In der Liste der Stolpersteine in Felsberg werden die vorhandenen Gedenksteine aufgeführt, die im Rahmen des Projektes Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig bisher in Felsberg verlegt worden sind.
Verlegte Stolpersteine Adresse Name Inschrift Verlegedatum Bild Anmerkung Eppenbergstraße 7()140px140px Hier wohnteJulius WeinsteinJg. 1891Schutzhaft '1938'BuchenwaldTod an den Haftfolgen20.7.1939 Manfred Schaake: Den Opfern wieder einen Namen geben. In: Melsunger Allgemeine vom 11. Oktober 2021. "Emotionen sind tief und still". In Heimat Nachrichten Melsungen vom 23.10.2021. 140px Geb. am 24.07.1891 in Gensungen, #20.07.1939 in Gensungen. Julius war der Sohn von Moses Weinstein *1851 #1908 (bestattet auf dem jüdischen Friedhof in Felsberg, Grab Nr. 106) und dessen Ehefrau Therese, *13.01.1860 #12.10.1938 (ebenfalls bestattet auf dem jüdischen Friedhof Felsberg, Grab Nr. 166). Therese war die Tochter der Gensunger Familie Mendel und Rahel Hammerschlag, ei-ner großen und weit verzweigten Familie. Julius Weinstein hatte vier Schwestern und einen Bruder: Bertha *1883 #1942, Emma *#1885, Klara *1889, Markus Max *1894, gefallen 1916 und Paula *1896 #1942. Julius heiratete am 22.07.1920 in Frielendorf Frieda Gutkind *16.03. 1892 in Frielendorf #1989 in Brüssel. Sie war die Tochter des Handelsmanns Jakob Gutkind *1854 und dessen Ehefrau Rachel, geb. Ganss *1862. Das Ehepaar Julius und Frieda Weinstein hatte zwei Kinder: Alfred *1925 #2010 und Max *1922 #2016.
Julius wurde nach den Ereignissen des Novemberpogroms 1938, wie insgesamt 30.000 andere jüdische Männer in ganz Deutschland, verhaftet und am 12. November als sogenannter „Aktionsjude“ im KZ Buchenwald interniert. Anfang Dezember wurde er aus der Haft entlassen. Julius Weinstein starb am 20.07.1939 in Gensungen, vermutlich an den Folgen der Haft.Judith Feaux de Lacroix: Der Hass war für sie unbegreiflich. In: Melsunger Allgemeine vom 3. Mai 2021. Hier wohnteFrieda Weinsteingeb. GutkindJg. 1892Flucht 1936Belgien1940 Frankreichversteckt überlebt 140pxGeb. am 16.03.1892 in Frielendorf, #1989 in Brüssel. Sie war die Tochter des Frielendorfer Textilhändlers Jakob Gutkind *1854 in Frielendorf #1939 in Brüssel und dessen Ehefrau Rahel, geb. Ganss *1862 in Jesberg #1942 in Antwerpen. Sie hatte fünf Geschwister: Max *1895 #1916, gefallen im 1. Weltkrieg, Albert *1885, Jeanette, verh. Löwenstein *1886 #1944, ermordet in Theresienstadt, Johanna verh. Nussbaum, *1888 #1939 in England und Sophie, verh. Wolffs *1890 #1942, ermordet in Chelmno. Frieda heiratete Julius Weinstein *1891 #1939 am 22.07.1920 in Frielendorf. Das Ehepaar hatte zwei gemeinsame Söhne, Max *1922 #2016 und Alfred *1925 #2010.
Frieda Weinstein flüchtete, um den Verfolgungsmaßnahmen und dem Klima des Judenhasses in Gensungen zu entgehen, gemeinsam mit den beiden Söhnen Max und Alfred am 20.10.1936 nach Brüssel-Schaerbeek. Nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Belgien flüchtete Frieda gemeinsam mit ihren Söhnen nach Frankreich, wo sie mit Unterstützung durch Franzosen überleben konnte. In den 1950er Jahren emigrierte sie mit ihrem Sohn Mach nach Australien, kehrte aber 1958 wieder nach Brüssel zurück. Sie starb 97-jährig in einem Altenheim nahe Brüssel Hier wohnteMax WeinsteinJg. 1922Flucht 1936Belgien1940 Frankreichversteckt überlebt 140px *23.01.1922 in Gensungen, Sohn von Julius Weinstein *1891 #1939 und dessen Ehefrau Frieda, geb. Gutkind *1892 #1989. Max Weinstein hatte einen Bruder: Alfred *31.12.1925. Max besuchte zunächst die jüdische Schule in Felsberg. Als diese 1931 geschlossen wurde, ging er zur städtischen Schule. Am 20.10.1936 emigrierte er gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Brüssel-Schaerbek, wo bereits sein Großvater Jakob Gutkind sowie sein Onkel Albert mit seiner Familie lebten. Nach dem Angriff der deutschen Armee am 10. Mai 1940 auf Brüssel erging ein Aufruf, dass sich alle in Belgien lebenden männlichen Deutschen, die älter als 15 Jahre sind, im Rathaus melden müssen. Per LKW wurde Max mit den anderen Männern in die Brüsseler Etterbeek-Kaserne gebracht und von dort am nächsten in die belgische Stadt Tournai. Die nächsten Stationen waren Poiters und das Lager Saint-Cyprien am Rande der Pyrenäen. Die Bedingungen im Lager waren katastrophal. Max erkrankte so schwer an Typhus, dass er eine Zeit lang unfähig war zu laufen. Als Max gemeinsam mit anderen Männern im März 1941 in das Camp de Gurs verlegt werden sollte, wurden sie von einer Widerstandsgruppe befreit. 1942 bis 1944 war er als Landarbeiter auf verschiedenen Höfen tätig. Max erhielt falsche Papiere, die ihm ein Überleben und eine Rückkehr nach Brüssel ermöglichten. Max und seine Mutter emigrierten 1949 nach Australien, kehrten aber 1958 wieder zurück. Im August 1961 heiratete Max Weinstein Jeanne Cahen *09.03.1928 #25.08.2016. Sie haben einen Sohn, Laurent Weinstein *06.08.1964. Hier wohnteAlfred WeinsteinJg. 1925Flucht 1936BelgienFrankreich1940 Schweiz 140px Geb.am 31.12.1925 in Gensungen als Sohn des Viehhändlers Julius Weinstein *1891 #1939 und dessen Ehefrau Frieda *1892 #1989. Er hatte einen Bruder: Max *23.01.1922. Alfred emigrierte am 20.10.1936 gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder Max nach Brüssel-Schaerbeek, wo bereits sein Großvater mütterlicherseits, Jakob Gutkind und sein Onkel Albert Gutkind mit seiner Familie lebten. Sie wurden bei ihrem Onkel Albert aufgenommen.
Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien im Mai 1940 floh Alfred mit seiner Mutter nach Frankreich. In Rouen wurden sie festgenommen und das Internierungslager Camp de Gurs gebracht. Nach fünf Wochen wurden sie wieder freigelassen und fanden Unterschlupf in der Nähe von Beaulieu-sur-Dordogne. Durch eine Widerstandsorganisation erhielt Alfred einen französischen Ausweis und konnte in die Schweiz flüchten. Dort kam er in das Lager Davesco im Tessin. Nach Kriegsende gelangte er zurück nach Brüssel. Alfred Weinstein kehrte mehrmals in seine Heimat nach Gensungen zurück. Sein großer Wunsch war es, einen Stolperstein zur Erinnerung an seinen Vater verlegen zu lassen. Seiner Tochter Michelle Weinstein-Feiner gelang es, dass dies umgesetzt wurde. Obergasse 29 ()140px140px Hier wohnte Isaak Kruck Jg. 1866 interniert 1940 nach Wartekuppe tot 26.12.1940 140pxIsaak Kruk (richtige Schreibweise ohne ck) wurde geb. am 05.07.1866 in Kolomea, Galizien. Sohn von Baruch Moses Kruk, von Beruf Getreidehändler, und dessen Ehefrau Malka geb. Schaller. Isaak Kruk war in erster Ehe verheiratet mit Minna *16.07.1868 Niedenstein, Tochter des Schuhmachers Samuel Mansbach-Zinn und Betti geb. Rosenstein. Sie hatten gemeinsam fünf Kinder: Rosa *26.06.1897 #1897, Jacob *01.10.1898 #1925, Frieda *09.12.1899 #1985, Bertha *23.06.1901 #1942 und Mathilde *1904 #04.01.1905. Isaaks Ehefrau Minna verstarb mit 37 Jahren am 02.08.1905. In zweiter Ehe war Isaak Kruk seit dem 24.12.1906 verheiratet mit Malchen *22.04.1878 in Niedenstein, der zehn Jahre jüngeren Schwester seiner ersten Ehefrau. Mit ihr gemeinsam hatte er drei weitere Kinder: Minna *12.10.1907 #2003, Lina *1909 #1910, Siegmund *1912 #1968. Isaak Kruk arbeitete als Borstenzurichter. Er war Besitzer eines kleinen Kolonialwarengeschäftes, das sich in der Obergasse 29 (früher 103) befand. Die Familie lebte in bescheidenen Verhältnissen. Im Rahmen der sog. Arisierung verkaufte Isaak sein Haus laut einer Liste von 1938 für 3.500 RM an Karl Wehrhahn und musste mit seiner Ehefrau in die jüdische Schule ziehen. Nach den Ereignissen des Novemberpogroms flüchteten Isaak und Malchen Kruk nach Kassel, dort waren sie am 31.01.1939 im Graben 45 und am 18.04.1939 in der Zentgrafenstraße 5 gemeldet. Seit dem 15.08.1940 lebten die Kruks im Lager Wartekuppe in Kassel-Niederzwehren. Dort verstarb Isaak Kruk am 26.12.1940, die Todesursache ist unbekannt.Melsunger Allgemeine vom 17.06.2015. Langer Atem war nötig. Hier wohnte Siegmund Kruck Jg. 1912 unfreiwillig verzogen 1935 Frankfurt a. M. Schicksal unbekannt 140pxSiegmund Kruk (richtige Schreibweise ohne ck), geb. an. 06.12.1912 in Felsberg, Sohn von Isaak Kruk *1866 Kolomea/Galizien und Malchen *1878 geb. Mansbach aus Niedenstein; Halbbruder von Rosa *1897 #1897, Jakob *1898 #1925, Bertha *1901 #1942 und Mathilde *1904 #1905, Bruder von Minna *1907 #2003 und Lina *1909 #1910.
Er war verheiratet mit Flora, geb. Frenkel. Er arbeitete als Generalvertreter für die Eisenwerke Brunner AG, später für Firma Joseph Meys mit Sitz in Hennef als Vertreter. Weil ein Konkurrent gegen ihn falsche Anschuldigungen erhob, musste er im Februar 1937 fluchtartig Deutschland verlassen. Nach der Flucht arbeitete er in Palästina er zunächst als Angestellter in einer Fleischerei, später machte er sich als Metzger selbstständig, allerdings mit wenige Erfolg. Im Jahr 1950 verließ die Familie Israel und zog nach New York/USA. Siegmund verstarb am 10.07.1968 in Pistany/CSSR. Hier wohnte Malchen Kruck geb. Mansbach Jg. 1878 deportiert 1941 Riga ermordet 140px Malchen Kruk (richtige Schreibweise ohne ck) geb. Mansbach-Zinn *22.04.1878 in Niedenstein, Tochter des Schuhmachers Samuel Mansbach-Zinn und seiner Ehefrau Betti geb. Rosenstein aus Niedenstein, Mittelgasse 50. Malchen war die Schwester von Minna *16.07.1868 und Dina *11.03.1876. Malchen heiratete am 24.12.1906 Isaak Kruk, *1866, den Ehemann ihrer verstorbenen Schwester Minna. Isaak und Malchen hatten drei gemeinsame Kinder: Minna *12.10.1907 #2003, Lina *1909 #1910 und Siegmund *1912 #1968. Nach dem Verkauf ihres Hauses in der Obergasse musste sie 1938 gemeinsam mit ihrem Ehemann in die Erdgeschosswohnung der jüdischen Schule in der Obergasse ziehen, wo sie die Übergriffe des Novemberpogroms erlebten. Malchen flüchtete am 31.01.1939 gemeinsam mit Isaak nach Kassel, Graben 45, am 18.04.1939 mussten sie in die Zentgrafenstraße 5 und am 15.08.1940 ins Lager Wartekuppe, in Kassel-Niederzwehren umziehen. Malchen wurde am 9. Dezember 1941 von Kassel aus in das Ghetto Riga deportiert, wo sich ihre Spur verliert.Hier wohnteFriedaFrankenbergJg. 1899unfreiwillig verzogenKassel 1939BerlinFlucht 1941USA 140px*07.12.1899 in Felsberg. Sie war die Tochter von Isaak Kruk *1866 und Minna *1878 geb. Mansbach-Zinn aus Niedenstein. Sie hatte 7 Geschwister. Frieda heiratete Hans Leopold Frankenberg *20.11.1895 in Berlin, gemeinsamer Sohn Herbert *12.11.1931 in Berlin.
Sie wohnte bis zum 30.01.1939 zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn in Felsberg in der Obergasse 29. Die Familie verzog nach Kassel, Graben 45, später nach Berlin in die Altonaer Straße 14. Von dort emigrierte Frieda zusammen mit ihrem Ehemann, ihrem Sohn und ihrem Schwager am 06.08.1941 über Lissabon in die USA. Sie verstarb im Jahr 1985 in Flushing/New York. Hier wohnteHans Leopold FrankenbergJg. 1895unfreiwillig verzogenKassel 1939BerlinFlucht 1941USA140px*20.11.1895 in Berlin verheiratet mit Frieda, geb. Kruk *07.12.1899 in Felsberg #1985, gemeinsamer Sohn Herbert *12.11.1931 in Berlin. Der aus Berlin stammende Hans Leopold Frankenberg wohnte bis zum 30.01.1939 zusammen mit seiner Ehefrau Frieda und seinem Sohn Herbert in Felsberg in der Obergasse 29 im Haus seiner Schwiegereltern. Von Felsberg verzog die Familie nach Kassel, Graben 45. Später lebten sie in Berlin in der Altonaer Straße 14, von wo aus Herbert zusammen mit seiner Ehefrau, seinem Sohn und seinem Bruder Siegbert am 06.08.1941 über Lissabon in die USA auswanderte. Er lebte bis zu seinem Tod im August 1974 mit seiner Frau in Flushing/New York.Hier wohnte Herbert FrankenbergJg. 1931unfreiwillig verzogenKassel 1939BerlinFlucht 1941USA140px*12.11.1931 in Berlin als Sohn von Hans Leopold Frankenberg *20.11.1895 in Berlin und dessen Ehefrau Frieda, geb. Kruk, *07.12.1899 in Felsberg.