mini| 150 Jahre Bad Laerer Kreuzweg Der Hardensettener Kreuzweg ist ein Kreuzweg, im Volksmund auch Kreuzweg auf dem Kalvarienberg genannt, in Hardensetten, einem Ortsteil von Bad Laer. Er ist von überregionaler Bedeutung; an christlichen Feiertagen besuchen den Kreuzweg über 1000 Besucher zum Gebet und zur Besinnung.Osnabrücker Zeitung vom 22. April 2015
Lage Der Hardensettener Kreuzweg liegt an der Glandorfer Straße, der Straße, die von Bad Laer nach Glandorf führt, an dem höchsten Punkt, dem Kalvarienberg, in Bad Laer im Ortsteil von Hardensetten, unschwer erkennbar an einer Linde, der sogenannten Prediger-Linde, die am südlichen Straßenrand steht.
Geschichte Laut Überlieferungen gab es auf dem Kalvarienberg von Hardensetten eine heidnische Gerichts- und Kultstätte. Iroschottische Mönche bauten an dieser historischen Stelle eine Kapelle, die im Lauf der Zeit mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde. Schon im 13. Jahrhundert hielten dort die Gemeinden Laer und Glandorf gemeinsam Gottesdienste ab, was im Westfälischen Frieden dokumentiert wurde.Osnabrücker Zeitung vom 22. April 2015 Im Jahr 1802 war die Kapelle als „lästiges Verkehrshindernis“ im Weg und wurde endgültig abgerissen.Osnabrücker Zeitung vom 12. August 2011 1829 ließ der Bauer Buschkotte an der Stelle des Weges ein Kreuz, das sogenannte Buschkotten Krüß, errichten. Dort soll sein an Gesichtsrose erkrankter Sohn Heinrich, nach dem er die anstrengende Telgter Wallfahrt hinter sich gebracht hatte, ermüdet eingeschlafen und völlig genesen erwacht sein. Der gegenwärtige Kreuzweg geht auf eine Initiative des Schulvikars der Volksschule in Laer, Matthias Sommer, zurück, der in den Jahren von 1854 bis 1857 an freien Nachmittagen mit seiner Schulklasse auf dem Berg zog, um den Kreuzweg in Eigenarbeit anzulegen. Als ihm die Mittel ausgingen, wandte er sich an seine nach Amerika ausgewanderten Schulkinder, die ihn mit großzügigen Spenden unterstützten. 1857 wurde dann der Kreuzweg von ihm eingeweiht. Die Stationsbilder waren zunächst aus Holz. Auch kam eine Ölberg-Gruppe im Nazarener Stil hinzu. Diese wurde 1861 mit einer Neugotischen Kapelle geschützt. Im gleichen Jahr wurden die 14 Kreuzwegstationen aus Baumberger Sandstein im Nazarener Stil aufgestellt, die die hölzernen ersetzten. Sie wurden vom Bildhauer Jean Baptist Prang aus Münster geschaffen.Osnabrücker Zeitung vom 22. April 2015 Gegenüber den westlichen Kreuzwegstationen wurden in späteren Zeiten Plaketten mit den Vierzehn Nothelfern aufgestellt, die seit dem 26. Februar 1994 auf kleinen Säulen stehen. 1930 wurde am Ende des Kreuzweges die Kalvarienberg-Gruppe aufgestellt. Im Jahr 2007, zum 150. Jubiläum, wurde der Kalvarienberg mit seinen Gruppen einer gründlichen Sanierung unterzogen; ein Gedenkstein erinnert daran.
Beschreibung An der Glandorfer Straße steht südlich die sogenannte Prediger-Linde. Ihre Krone wurde gekappt, sodass man dort eine Kanzel unterbringen konnte. Davor steht das sogenannte Buschkotten Krüß. Gegenüber, auf der rechten Seite, liegt die Kapelle mit der Ölberggruppe. Dann zeigt sich ein 275 Meter langer, leicht ansteigender Stichweg nach Norden. Hier beginnt der eigentliche Kreuzweg. Auf der linken Seite sind die Kreuzwegstationen und auf der rechten Seite die Plaketten der Vierzehn Nothelfer. Den Abschluss bildet schließlich die Golgotha-Gruppe.
Vierzehn Nothelfer hl. EUSTACHIUS du herrliches Beispiel christlicher Geduld hl. MARGARETHA du siegreiche Blutzeugin für Christus hl. VITUS du Vorbild der Keuschheit hl. GEORG du vorbildlicher Streiter für die Lehre Jesu hl. KATHARINA du Weiseste der Weisen in der Lehre des Heils hl. CHRISTOPHORUS du mächtiger Retter in der Gefahr hl. ERASMUS du starker Helfer der bedrängten Witwen hl. ACHATIUS du großer Verehrer des Kreuzes Christi hl. PANTALEON du Bekehrer zum wahren Glauben hl. AEGIDIUS du Verachter zeitlicher Güter hl. CYRIACUS du Schrecken der bösen Geister hl. BARBARA du bester Tröster der Sterbenden hl. BLASIUS du wunderbarer Arzt der Kranken hl. DIONYSIUS du glühendes Licht der Gläubigen
Bildbeschreibung des Kalvarienberges
Bildbeschreibung des Kreuzweges
Einzelnachweise
Literatur Richard Sautmann: Die Bad Laer Geschichte. Verlag für Regionalgeschichte, 2000, ISBN 3895343757
Weblinks
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