mini|Blick in die Schießgasse (2014) von der Landhausstraße nach Norden. Im Hintergrund links das Albertinum und rechts die Wand des Kurländer Palais am Straßenende mini|Straßenschild an der Ecke der Rampischen Straße (2009) mini|Polizeipräsidium entlang der Schießgasse vom Pirnaischen Platz gesehen
Die Schießgasse ist eine Innenstadtstraße im Zentrum von Dresden und gehört zum Stadtbezirk Altstadt (Gemarkung Altstadt I).
Lage Die Straße liegt zwischen Landhausstraße und Rampischer Straße. Die Trasse verläuft ab der Landhausstraße nahezu in Süd-Nord-RichtungSchießgasse auf openstreetmap.org und geht an der Ecke der Rampischen Straße und Salzgasse als Tzschirnerplatz weiter. Die Westseite wird vom Polizeipräsidium dominiert,Geschichte der Verkehrspolizei während die Ostseite nahezu unbebaut im Abstand von 100 Metern zum östlich liegenden inneren Stadtring und Nord-Süd-Verbindung der St. Petersburger Straße (B 170). Die Straße liegt ohne Neigung in . Von den 20 Meter Straßenbreite der 170 Meter langen Straße gehören 10 Meter zur (ausgebessert) asphaltierten Fahrbahn, die an beiden Seiten Gehwege hat. Durch den historischen Bezug besteht Bindung zur Pirnaischen Vorstadt.
Namensherkunft Die Schießgasse wurde bei der östlichen Stadtausdehnung auf das Gelände um die alte Frauenkirche unter Herzog Moritz (Kurfürst Moritz) angelegt. Historische Namen waren: Nawgasse am graben (1551), Schutzengasse (1555), Schisgasse. Namensgebend waren der beim Pfingstschießen benutzte Schießgraben und das Schießhaus der Bogen- oder Armbrustschützen, die bis zum Jahr 1577 an der Gasse lagen.Schießgasse auf Stadtwiki Dresden
Geschichte Vor 1548 lag das Gelände des Straßenzugs außerhalb der Stadtmauer vor dem „Frauentor“ an der gotischen Kirche Unserer Lieben Frauen und deren Friedhof. Der Kaitzbach versorgte zum Teil den Wassergraben um die Stadtmauer.
Vom Ende des 17. Jahrhunderts bestand zwischen der Moritzstraße und der Landhausstraße der Südteil als Große Schießgasse und der nördliche Abschnitt zur Rampischen Straße war die Kleine Schießgasse. Die Lage findet sich auf der KarteAuf dieser Karte liegt Norden und die Elbe an der linken Seite, sodass die Schießgassen im Bild unten sind. von Matthäus Seutter um 1760.Dresden an der Elb, eine Haupt-Stadt des Obern Sachsen u. höchst vortreffliche Residentz des dasigen Churfürsten u. Konigs in Pohlen. Matthäus Seutter, Kupferstecher & Verleger, ca. 1755, mit Gebäude- und Straßenverz., Erl. zur Stadtgeschichte und einer Ansicht. - Text lat. und dt. - NO oben Westlich vom Hasenberg (44) ist die Kleine Schießgasse (10) zwischen Rampische Gasse (11) und Pirnaische Gasse(8) mit dem Ausgang am Pirnaischen Thor (40) und weiter die Große Schießgasse (9) zur Moritzstraße (6) aufgenommen. Der Straßenzug ist an beiden Seiten bebaut und hinter den Gebäuden der Ostseite verläuft die Communication.
Der Beschießung 1760 fielen auch Bauten an der Schießgasse zum Opfer. In der Zeit nach dem Siebenjährigen Krieg entstand nach Lockes Entwürfen Das Kerstensche Haus in der Großen Schießgasse. Von 1715 bis 1886 befand sich einesduden.de: Palais, das: repräsentatives, schlossartiges (Wohn)gebäude, Plural: die Palais der Brühlschen Palais, das von Matthäus Daniel Pöppelmann entworfen wurde, in der Großen Schießgasse 10. Nach Entwürfen von Gottlob Friedrich Thormeyer ließ der Gesellschaftsverein „Harmonie“ einen Saal im Palais Brühl einbauen. Das Haus wurde 1886 beim Durchbruch der König-Johann-Straße abgerissen.
Nach der Niederlegung der Befestigung im Osten liegt der Moritzgarten zur Johannisgasse hinter den Gebäuden der Schießgassen, wie auf der Karte von 1833 nachzuvollziehen.Stadtplan von Dresden, Stahlstich, 1:11 500, von 1833. Dresden / published under the Superintendence of the Society for the Diffusion of useful Knowledge. Drawn by W. B. Clarke. Engraved by W. Henshall. - [Ca. 1:11 500] [London] : Chapman & Hall, 1833. - 1 Kt. : Stahlstich. ; 38 × 31 cm.
1898 wurden beide Teile unter dem Namen Schießgasse wieder zu einer Straße vereinigt. Die Straße führte Anfang des 20. Jahrhunderts vom Zeughausplatz / Salzgasse / Rampische Straße über Landhausstraße und die Wilsdruffer Straße (damals König-Johann-Straße) an die Moritzstraße fortgesetzt in die Gewandhausstraße.Plan von Dresden. 1911/13/38/39/40. Blatt 1-12. Mit der nach der TrümmerberäumungSchadensplan der Stadt Dresden. Bearbeitet 1945/1946 vom Stadtbauamt Dresden. Grundlagenkarte: Plan von Dresden. Blatt 1 (Altstadt, Neustadt) Legende zum Zerstörungsgrad: schwarz - total zerstört; blau - schwer beschädigt; grün - mittelschwer beschädigt; rot - leicht beschädigt. auf 61 Meter verbreiterten Trasse der neu geführten Ernst-Thälmann-Straße wurde der südliche Teil (Grundstücke 1–5, ungerade und 2–10, gerade) aufgehoben und im Zuge des Neuaufbaus der Innenstadt überbaut.
Bebauung mini|Blick in die Schießgasse
Das Dresdner Polizeipräsidium an der Straßenwestseite mit seiner Ausdehnung von 130 Meter längs und 60 Meter quer zur Schießgasse bestimmt den Straßencharakter. Ihm gegenüber liegt ein Parkplatz bis an die Straßenbahntrasse zwischen Pirnaischem Platz und der Carolabrücke. Das 1895–1900 erbaute späthistoristische Gebäude besitzt Stilelemente der Renaissance und des Barocks. Um Baufreiheit für das Gebäude zu schaffen, wurden die vorhandenen Einrichtungen an der Schießgasse – die Caserne ab der Rampischen Straße und die Eckbebauung an der Landhausstraße – abgerissen.
Adressiert ist das PräsidiumPolizeidirektion Dresden als einziges Grundstück an dieser Straßenseite mit Schießgasse 7. Charakteristisch sind die Ecktürme an der Landhaus- und der Rampischen Straße. Der Mittelteil mit dem Haupteingang verbindet die zwei Seitenflügel. Das Gebäude wurde im Gegensatz zur Umgebung beim Luftangriff am 13. Februar 1945 nur mittelschwer beschädigt und konnte wiederhergestellt und genutzt werden.
An der Ostseite befindet sich ein großer baumbestandener Parkplatz (Grundstücke 12–24, gerade), der Fläche (100 × 80 m²) für das Innenstadtparken zur Verfügung stellt.Am Ostrand des Parkplatzes führt der auf eine Initiative der „Dresdner Sezession 89“ ab dem Jahr 2000 entstandene „WasserKunstWeg Mnemosyne“, der den Kaitzbach an seinem innerstädtisch nicht mehr sichtbaren Verlauf künstlerisch begleitet.
An den Parkplatz schließt sich nördlich das 1738 erbaute, 1945 zerstörte und danach lange als Ruine erhalten gebliebene Kurländische Palais an, das im Rahmen des innerstädtischen Neubaus um die Frauenkirche zwischen 2006 und 2008 wieder aufgebaut wurde. Mit seinem Eingang gegenüber der Rampischen Straße ist es unter Tzschirnerplatz 3 adressiert. An der Schießgasse liegen lediglich 20 Meter des Südflügels. Die Brandmauer am Gartenhof lässt eine Bebauungsabsicht entlang der Schießgasse vermuten. Das Gebäude wurde 1738 im Rokoko-Stil von Johann Christoph Knöffel errichtet.
Das Polizeipräsidium in der Schießgasse und das Kurländer Palais (benachbart am Tzschirnerplatz) sind in Dresden als denkmalgeschützt eingetragen.
Im Häuserbuch des Handbuchs für Dresden von 1850Häuserbuch. II. Verzeichniß der Straßen und Plätze, sowie sämmtlicher zum Stadtbezirke gehörigen Gebäude, mit Angabe der Besitzer, der Wohnungs- und Gewölbeinhaber, der Gerichtsbarkeit und der auf den Grundstücken lastenden Steuereinheiten (Stadtarchiv Dresden: Digitalisat im Projekt Dresdner Adressbücher, Saxonica) ist die Große Schießgasse (Altstadt) mit Nr. 1 an der „innern Pirna’schen Gasse“ (später→Landhausstraße) zum Haus 18 aufgenommen. Die Nummerierung der kleinen Schießgasse beginnt mit Nr. 1 am Zeughausplatz bis 3 am Akademieweg und weiter bis 12. Neben den Bürgerhäusern mit den Steuereinträgen und den jeweiligen Bewohnern sind für die Kleine Schießgasse auch Staatsgebäude genannt. In Haus 3 befindet sich die Augusta-Kapelle, für Haus 4 sind vier Bewohner und der Akademische Hörsaal genannt, das Kufenhaus und die Königliche Hauptkellerei, sowie C.E.F. Scharf und F.W.Gämlich sind in Haus 12 eingetragen. F.W.GämlichEinwohnerverzeichnis im Handbuch für Dresden 1850, S. 194. ist der Königliche Oberböttcher mit einer Wohnung im I. Geschoss und C.E.F. Scharf als HauptkellerverwalterEinwohnerverzeichnis im Handbuch für Dresden 1850, S. 288. ist für Große Schießgasse 12, I. Stock aufgenommen.
Das Adressbuch 1872Adreß- und Geschäfts-Handbuch der königlichen Residenz- und Hauptstadt Dresden mit umliegenden 6 Städten und 24 Gemeinden. I. Abtheilung Adreßhandbuch, S. 227–229. nennt die große Schießgasse (Altstadt, Catasterabtheilung A) von der Landhausstraße zum Gewandhausplatz die fünf- bis sechsgeschossigen privaten Wohnhäuser 1–18 (fortlaufend), teilweise mit Gewerbe im Parterre. Die kleine Schießgasse (Altstadt, Catasterabtheilung A) liegt vom Zeughausplatz zur Landhausstraße mit den Grundstücken 1–12 (fortlaufend). Im Haus 1 des Staatsficus befindet sich die Erste Nachtwachtstation der Königlichen Brandt-Versicherungs-Commission, bewohnt vom Hausmann und Aufwärter Lau und im IV. Stock vom Aufwärter Schmidt. Auf Grundstück 2 steht ein viergeschossiges Privatwohnhaus, auf 3 steht die Katholische Hauptschule (Eigentümer: Das Apostolische Vicariat in Sachsen), fünfgeschossig bewohnt von drei Lehrern, einem Hilfslehrer, dem Hausmann und Schulboten, einem Canclisten und dem St.-Bez.-Aufseher. Im staatlichen Gebäude Schießgasse 4 (zweigeschossig), das zur „vorm. medicinisch-chirurgischen Academie“ gehört, befindet sich die Expedition des „K.Forstrentamt“ und das „Büro f.d.fiskalische Bauwesen“, Aufsicht hat der Secretär Pestel (Zeughausplatz 3) und im Haus wohnen ein Gartenaufseher, der Obergärtner, ein Cancleiaufwärter und der Professor Geh. Hofrath D. Reichenbach. Auf den Grundstücken 5–11 stehen wiederum private Wohnhäuser. Schießgasse 12 ist das „Kufenhaus“ mit der K.Domanialkellerei und dem „Bureau der K. Bauverwalterei Dresden I“, im Hause wohnen der Kellereiverwalter, der Ober- und der Beiböttcher, sowie der Kellereigehilfe.
In Jahren 1895 bis 1900 mit dem Bau des Gebäudekomplexes des Königlich-Sächsischen Polizeipräsidiums unter Einbeziehung der von der Rampischen Gasse zugänglichen „Caserne der leichten Infanterie“ und Gebäuden an der Kleinen Schießgasse wurden die Große und Kleine Schießgasse zusammengefasst und die wechselseitige Grundstücksnummerierung, statt der vorher bestehenden Hufeisennummerierung eingeführt.