Benno Bing (22. Dezember 1874 in Würzburg – 21. Dezember 1942 in Auschwitz) war ein deutscher Kaufmann und Theaterdirektor.

Leben mini|Stolperstein für Benno Bing mini|Erinnerungszeichen für Benno Bing Benno Bing wurde als Sohn des jüdischen Kaufmanns Adolf Binglt. Grabinschrift: Awraham ben Schlomo Bing Halevi; siehe: Digitale Edition - Jüdischer Friedhof Würzburg - Heidingsfeld, hdf-556 (Grabinschrift von Benno Bing in der epigraphischen Datenbank des Steinheim-Instituts. Abgerufen am 8. Februar 2016). und seiner Ehefrau Therese, geborene Niedermaier, in Würzburg geboren. Er war ein Ur-ur-Enkel des Oberrabbiners Abraham Bing. Nachdem der Vater 1878 während eines Kuraufenthaltes in Bad Reichenhall verstorben war, besuchte Benno Bing von 1884 bis 1894 das Maximiliansgymnasium in MünchenMaximiliansgymnasium München, Archiv, Matrikel 1884/85 bis 1893/94. und wohnte hier unter verschiedenen Adressen zur Untermiete. Anlässlich seines Abiturs gab er als Studienabsicht Rechtswissenschaften an, wurde jedoch als Kaufmann tätig. Am 1. November 1909 ist sein Zuzug nach München aus Berlin dokumentiert, 1910 sein Austritt aus der jüdischen GemeindeBayerisches Hauptstaatsarchiv, Jüdisches Standesregister; Signatur: JüdSt-18: Bing, Benno; ausgetreten: 2.XII.1910.. 1913 bis 1933 war er neben den künstlerischen Leitern Erich Ziegel, Otto Falckenberg und zeitweise Hugo Ball kaufmännischer Direktor an den Münchner KammerspielenMünchen, Staatsarchiv, Plakatsammlung 1843-2008, Signatur: Pol. Dir. München 4589 bzw. 4593, Nr. 438, 452, 457: 3 Theaterplakate der Münchner Kammerspiele; Direktion. . und 1928/29 zusätzlich stellvertretender Direktor der Barnowsky-Bühnen in Berlin.

Im Oktober 1933 emigrierte er nach Prag, wurde am 1. April 1935 mit einem vom deutschen Konsulat in Prag ausgestellten Pass in Paris registriert und reiste am 6. Dezember 1938 weiter nach Plouër-sur-Rance in der Bretagne. Am 21. November 1940 begab er sich nach La Ferté-Bernard im Département Sarthe, wo er am 9. Oktober 1942 verhaftet und zunächst ins Lager Mulsanne (Sarthe) verbracht wurde. Am 18. Oktober 1942 wurde er ins Sammellager Drancy, nordöstlich von Paris, überstellt und schließlich am 6. November 1942 nach Auschwitz deportiert.Gwen Catheline: Déportation. Il a dissipé la nuit et le brouillard. Le Télégramme. 7. Februar 2015. Abgerufen am 8. Februar 2016.

Seine Ehe mit Karoline Tausend, katholischer Konfession, war 1938 in Abwesenheit geschieden worden. Alle vier Kinder dieser Ehe überlebten den Holocaust.Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 (Eintrag in der Holocaust Survivors and Victims Database, abgerufen am 8. Februar 2016).

Nicht der Schauspieler und Hörspielregisseur Max Bing war sein Bruder, sondern der Münchner Rechtsanwalt Max Bing (1873 in Würzburg – 1929 in München).München, Hauptstaatsarchiv, Bing, Max, München, Rechtsanwalt; Laufzeit: 1902-1929 (Signatur: BayHStA, MJu 20401); München, Hauptstaatsarchiv, Jüd. Standesregister, Bd. 17: Gräberverzeichnis Ungererstr. [= NIF]: Max Bing, + 18.3.1929, 56 J.; Grab: NIF 15-15-13 v.l. (Urne v. Berlin); und Else, 15-15-13 v.l.

Zu seinem Gedenken wurde am 12. November 2018 an seinem letzten Wohnort in der Keuslinstraße 4 in München ein Stolperstein verlegt. Im Juni 2020 wurde im Rahmen des Projekts Erinnerungszeichen für Opfer des NS-Regimes in München in der Maximilianstr. 26 eine Erinnerungstafel angebracht.

Literatur Sigilla veri. Lexikon der Juden 1, 1929 Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933–1945, Bd. 1, München 2003 Marie-Pierre et Pierre Klein: Les déportés des Côtes du Nord, in: les déportés juifs de la SartheBenno Bing auf lesdeportesdesarthe.wordpress.com, mit Foto und Verweis auf Archivalien. Abgerufen am 8. Februar 2016.

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Einzelnachweise

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