Die Bimota Vdue war ein Sportmotorrad des italienischen Herstellers Bimota, das ursprünglich für den Renneinsatz in der Motorrad-Weltmeisterschaft entwickelt wurde. Die Bimota Vdue hatte bei ihrer Vorstellung den hubraum- und leistungsstärksten Zweitaktmotor, der für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen war.

Geschichte und Technik Bei der Motorentwicklung, für den Einstieg in die 500-cm³-Klasse, wurden zwei Einzylinder (Bohrung/Hub: 72 × 61,25 mm) mit jeweils eigener Kurbelwelle über Zahnräder gekoppelt. Die Konstrukteure versprachen sich durch den Zweizylinder einen Gewichtsvorteil gegenüber der Konkurrenz u. a. von Honda mit V4-Motor;Jürgen Gaßebner: Bimota. S. 14. zusätzlich wurde über die Gegenläufigkeit ein Massenausgleich erzielt. Als Besonderheit sollte eine Radnabenlenkung zum Einsatz kommen. Noch während der Entwicklungsphase wurde das Rennsport-Projekt aus Kostengründen eingestellt, der Rennmotor wurde danach zum Serienmotor weiterentwickelt.Jürgen Gaßebner: Bimota. S. 16. Die elektronische Benzin-Direkteinspritzung sollte den Verbrauch und die Schadstoffe vor dem Hintergrund der zukünftigen Euro-1-Abgasnorm ohne Katalysator für den Serienmotor reduzieren. Zwei Einspritzdüsen je Zylinder spritzten in Höhe der Überströmkanäle den Kraftstoff direkt in den Zylinder ein.Jürgen Stoffregen: Motorradtechnik., S. 62. In der Praxis bereitete die Benzin-Direkteinspritzung grundlegende Probleme mit der Motorabstimmung, die dazu führten, dass Bimota alle bereits ausgelieferten Vdue zurückrufen musste.motorradonline.de Vdue Evoluzione (abgerufen am 9. Februar 2016)

Das Fahrwerk besteht aus einem Aluminium-Brückenrahmen, stabiler 46-mm-Teleskopgabel und Alu-Hinterradschwinge mit Zentralfederbein, Michelin-Reifen der Größe 120/70 ZR 17 (vorne) und 180/55 ZR 17 (hinten). 1998 wurde nach 150 gebauten Exemplaren die Produktion des 33.000 D-Mark teuren Motorrads, auch aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten, eingestellt.vdue.it: Jürgen Gaßebner: Bimota. S. 106.

Von 1999 bis 2000 wurde eine kleine Serie von 26 Exemplaren für den Rennsport unter der Bezeichnung Bimota Vdue Corsa Trofeo aufgelegt, die mit Dell’Orto-Vergaser bei 9.500/min erzielte.vdue.it: Die Bimota Vdue Evoluzione Corsa eine Weiterentwicklung der Rennversion, erschien 2001 mit bei 10.500/min. Etwa 14 Exemplare sollen davon gebaut worden sein.

2003 wurde erstmals wieder eine Straßenversion, jedoch mit Vergaser, unter der Bezeichnung Vdue Evoluzione und einer Leistung von bei 9.000/min produziert; 120 Exemplare wurden überwiegend für den italienischen Markt gefertigt. 2005 wurde nochmals eine reine Rennversion (Vdue Edizione Finale) in kleiner Auflage (30 Stück) hergestellt. Insgesamt wurden 340 Bimota Vdue (Renn- und Straßenversionen) gefertigt.

Literatur Jürgen Gaßebner: Bimota. Motorräder seit 1973. Motorbuch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 1999, ISBN 3-613-01991-4. Jürgen Stoffregen: Motorradtechnik. Grundlagen und Konzepte von Motor, Antrieb und Fahrwerk. Vieweg Verlag Wiesbaden. 7. Auflage 2010. ISBN 978-3-8348-0698-7.

Weblinks

Motor der Vdue Vdue (Moto Tecnica)

Einzelnachweise

Kategorie:Motorradmodell