Der Neapelfries ist der Titel eines dokumentarischen Künstlerporträts – eine argonautische Fahrt mit der Kamera durch das Werk von Markus Raetz – unter der Regie von Gaudenz Meili. Der Film wurde 1988 in der Schweiz produziert und hat vor allem international im kulturellen Umfeld grosse Aufmerksamkeit erregt.
Handlung Eines der Hauptwerke von Raetz, der Neapelfries, bildet den Ausgangspunkt zu diesem Film, der kein herkömmliches «Künstler-Porträt» sein soll. Der Neapelfries besteht aus einer raffinierten Anordnung typischer Bildelemente, die sich der Berner Künstler Markus Raetz in seinem bisherigen Kunstschaffen erarbeitet hat. Hieroglyphen und Metaphern können es sein, die einzeln oder im Fluss zu lesen sind.
Raetz gibt dem Betrachter des Frieses ein Rätsel auf, das im Grunde genommen gar keines ist. Es kann nicht auf jede erdenkbare individuelle Art gelöst werden. Der Film versucht mit der Kamera gleichsam in den Fries einzudringen, um von innen her das Rätsel zu lösen. Aus der individuellen Sicht des Filmautors schreitet der Film assoziativ das Werk von Markus Raetz ab. Bilder und Zeichnungen folgen sich hintereinander in einer steten Bewegung.
Von keiner kunsthistorischen Gliederungsambition beschränkt, erliegt der Film einem fast logisch, aber nicht zeitlich-historisch gebundenen Bilderfluss, um immer wieder in den Fries zurückzukehren, wiederum aus ihm herauszutreten, um dann von Neuem darin einzutauchen. Die hauptsächlichsten Stationen von Raetz’ Schaffen erscheinen somit in einem nie versiegenden Fluss.Der Neapel-Fries. In: Website von Gaudenz Meili.
In der Konzeption des Filmes erscheint am Ende der Aufschlüsselung die Lösung des Rätsels aus persönlicher Sicht des Filmautors: der Zeemansblik, ein unbehandeltes, augenförmiges Zinkblech, auf dem sich je nach Lichtverhältnissen die verschiedensten See- und Wolkenlandschaften abzeichnen – etwas vom konsequentesten, welches ein zeitgenössischer Künstler hinsichtlich seiner Bemühungen um Reduktion geschaffen hat.
Rezeption
Auszeichnungen Grand Prix in allen Kategorien; Festival International du Film sur l’Art, Montréal 1989Frieze of Naples takes grand prize at art film festival. In: Cinema Canada. März/April 1989, S. 49 (PDF; 4,7 MB) In: Cinébulletin, April 1989, S. 4. (PDF; 7,8 MB)Lyne Crevier: In: ETC. Nr. 8, Montréal 1989, S. 70–71 (PDF; 448 kB)Der Fischer Weltalmanach, Kulturpreise, 1990, S. 1989 Goldenes Einhorn für Der Neapelfries als besten Experimentalfilm an der Alpinale, Bludenz, 1989Der Fischer Weltalmanach, Kulturpreise, 1991, S. 2124 Diplom & Mention Spéciale für Der Neapelfries am Festival international du film sur l’art FIFART, Lausanne, 1992
Weblinks Der Neapelfries im Schweizerischen Bundesarchiv
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1988 Kategorie:Schweizer Film Kategorie:Dokumentarfilm