Adaption – Der Orchideen-Dieb (Originaltitel Adaptation.) ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2002, das Spike Jonze nach einem Drehbuch von Charlie Kaufman inszenierte. In den Hauptrollen sind Nicolas Cage, Meryl Streep und Chris Cooper zu sehen. Weitere Rollen übernahmen Tilda Swinton, Brian Cox und Maggie Gyllenhaal. Der Film spielte bei einem Produktionsbudget von 19 Millionen weltweit etwas mehr als 32 Millionen wieder ein.Adaptation. (2002), boxofficemojo.com

Handlung Der Drehbuchautor Charlie Kaufman, dessen Drehbuch zu Being John Malkovich mehrere Auszeichnungen erhalten hat, ist ein Neurotiker mit geringem Selbstbewusstsein, der mit seinem arbeitslosen Zwillingsbruder Donald in Kalifornien lebt. Er erhält den Auftrag, das Buch Der Orchideendieb von Susan Orlean zu adaptieren, eine Biografie über John Laroche. Kaufman ist vom Buch begeistert und möchte so nahe wie möglich an der Vorlage bleiben, verzweifelt jedoch immer mehr an dem Werk, da es keine richtige Handlung aufweist und die Figuren keine Entwicklung durchlaufen.

Während Charlie unglücklich in seine platonische Freundin Amelia verliebt ist, bandelt der sorglos extrovertierte Donald mit der deutlich jüngeren Caroline an. Er beschließt, sich ebenfalls an einem Drehbuch zu versuchen, und schreibt mit Hilfe eines Kurses von Robert McKee einen klischeehaften Serienmörderfilm. Donald versucht, Charlie zu helfen, doch dieser weigert sich, Hilfe von einem Amateur anzunehmen. Seine depressive Verstimmung und Versagensängste bringen ihn auf die Idee, den Film von seinen eigenen Problemen bei der Adaption handeln zu lassen.

Donalds Skript wird entgegen Charlies Erwartungen begeistert von dessen Agenten aufgenommen und teuer an ein Studio verkauft (Donald erhält einen Vorschuss von einer Million Dollar). Daraufhin beschließt Charlie, Donalds Hilfe anzunehmen und dramaturgische Veränderungen an dem Stoff vorzunehmen, um mehr Struktur und ein aufwühlendes Ende hineinzubringen. Die beiden Brüder beginnen, Susan Orlean hinterherzuspionieren, und finden heraus, dass sie eine Affäre mit Laroche hat und die beiden ihre Orchideenzucht zur Drogengewinnung nutzen. Als sie Charlie beim Spionieren entdecken, beschließen sie, ihn im nahe gelegenen Sumpf zu töten, damit ihr Geheimnis nicht seinen Weg ins Drehbuch finden kann. In einer Abfolge turbulenter Szenen, die viele Aspekte eines klassischen Hollywood-Thrillers abdecken, gelingt Charlie mit Hilfe seines Zwillingsbruders die Flucht, der dabei aus dem Auto geschleudert wird und stirbt. Auch Laroche kommt durch einen Angriff eines Alligators ums Leben. Charlie verarbeitet seine Erlebnisse in seinem Drehbuch und kann dieses endlich beenden. Er fühlt sich befreit, gesteht Amelia endlich seine Liebe und akzeptiert die Zurückweisung.

Hintergrund Susan Orlean ist eine real existierende Person und hat tatsächlich einen Artikel über den Orchideendieb John Laroche für das Magazin The New Yorker geschrieben und ein darauf basierendes Buch mit dem Titel The Orchid Thief veröffentlicht. Die Filmrechte am Buch wurden 1997 von 20th Century Fox gekauft. Für die Drehbuchadaption wurde Charlie Kaufman beauftragt, der jedoch eine Schreibblockade hatte und keinen Einstieg in eine Drehbuchumsetzung fand. Also begann Kaufman damit, seine Probleme mit der Adaption in das Drehbuch selbst mit einzubringen, erfand einen Zwillingsbruder namens Donald und ließ diesen am Ende der Geschichte sterben. Tatsächlich verwischte Charlie Kaufman die Grenzen zwischen Realität und Fiktion so stark, dass er den Namen des fiktiven Bruders mit auf das Script schrieb und ihm den Film widmete – so wie es üblich ist, wenn während der Arbeiten am Film einer der Beteiligten stirbt.

Auszeichnungen Chris Cooper durfte für seine Darstellung den Oscar als Bester Nebendarsteller entgegennehmen. Charlie und der fiktive Donald Kaufman wurden in der Kategorie Bestes Drehbuch für einen Oscar nominiert. Weitere Nominierungen erhielten Nicolas Cage als bester Hauptdarsteller und Meryl Streep als beste Nebendarstellerin. Bei den Golden Globes wurden Chris Cooper und Meryl Streep als beste Nebendarsteller ausgezeichnet. Auf der Berlinale 2003 erhielt Spike Jonze einen Silbernen Bären.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2002 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Filmdrama Kategorie:Independent-Film Kategorie:Literaturverfilmung