Hugenottenkriege durch Capitaine la Fortune überfallen und geplündert. 1790 wurde Longepierre Hauptort eines Kantons mit 8 Gemeinden, bis 1802 die Vereinigung mit dem Kanton Verdun-sur-le-Doubs erfolgte. Die Gemeinde ist rein landwirtschaftlich geprägt und kämpfte während des 20. Jahrhunderts gegen die Landflucht. Immerhin konnten einige Handwerksbetriebe erhalten werden. Die Käserei wurde 1985 geschlossen und die Schule 1988.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011 2016 2022Einwohner 309 283 256 234 183 167 185 172 161 Quelle: Cassini und INSEE
Wirtschaft und Infrastruktur Zahl und Art von Betrieben und Ladengeschäften In der Gemeinde bestehen nebst Mairie und Kirche 15 Landwirtschaftsbetriebe und 3 sonstige Betriebe + Landwirtschaftsbetriebe Betriebsbereich Anzahldavondavon Landwirtschaft 15Ackerbau und Forstwirtschaft 13Getreide, Hülsen- und Ölfrüchte 12Futterpflanzen 1Zucht- und Fischereibetriebe 3Rinderzucht 2Aufzucht 1 + Übrige Betriebe Branche AnzahlHandel + Reparatur von Motorfahrzeugen1Wissenschaft Verwaltung Beratung 1sonstige Dienstleistungen 1
Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkt ist in Longepierre Volaille de Bresse und Dinde de Bresse zugelassen.
Bildungseinrichtungen In der Gemeinde bestehen keine schulischen Einrichtungen, die Kinder werden in den Nachbargemeinden ausgebildet.
Literatur
Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
Siehe auch Liste der Monuments historiques in Longepierre
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté Kategorie:Ort am Doubs