Cargo sous terrain (CST, ) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Basel. Sie hat zum Ziel, ein Tunnelsystem in der Schweiz zu bauen. Ziel des Projektes ist es, möglichst viel Güterverkehr unter die Erde zu bringen. Das Projekt wird aber wahrscheinlich nicht realisiert. Laut einer Medienmitteilung der CST vom 8. September 2025 brauche es ein politisches Commitment von Bund, Kantonen und Städten, damit CST funktionieren könne. "Da diese Voraussetzungen derzeit fehlen, ist eine Umsetzung zum jetzigen Zeitpunkt betriebswirtschaftlich nicht vertretbar."Cargo sous terrain AG: Medienmitteilung vom 8. September 2025 Bund, die Standortkantone sowie die Stadt Zürich gaben am 22. September 2025 bekannt, die Arbeiten am entsprechenden Sachplan vorerst auszusetzen, da derzeit verschiedene Voraussetzungen für den Bau der ersten Etappe einer unterirdischen Gütertransportanlage nicht erfüllt seien.Bundesamt für Verkehr: Medienmitteilung vom 22. September 2025

Projektkonzept CST versteht sich als Gesamtlogistiksystem, das Warentransporte von der Quelle bis zur Senke ermöglicht. Es soll Paletten und andere Behältnisse aufnehmen können und sich sowohl für die Versorgung mit Frischwaren und Gütern, wie auch für die Entsorgung von Abfällen und das Recycling eignen. In den Städten möchte Cargo sous terrain mit der City-Logistik Lösungen anbieten, um die Versorgung von Innenstädten mit Gütern dank modernen Transportmitteln mit weniger Emissionen zu gewährleisten. Dies kann durch Cargo sous terrain erreicht werden, da die unterschiedlichen Arten von Gütern an den Hubs gesammelt werden und die Routen in die Innenstädte effizienter geplant und geführt werden können.

Für den Betrieb von Cargo sous terrain ist zudem der Einsatz von erneuerbaren Energien vorgesehen.

Das Gesamtlogistiksystem von CST umfasst drei Komponenten: ein Tunnelsystem zwischen städtischen Ballungsgebieten und Logistikzentren eine effiziente städtische Feinverteilung (City-Logistik) eine nahtlos integrierte IT-Lösung für einen vollautomatisierten Betrieb Die gesamte Finanzierung soll durch die Privatwirtschaft erfolgen.Medienbericht in der SRF – Tagesschau vom 26. Januar 2016, aufgerufen am 13. Februar 2016 Die Planung und Entwicklung des Systems geschieht in enger Abstimmung mit den künftigen Nutzern. Massgebliche Branchenvertreter sind an der Aktiengesellschaft beteiligt und arbeiten aktiv am Lösungskonzept mit. Zu den Hauptaktionären der AG gehören u. a. die Post, Swisscom und SBB Cargo, die Detailhändler Coop und Migros sowie der Berner Energiekonzern BKW und die Versicherer Mobiliar und Vaudoise.

Der Schweizer Bundesrat hat im November 2016 signalisiert, dass er gewillt ist, unter bestimmten Voraussetzungen die gesetzlichen Grundlagen für den Bau zu schaffen.Jan Flückiger: Unterirdischer Gütertransport: «Cargo sous terrain» nimmt erste Hürde. In: Neue Zürcher Zeitung vom 24. November 2016. Im Januar 2018 vermeldeten die Initianten, dass die vom Bundesrat geforderten privaten Investitionszusagen von 100 Mio. Franken erreicht wurden.Paul Schneeberger: Cargo sous terrain erreicht Etappenziel. In: Neue Zürcher Zeitung vom 23. Januar 2018. Der Vollausbau soll schätzungsweise 30 bis 35 Mia. Franken kosten und bis 2045 abgeschlossen sein. 2025 wurde bekannt, dass die CST nur noch mit Investitionen von rund 25 Milliarden Franken rechnet.

Von September 2013 bis im März 2017 war Cargo sous terrain als Förderverein organisiert. Im März 2017 wurde der Förderverein in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

mini|Geplantes Gesamtnetz von CST

Tunnel Die Güter sollen unterirdisch in 20 bis 40 m TiefeMedienbericht im SRF – 10vor10 vom 26. Januar 2016, abgerufen am 13. Februar 2016 transportiert werden. Der Tunnel soll einen Durchmesser von etwa 6 m besitzen. Er wird 3-spurig ausgeführt, mit einer Fahrspur je Fahrtrichtung und einer zentralen Servicespur für Unterhalt, Ausweichen bei blockierten Fahrzeugen und Pufferung / Zwischenlagerung von Gütern und Fahrzeugen.

Nach mehr als zehn Jahren Planung hat das Projektteam das System 2025 neu konzipiert: Statt selbstfahrende Elektrowagen auf unterirdischen Strassen soll eine Seilbahntechnologie zum Einsatz kommen. Die Wagen sind auf Schienen unterwegs und werden in ein Drahtseilsystem eingehängt.

Hubs Die sogenannten Hubs sind vorgesehen, um Güter per Lift in das System einzuspeisen oder dem System zu entnehmen. Dies soll kontinuierlich ablaufen können, sodass der Betrieb in den Tunnel nicht unterbrochen oder gestört wird.Cargo sous terrain AG: , abgerufen am 13. Februar 2016.

Die Güter werden von CST direkt bei den Nutzern abgeholt beziehungsweise zu den Nutzern geliefert. Dadurch sollen verschiedene An-/Ablieferungen direkt verbunden werden können. Für die Lieferungen zu den Hubs sollen umweltschonende und später auch unbemannte Fahrzeuge verwendet werden. Es ist möglich, dass die Nutzer ihre Güter direkt bei den Hubs abliefern.

City-Logistik Für die Auslieferung am Bestimmungsort errichtet Cargo sous terrain ein City-Logistik-System mit umweltschonenden Fahrzeugen, welche es ermöglichen sollen, die Emissionen in den Ballungsräumen markant zu reduzieren. Die Fahrten für die Güterauslieferung in den Städten könnten dabei um 30 % vermindert werden. Das System soll koordinierte Zustell- und Abholtouren ermöglichen, da Waren bereits gebündelt zu den City-Hubs am Stadtrand transportiert und schon im Tunnel in die Reihenfolge der Auslieferung gebracht werden können.

Erste Etappe Der erste Tunnel soll bis zum Jahr 2036 Härkingen-Niederbipp und Zürich verbinden. Für den 66,7 km langen Streckenabschnitt sind zehn Haupthubs sowie mehrere Direktanschlüsse vorgesehen. Die erste Etappe soll etwa 3,55 Mrd. Franken kosten. Davon fliessen 71 % in den Bau des Tunnels.

Weitere Streckenabschnitte Weitere Streckenabschnitte sollen sukzessive gebaut werden und am Ende von Genf bis nach St. Gallen und von Basel nach Luzern reichen, mit einem ergänzenden Ast von Bern nach Thun.Eine vom Kanton Bern in Auftrag gegebene Studie kommt im April 2024 zum Schluss, dass eine Streckenerweiterung nach Bern, Biel und Thun grundsätzlich wirtschaftlich betrieben werden kann und eine Erschliessung von Bern, Biel und Thun ermöglicht. Medienmitteilung des Kantons Bern Cargo sous terrain: Studienergebnisse zur künftigen Verlängerung des Streckennetzes vom 8. April 2024 (mit Link zur Studie).

Politik Bundesrat und Parlament Der Schweizerische Bundesrat zeigte sich im November 2016 offen, die für den Bau notwendige gesetzliche Grundlage zu schaffen. Allerdings stellte er dazu die folgenden Bedingungen: Der Förderverein muss in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. CST erfüllte diese Anforderung und gründete am 24. März 2017 eine Aktiengesellschaft. Eine weitere Bedingung des Bundes ist, dass für die erste Projektphase 100 Mio. Franken von privaten Investoren zugesichert sein müssen; davon mindestens die Hälfte aus dem Inland. Die künftigen Betreiber müssen verbindliche Verpflichtungen abgeben. Zudem müssen die von der ersten Teilstrecke betroffenen Kantone Zürich, Aargau und Solothurn einverstanden sein. Ausserdem muss für künftige Kunden der Zugang diskriminierungsfrei gewährleistet werden.Bundesrat legt weiteres Vorgehen für Projekt «Cargo sous terrain» fest Medienmitteilung des Bundesrates vom 15. September 2016. Am 28. Oktober 2020 hat der Bundesrat die Botschaft an das Parlament verabschiedet. Am 17. Dezember 2021 wurde der Gesetzesentwurf von National- und Ständerat angenommen. Die Referendumsfrist dieses Entwurfs lief am 7. April 2022 ab. Das Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport trat am 1. August 2022 in Kraft.

Kantone Die Regierungen der beiden direkt betroffenen Kantone Aargau und Solothurn zeigten sich dem Projekt gegenüber skeptisch, da sie vom Nutzen des unterirdischen Gütertunnels noch nicht restlos überzeugt waren. Ausserdem war die Funktionsweise der Hubs noch unklar (Stand 2016).U-Bahn für Güter – Zu viele offene Fragen: Kanton Aargau skeptisch gegenüber «Cargo Sous Terrain» In: Aargauer Zeitung vom 25. November 2016.

Investoren Im September 2017 präsentierte Cargo sous terrain AG die ersten Investoren für die Baubewilligungsphase der ersten Teilstrecke von Härkingen-Niederbipp nach Zürich. Aus der Versicherungsbranche investieren die Schweizerische Mobiliar und Helvetia Versicherungen, mit Migros und Coop beteiligen sich die beiden grössten Schweizer Detailhändler (Einzelhändler). Die von den Investoren zugesagten Investitionen betragen gesamthaft 22,5 Mio. Franken.

Im Januar 2018 konnten die Initianten vermelden, dass die vom Bundesrat geforderten Investitionszusagen von 100 Mio. Franken, die Hälfte davon aus der Schweiz, erreicht wurden. Als Hauptinvestoren eingestiegen bei der Cargo sous terrain AG sind seither Credit Suisse, die Post, Swisscom, die Zürcher Kantonalbank, K+D, Vaudoise Versicherungen und der europäische Infrastrukturentwickler Meridiam. Zu den Hauptaktionären gehören ausserdem AFRY, Bekaert, Berninvest, BKW, BLKB, Cargo Tube, CSD Ingenieure, DSV Panalpina, ERNE, Flughafen Zürich, Geotest, Marti Gruppe, Mettler2Invest, Migros-Pensionskasse, Pini Swiss Engineers, Rhenus, Schwendimann, Siemens Schweiz, SQS, WIR Bank. Auf das für 2020 geplante Investment des chinesischen Unternehmens Dagong Holding verzichtete CST dagegen.

Siehe auch Swissmetro

Weblinks Website von Cargo sous terrain

Fussnoten

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