Meilenbach ist ein Gemeindeteil der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Meilenbach liegt in der Gemarkung Karm.
Lage Die Einöde liegt auf der Jurahochfläche unmittelbar östlich von Karm. Der Dorfwiesengraben, ein Zufluss der Schwarzach, fließt im Süden der Einöde vorbei. Die Staatsstraße St 2388, an der Meilenbach liegt, führt in westlicher Richtung über Karm zur Auffahrt Hilpoltstein (AS 56) der Autobahn A 9 und in östlicher Richtung nach Höfen.
Ortsnamensdeutung Der Ortsname, der eine Lage am Wasser besagt, soll den mittelhochdeutschen Personennamen Milo enthalten.Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 45 (1930), S. 109 Eine andere Deutung führt den Ortsnamen auf „michel“ = „groß“ zurück; unklar bleibt, auf was sich dieses Adjektiv beziehen soll. Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 52 (1937), S. 6, 10
Geschichte 1188 ist ein „Michilinbach“ erwähnt.Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 52 (1937), S. 6 Ob das in einer Urkunde von 1268 genannte „Melhinbach“ das heutige Meilenbach ist, ist unsicher. Eine andere urkundliche Erwähnung stammt von 1365.Wiessner, S. 35; C. H. von Lang und Maximilian von Freyberg: Regesta sive Rerum Boicarum Autographa... , Volumen III, München 1925, S. 298 Zum Amt Hilpoltstein von Pfalz-Neuburg gehörend, war Meilenbach mit diesem Amt ab 1542 für 36 Jahre an die Reichsstadt Nürnberg verpfändet. Diese ließ ab 1544 ein Salbuch anfertigen; in ihm heißt es, dass Meilenbach ein „Nürnbergerhof der Rieter von Kornburg“ ist.Carl Siegert: Geschichte der Herrschaft, Burg und Stadt Hilpoltstein, ihrer Herrscher und Bewohner. In: Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg 20 (1861), S. 225 1604 erscheint die Ansiedelung als „Meulnbach“ in der Vogel’schen Karte des nun wieder pfalz-neuburgischen Pflegamtes Hilpoltstein, gepfarrt in die seit 1542 evangelische Pfarrei Meckenhausen, die 1627 im Zuge der Gegenreformation wieder eine katholische Pfarrei wurde. Günter Frank und Georg Paulus: Edition von Christoph Vogels Beschreibungen pfalz-neuburgischer Ämter (1598-1604), Teil 18: Pflegamt Hilpoltstein, S. 62, siehe ; Buchner II, S. 116
Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand die Einöde aus zwei Untertanen-Anwesen der Grundherrschaft Franz Anton Kammerer, Bierbrauer und Lammswirt in Hilpoltstein. Das dortige Pflegamt übte die hohe und die niedere Gerichtsbarkeit aus. Gepfarrt war die Ansiedelung in die katholische Pfarrei Meckenhausen.Wiessner, S. 225
Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde Meilenbach der Ruralgemeinde Karm, und dem Steuerdistrikt Weinsfeld zugeteilt.Wiessner, S. 254 Die Meilenbacher Flur war zu Beginn des 19. Jahrhunderts circa 62 Hektar groß.Wiessner, S. 35
1875 wurden amtlicherseits in Meilenbach 13 Pferde und 30 Stück Rindvieh gezählt.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 889
Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Karm zusammen mit ihren Gemeindeteilen Kauerlach und Meilenbach im Zuge der Gemeindegebietsreform in die Gemeinde Meckenhausen eingegliedert, die ihrerseits zum 1. Juli 1976 ein Gemeindeteil der Stadt Hilpoltstein wurde.
In Meilenbach hat sich ein Hof seit 1997 auf den Anbau von Holunder spezialisiert.
Einwohnerentwicklung 1818: 12 (2 „Feuerstellen“ = Anwesen; 2 Familien)Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise ... enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 58 1836: 18 (2 Häuser)Th. D. Popp: Matrikel des Bissthumes Eichstätt. Eichstätt: Ph. Brönner 1836, S. 111 1861: 15 (5 Gebäude und die Kirche)J. Heyberger und andere: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. München 1867, Spalte 713 1871: 20 (7 Gebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Sp. 889 1900: 16 (3 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte 1219 1938: 20 (nur Katholiken)Buchner II, S. 118 1950: 18 (2 Anwesen)Wiessner, S. 254 1961: 18 (2 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 795 1970: 12Wiessner, S. 254 1987: 9 (2 Wohngebäude, 2 Wohnungen)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 348 2017: 8
Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt, II. Band: Eichstätt 1938
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Hilpoltstein Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1188