mini|Alfred Paul Schmidt liest Peter Köck im Literaturhaus Graz (Gangan Verlag 2004) Alfred Paul Schmidt (* 31. März 1941 als Alfred Schmidt in Wien) ist ein österreichischer Schriftsteller.

Alfred Paul Schmidt wuchs bei verschiedenen Pflegeeltern in österreichischen Dörfern auf. Eine Ausbildung zum Agraringenieur, die er nach dem Verlassen des Gymnasiums 1957 begonnen hatte, brach er ab. Nach dem Besuch einer Arbeitermittelschule holte er 1967 die Matura nach und studierte für kurze Zeit am Grazer Konservatorium Kontrabass. Es folgte ein Studium der Soziologie und Pädagogik in Göteborg und Wien, das er ebenfalls nicht beendete. Nach der Ausübung diverser Gelegenheitsarbeiten lebt er seit 1975 als freier Schriftsteller in Graz.

Alfred Paul Schmidts frühe erzählerische Werke sind geprägt vom weitgehenden Verzicht auf eine herkömmliche, lineare Handlungsführung und von dem exzessiven Einsatz humoristischer und parodistischer Mittel bei der Schilderung einer chaotischen Wirklichkeit.

In späteren Werken näherte sich Schmidt mehr traditionellen Erzähltechniken und Genres wie dem Kriminalroman an. Neben seinen Prosawerken verfasste er zahlreiche Hörspiele, Theaterstücke und seit 1986 Fernsehdrehbücher, u. a. für vom ORF produzierte Folgen der Kriminalserien Eurocops, Peter Strohm und Stockinger sowie für die fünf Tatort-Episoden Strindbergs Früchte, Die Spieler, Der Tod des Tänzers, Flucht in den Tod und Geld für den Griechen.

Zwischen 1989 und 2008 war Schmidt Kolumnist der Kleinen Zeitung: Seine wöchentlich erschienenen Aphorismen Zur Lage erschienen 2018 unter dem Titel Die Logik der Schatten in Buchform.

Preise und Stipendien 1974: Österreichisches Staatsstipendium für Literatur 1983: Österreichisches Dramatikerstipendium 1987: Österreichisches Dramatikerstipendium 1992: Literaturpreis des Landes Steiermark 2002: Fernsehpreis der österreichischen Volksbildung für das Drehbuch zur Verfilmung des Romans Die Wasserfälle von Slunj von Heimito von Doderer

Werke Bester jagt Spengler, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1971 (unter dem Namen Alfred Schmidt) Als die Sprache noch stumm war, Wien 1974 Das Kommen des Johnnie Ray, Wien 1976 Geschäfte mit Charlie, Europaverlag, Wien [u. a.] 1977 Mit beiden Füßen in der Luft, Stuttgart [u. a.] 1977 Fünf Finger im Wind, Europaverlag, Wien [u. a.] 1978 Affentheater, Wien [u. a.] 1980 Doppelte Totgeburt, Wien 1982 Der Sonntagsvogel, Residenz Verlag, Salzburg [u. a.] 1982 Der wüste Atem, Wien [u. a.] 1984 Just a gigolo, Klagenfurt 1989 Vor dem zweiten Satz, Styria Verlag, Graz [u. a.] 1992 Hinter der Haut lauert der Tod, Wien [u. a.] 1993 Beograd-Poker, Wien 1994 Hiob zweiter Klasse, Wien 1995 In der Stille der Nacht, Wien 1995 Eine leichte Brise, Wien 1999 Das andere Gestern, Edition Keiper, Graz, 2010 Das Buch der Schläfer, Edition Keiper, Graz, 2012 Nachbar Tod. Roman einer Kriminalkomödie, Edition Keiper, Graz 2013 Aus dem Grenzenlosen komm ich mir entgegen, Edition Keiper, Graz 2015 Die Logik der Schatten. Aphorismen und Anekdoten. Mit einem Nachwort von Reinhard Urbach, Edition Keiper, Graz, 2018, ISBN 978-3-903144-61-3 Anderswo. Roman. Edition Keiper, Graz, 2021, ISBN 978-3-903322-37-0

Weblinks

Wilhelm Hengstler: Eine klassische Schriftstellerkarriere: Krimiautor Alfred Paul Schmidt ist der große Außenseiter der österreichischen Gegenwartsliteratur (2012)

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Drama Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Hörspielautor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Mann