mini|Schriftzug des klassischen Mac OS
„Mac OS“ [] ist ein Markenname, den Apple seit Januar 1997 für Betriebssysteme der hauseigenen Macintosh-Rechner nutzt. Ab 1998 wurde der „Macintosh“ auch offiziell mit „Mac“ abgekürzt. Der Begriff ist abgeleitet von Macintosh Operating System – eine Bezeichnung, die so niemals verwendet wurde.
Der Begriff bezeichnet einerseits das klassische Mac OS, das kontinuierlich seit der System Software von 1984 weiterentwickelt wurde, jedoch ab Anfang der 1990er als technisch überholt galt.
Andererseits findet sich die Bezeichnung auch bei Mac OS X, dem ab 1998 aus Rhapsody weiterentwickelten Unix-Betriebssystem, das ab 2001 das klassische Mac OS ersetzte. 2012 wurde es in OS X umbenannt – bereits 2011 wurde Mac OS X Lion (Version 10.7) als „OS X“ ohne „Mac“ beworben. Seit 2016 ist macOS der Name dieser Desktop-Betriebssystemlinie (macOS Sierra, Version 10.12), ohne Leerzeichen und mit klein geschriebenem „m“ – entsprechend dem Namensschema der übrigen, abgeleiteten Systeme iOS, tvOS, watchOS und iPadOS. Die Server-Version basiert jeweils auf der Desktop-Version und folgt deren Bezeichnung.
Geschichte Ab 1996 wurde mit Mac OS 7.6 das ursprünglich 1984 erschienene Macintosh-Betriebssystem erstmals unter diesem Namen veröffentlicht. Das 1984 mit dem Macintosh 128K erstmals veröffentlichte „System 1.0“ hatte das um einige moderne Funktionen reichere Betriebssystem Lisa OS als Vorbild, das für den vorangegangenen, wirtschaftlich erfolglosen Rechner Apple Lisa entwickelt worden war. Die Mac-OS-Linie wurde in den Jahren 1984–2002 auf Macintosh- und Mac-Computern und -Laptops ausgeliefert, als Gratis-Upgrade vertrieben sowie teilweise einzeln verkauft. 1984 hatte es einfach „System“ geheißen; es wurde ab 1987 in seiner Gesamtheit auch als „Macintosh System Software“ bezeichnet.
Zu Beginn der 1990er galt es nach System 6 mit dem nur teilweise modernisierbaren System 7 mehr und mehr als technisch veraltet, und Apple versuchte, ein von Grund auf neues aber kompatibles Betriebssystem zu schreiben. Als dies jedoch auch 1996 noch nicht fertig war, wurde das klassische „System“ in „Mac OS“ umbenannt und mit Technologien des unvollendeten Copland-Projekts verbessert, während gleichzeitig am zugekauften Betriebssystem OPENSTEP gearbeitet wurde. Seit 1999 wird es auch als „Mac OS Classic“ – „klassisches Mac OS“ – bezeichnet, um es vom eigenständig entwickelten Nachfolger Mac OS X zu unterscheiden.
Ende 1996 beschloss Apple den Kauf der von Steve Jobs gegründeten Firma NeXT mitsamt modernem Unix-Betriebssystem OPENSTEP, der im Januar 1997 über die Bühne ging. Bei Apple wurde das neue Betriebssystem bis 1998 unter dem Namen Rhapsody weiterentwickelt und sollte einerseits das klassische Mac OS komplett ersetzen als auch auf Computern laufen, die nicht von Apple selbst stammten, etwa IBM-kompatiblen PCs. Rhapsody nutzte die von OPENSTEP bekannte neue Programmierschnittstelle „Yellow Box“ (umbenannt von OpenStep) und bot moderne Betriebssystemfunktionen wie Speicherschutz und präemptives Multitasking. Klassische Macintosh-Programme wurden in der neu entwickelten Blue Box ausgeführt, konnten dadurch jedoch nicht von den modernen Funktionen Gebrauch machen.
Sanfter Übergang Auf der WWDC 1998 wurde die Verschmelzung vom klassischen Mac OS (damals Mac OS 8.1) und Rhapsody zu Mac OS X (gesprochen „Mac OS ten“, also Mac OS Zehn) bekannt gegeben. Die Strategie sah eine exklusive Verfügbarkeit für Apple-Computer vor und beinhaltete die Weiterentwicklung von Mac OS 8 (ab 1999 auch Mac OS 9) sowie die Integration der Macintosh-Programmierschnittstelle, soweit möglich, in das moderne Betriebssystem Mac OS X. Diese wurde „Carbon“ genannt und bildete mit 6.000 der rund 8.000 Funktionen einen Großteil der bestehenden Schnittstelle ab.mackido.com Dies erlaubte es für die Macintosh-Plattform unverzichtbaren Drittherstellern von Anwendungsprogrammen, ihre Produkte sowohl für das klassische Mac OS als auch für das kommende Mac OS X anzubieten, da der Portierungsaufwand bestehender Programmteile auf Carbon weit geringer war als jener auf die neue Programmierschnittstelle „Yellow Box“, die unter Mac OS X in Cocoa umbenannt wurde. Carbon hingegen wurde in Form der CarbonLib auch auf Mac OS ab Version 8.1 rückportiert – das erlaubte mit „carbonisierten Anwendungen“ () die native Ausführung von ein und demselben Programm sowohl unter Mac OS Classic als auch unter Mac OS X.Zehn Jahre Mac OS X – das Beste aus zwei Welten; abgerufen am 10. Juli 2016.
Mac OS X war ursprünglich bereits für 1999 geplant, erschien jedoch erst 2001. Mac OS 9, das letzte klassische Mac OS, wurde danach nicht mehr weiterentwickelt. Um den Übergang zum neuen Betriebssystem so sanft wie möglich zu gestalten, wurde auch die Blue Box, nun umbenannt in Classic-Umgebung, verbessert, sodass klassische Programme direkt auf der mit Mac OS X eingeführten Aqua-Oberfläche als Fenster dargestellt wurden.
Mac OS X vereinte somit zu Beginn „das Beste aus beiden Welten“ – mit Carbon war es möglich, Anwendungsprogramme wie Adobe Photoshop und Microsoft Office relativ schnell auf Mac OS X zu portieren. Auch Apple selbst übernahm Teile des Finder, iTunes und QuickTime anfangs aus dem klassischen Mac OS. Um externe Entwickler zu überzeugen, wurde der Finder sogar mit Ideen aus dem NeXTStep/OPENSTEP Workspace Manager in Carbon erweitert. Dennoch war Cocoa die zukunftsträchtige Programmierschnittstelle; und nach und nach wurden die meisten Programme von Carbon dorthin portiert, schließlich auch der Finder in Mac OS X Snow Leopard (2009) und die Adobe Creative Suite in Version 5 (2010).
Aus Mac OS X wurde ab 2005 auch das auf iPod, iPhone und iPad laufende iOS entwickelt; später auch tvOS für das Apple TV und watchOS für die Apple Watch.
Nach 2007 und nach der Umstellung von der PowerPC- auf die Intel-x86-Prozessorarchitektur verschwand die offizielle Unterstützung für klassisches Mac OS, denn außer Carbon, das noch bis macOS Mojave (Version 10.14, veröffentlicht 2018) im Betriebssystem vorhanden war, verblieb keine Komponente in Mac OS X, die mit klassischem Mac OS direkt in Verbindung steht. Auf den abgeleiteten Varianten iOS, tvOS und watchOS fehlte Carbon von Anfang an. Die Programmierschnittstelle des klassischen Mac OS wurde bereits seit 2007 nicht mehr weiterentwickelt, daher auch nicht auf 64 Bit portiert, und Carbon-Anwendungen blieben folglich auf 32 Bit beschränkt. In macOS Catalina (Version 10.15, veröffentlicht 2019), das als reines 64-Bit-System keine 32-Bit-Anwendungen mehr ausführen kann, wurde Carbon und damit auch das letzte Überbleibsel von klassischem Mac OS aus Mac OS X (nunmehr macOS) entfernt. So markiert die Umbenennung von „Mac OS X“ in „OS X“ 2011 und schließlich in „macOS“ 2016 das sichtbare Ende der Übergangsphase. Mit Cocoa wurzelt macOS, iOS, tvOS und watchOS auf der mit NeXTStep entwickelten Programmierschnittstelle OpenStep, und gemeinsam mit neuen Entwicklungen wie Swift ermöglichen diese modernen Schnittstellen und Frameworks das Programmieren auf allen aktuellen Apple-Plattformen.
Markenbezeichnung „Mac OS“ Mac OS ist ein eingetragenes Markenzeichen, das GUI-basierende Betriebssysteme der Apple Inc. (zuvor Apple Computer Inc.) für deren Macintosh-Computersysteme bezeichnet.
System 7.5.1 (1995) war die erste Version mit dem bekannten Mac-OS-Logo, das von da an den „Picasso“-Macintosh ersetzte und wie dieser beim Hochfahren angezeigt wird. Das Symbol ersetzt gleichzeitig unter Mac OS X auch jenes des Finder. Der Name „Mac OS“ wurde erstmals mit Version 7.6 (1997) auch für das Betriebssystem selbst verwendet – dieser wurde von da an bei allen klassischen Mac-OS-Versionen unterhalb des Symbols beim Startbildschirm hingeschrieben. Unter Mac OS X 10.0 (2001) wurde beim Hochfahren hingegen wieder das altbekannte Happy-Mac-Symbol verwendet. Ab Mac OS X 10.2 (2002) wird ein graues Apple-Logo gezeigt.
Betriebssysteme, die den Namen „Mac OS“ tragen: Mac OS 7.6: Aktualisierung für System 7.5, Funktionen aus dem Projekt Copland übernommen; benötigt mindestens einen Motorola-68030-Prozessor (Unterstützung für ältere Macintosh-Modelle mit 68000- und 68020-Prozessor entfällt erstmals) Mac OS 8: weitere Funktionen aus dem Projekt Copland eingeflossen, u. a. das Platinum-Design Mac OS 8.1: letzte Version für Macintosh-Computer mit m68k-Prozessoren; HFS+-Dateisystem eingeführt und mit Internet Explorer 3 bzw. 4 ausgeliefert Mac OS 8.5: optimiert für PowerPC, Sherlock als Desktop-Suche Mac OS 8.6: verbesserter Nanokernel für Multiprozessor-Unterstützung und eingeschränktes präemptives Multitasking für Applikationen Mac OS X Server 1.0 bis 1.2v3: auf Rhapsody basiertes Server-Betriebssystem für PowerPC mit dem Desktop und Platinum-Design von Mac OS 8, erste Veröffentlichung von Darwin Mac OS 9: Integration vieler Funktionen, die bereits für Mac OS X in Entwicklung waren (Mehrbenutzerbetrieb, Schlüsselbund, iTools) Mac OS X Public Beta: Beta-Version des Nachfolgers für Mac OS 8 und 9, mit der neu entwickelten Aqua-Oberfläche Mac OS 9.1: bessere Integration in die Classic-Umgebung von Mac OS X Mac OS X 10.0 (sowie die Server-Variante Mac OS X Server 10.0): finale Version des ersten Mac OS X mit Aqua-Oberfläche und Darwin, dem BSD-basierten Unix-Betriebssystem, als Unterbau, die aus NeXTSTEP bzw. OPENSTEP (mit OpenStep) und dem Rhapsody-Projekt hervorgegangen sind. Mac OS 9.2.2: letzte Version des nun oft als „Mac OS Classic“ bezeichneten Betriebssystems, das direkt von „System“ weiterentwickelt wurde Mac OS X 10.1, 10.2, Panther (10.3) und Tiger (10.4) (sowie die jeweilige Server-Variante): Weiterentwicklung des Darwin-Betriebssystems und der Aqua-Oberfläche Mac OS X Tiger 10.4.4/Intel: Version für Macs mit Intel-Prozessor (IA-32, Quelltext-kompatibel zur PowerPC-Version, Rosetta für PowerPC-Applikationen) Mac OS X Server 10.4.7 (Tiger): erste Universal-Version von Mac OS X Mac OS X Leopard (10.5) (sowie die Server-Variante Mac OS X Server 10.5): letzte Version für Macs mit PowerPC-Prozessor (und damit auch letzte Universal-Version), keine Classic-Umgebung mehr; erstmals zertifiziert nach Single UNIX Specification UNIX 03 Mac OS X Snow Leopard (10.6) (sowie Server-Variante Mac OS X Server 10.6): optimiert für Intel-Prozessoren (IA-32) und letzte Version mit Rosetta für PowerPC-Applikationen, erstmals mit Mac App Store ab Version 10.6.6 Mac OS X Lion (10.7): neues Design und erstmals über den Mac App Store vertrieben; letzte Version, die „Mac OS“ in der Schreibweise mit Leerzeichen im Namen trägt
Mit Mac OS X Lion (Version 10.7 von Mac OS X) wurde das Betriebssystem bereits als „OS X“ beworben und die Server-Version heißt bereits OS X Server 1.0 (ohne „Mac“ im Namen). Ab OS X Mountain Lion (Version 10.8) heißt das Betriebssystem offiziell „OS X“ und gibt dies bei einem Klick auf „Über diesen Mac“ an. Als Grund für das Entfernen von „Mac“ im Namen gelten die Varianten des Betriebssystems für Apple TV, iPod, iPhone und iPad neben der ursprünglichen Variante für Macintosh-Computer. Da das Betriebssystem nicht mehr nur auf Macs läuft, sollte es auch nicht mehr „Mac OS“ genannt werden. Beim Apple TV der 1. Generation wurde eine leicht modifizierte Version von Mac OS X (Tiger, Version 10.4) verwendet, bei iPod, iPhone und iPad sowie ab Apple TV der 2. Generation heißt das Betriebssystem iOS (ursprünglich iPhoneOS und iPadOS) bzw. tvOS (basiert auf iOS) und hat mit Darwin dieselbe Basis und denselben Kernel wie Mac OS X.