Rune Ericson (* 29. Mai 1924 in Stockholm, Schweden; † 4. Februarlaut The Swedish Film Database, IMDb nennt fälschlicherweise den 6. Februar 2015 in Thailand) war ein schwedischer Kameramann und der Erfinder der Super 16-Technik mit gelegentlichen Ausflügen zur Dokumentarfilmregie.

Leben Ericson, seit Mitte der 1960er Jahre einer der führenden Bildgestalter seines Landes, erhielt in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs seine foto- und kameratechnische Ausbildung, fotografierte bereits 1944 eigenverantwortlich einen Kurzfilm und startete bei Kriegsende seine Arbeit zunächst als Standfotograf und zweiter Kameramann bei dem Kinderfilm Die Kinder vom Wildbachfelsen (Barnen från Frostmofjället) unter der Leitung des soeben zum Chefkameramann aufgestiegenen Sven Nykvist. Nur zwei Jahre darauf stieg Rune Ericson selbst zum Chefkameramann auf.

Bis in die 1960er Jahre hinein musste er sich zumeist mit der Fotografie von zweitrangigen Unterhaltungsfilmen begnügen, danach arbeitete Ericson regelmäßig mit renommierten Regisseuren wie Mai Zetterling, Jörn Donner, Vilgot Sjöman, Jarl Kulle sowie mit den US-Amerikanern Susan Sontag und Jerry Lewis, bei dessen mysteriösem KZ-Drama The Day the Clown Cried er gleichfalls hinter der Kamera stand, zusammen. Gelegentlich führten ihn Aufträge auch nach Deutschland: so stand er 1955 als einfacher Kameramann unter Göran Strindbergs Chefkamera bei der deutsch-schwedischen Gemeinschaftsproduktion Schwedenmädel ebenso hinter der Kamera wie auch 1972 bei dem in München entstandenen Olympiafilm München 1972 – 8 berühmte Regisseure sehen die Spiele der XX. Olympiade. Seine größten Erfolge feierte er jedoch mit kind- und jugendgerechten Filmen wie Ronja Räubertochter, die oftmals nach Vorlagen von Astrid Lindgren entstanden.

Rune Ericson hat auch einige Dokumentarfilme fotografiert und inszeniert; seine 1962 hergestellte Arbeit über den Maler Hagalund brachte ihm auf der Berlinale 1964 die Nominierung für den Goldenen Bären ein. Darüber hinaus hat er sich als versierter Kameratechniker und Erfinder der Super-16-mm-Technik hervorgetan. Für diese Leistung wurde er 2002 mit einem Academy Award of Commendation ausgezeichnet.

Ericson hat sich auch in anderen Belangen künstlerisch hervorgetan: als Gitarrist, Pianist, Sänger und Maler von Ölbildern.Filmdokumentation Der Clown auf tagesschau.de

Rune Ericson starb während eines Ferienaufenthaltes in Thailand.Nachruf auf expressen.se

Filmografie als Kameramann, wenn nicht anders angegeben

1944: Med älven mot havet (Kurzfilm) 1947: Meisterdetektiv Kalle Blomquist (Mästerdetektiven Blomkvist) 1947: Det vänliga fjället 1948: Robinson i Roslagen 1948: Skarpsill går till! 1950: Södrans revy 1951: Starkare än lagen 1951: Tini-Kling (auch Schnitt) 1952: Döderhultarn 1952: Wenn die Liebe erwacht (Klasskamrater) 1952: Alles Glück dieser Erde (All jorden fröjd) 1952: Früchte der Liebe (Ogift fader sökes) 1953: I Mau-Mau land (nur Dokumentarfilmregie) 1954: En natt på Glimmingehus 1954: Flicka utan namn 1955: Sol över Chaggaland (nur Dokumentarfilmregie und Schnitt) 1955: Farligt löfte 1955: Die Neue (Flickan i regnet) 1955: Das Recht zu lieben (Rätten att älska) 1956: Finnskogens folk 1956: Moln over Hellesta 1956: Johan på Snippen 1957: Sjutton år 1957: Som man bäddar... 1958: Vi på Väddö 1959: Trelleborg porten mot kontinenten (Dokumentarfilm) 1959: Vänner på vägen (Dokumentarfilm) 1960: Vikingabygd i jetåldern (Dokumentarfilm) 1960: Engel - gibt’s die? (Änglar, finns dom?) 1962: Der Maler O.O. Hagalund (Olle Olsson-Hagalund) (nur Dokumentarfilmregie und Drehbuch) 1963: Kurragömma 1963: En vacker dag... 1964: Lieber John (Käre John) 1964: Die schwedische Hochzeitsnacht (Bröllopsbesvär) 1965: Festivitetssalongen 1965: Sotaren (Dokumentarfilm) 1966: Verschwiegene Spiele (Nattlek) 1966: Tvärbalk 1967: Stimulantia 1967: Le viol 1968: Doktor Glas 1968: Die Mädchen (Flickorna) 1968: Bokhandlaren som slutade bada (auch Filmrolle) 1970: Ministern 1970: Zwillinge (Bröder Carl) 1970: Glücklicher Scheißer (Lyckliga skitar) 1971: Troll 1972: The Day the Clown Cried 1972: München 1972 – 8 berühmte Regisseure sehen die Spiele der XX. Olympiade 1973: Provfilm Fuji negativ (Industriekurzfilm) 1974: Vita nejlikan 1974: Lejonet och Jungfrun 1974: Kom till Casino 1976: Die Brüder Löwenherz (Bröderna Lejonhjärta) 1978: Charlotte Löwensköld 1979: Jag är Maria 1980: Die Kinder von den blauen Bergen (Barna från Blåjöfjället) 1980: Från och med Herr Gunnar Papphammar 1980: Mannen som blev miljonär 1981: Rasmus und der Vagabund (Rasmus på luffen) 1984: Ronja Räubertochter (Ronja Rövadottar) 1986: Amorosa 1987: Mälarpirater 1988: SOS – en segelsällskapsresa 1991: Den ofrivillige golfaren

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 2: C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 577.

Weblinks Ericsons Biografie in der Swedish Film Database (auf engl.) Ericson in fdtimes.com

Einzelnachweise

Kategorie:Kameramann Kategorie:Dokumentarfilmer Kategorie:Erfinder Kategorie:Oscarpreisträger Kategorie:Schwede Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann