Die Yamaha Hatsudōki K.K. (, Yamaha Hatsudōki kabushiki-gaisha; engl. Yamaha Motor Company, Ltd.) ist ein japanisches multinationales Unternehmen mit Hauptsitz in Iwata, Japan. Der Mischkonzern stellt im Geschäftsbereich Mobilität Motorräder, Quads und Motoren (insbesondere Bootsmotoren) her. Die Industriesparte des Unternehmens produziert und vertreibt Generatoren, Pumpen, Roboter, SMT-Bestückungsautomaten, Drohnen, Anlagen zur Wasseraufbereitung, Schwimmbecken und weitere Produkte.Products global.yamaha-motor.com (englisch)
Die Yamaha Motor Company wurde 1955 als Tochtergesellschaft der Yamaha Corporation gegründet. Heute ist Yamaha Motor ein eigenständiger Konzern mit 131 konsolidierten Tochtergesellschaften.Group Comanies yamaha-motor.com Die Yamaha Corporation hält noch knapp 4 Prozent an Yamaha Motor.Stock Information global.yamaha-motor.com In Deutschland trat Yamaha erstmals 1964 auf der IFMA auf. Anfang 2014 waren in Deutschland 566.762 Yamaha-Krafträder zugelassen, was einem Anteil von 13,98 % entspricht. (abgerufen am 28. April 2015) 2020 lag der Anteil der Neuzulassungen bei 9,65 %, was unter den Herstellern Platz fünf darstellt. Weltweit stand Yamaha mit 4,8 Millionen verkauften Motorrädern 2023 (bis November) auf dem dritten Platz.
Ende September 2019 eröffnete Yamaha in Amsterdam die Yamaha Motor Collection Hall, eine Sammlung von Renn- und Serienmotorrädern, die für Ausstellungen geöffnet ist.
Geschichte Die Wurzeln der Yamaha Motor Company gehen zurück bis ins Jahr 1887, als Torakusu Yamaha ein Unternehmen zur Herstellung von Musikinstrumenten gründete. Daraus entwickelte sich 1897 die Aktiengesellschaft Nippon Gakki (wörtlich „Japan Musikinstrumente“) und später der Konzern Yamaha Corporation. An das ursprüngliche Geschäftsfeld von Yamaha erinnert bis heute das Firmenlogo von Yamaha Motor mit den drei Stimmgabeln, das vom Logo der Yamaha Corporation abstammt.History of Logo yamaha.com
1950 übernahm Kawakami Gen’ichi die Leitung bei Nippon Gakki. Er ordnete im November 1953 die Entwicklung eines Motorrads an, um die Produktpalette künftig durch Motorräder zu ergänzen. 1954 wurden Prototypen des ersten Motorradmodells gebaut, das Yamaha YA-1 genannt wurde. Laut der Chronik der Yamaha Motor Company wurde das erste Serienmodell der YA-1 am 11. Februar 1955 fertiggestellt und ausgeliefert.1953–1955: Entering the Motorcycle Market and Establishing Yamaha Motor Co., Ltd. global.yamaha-motor.com mini|hochkant|P7, 1960, erster Yamaha-Zweitakt-Außenbordmotor Am 1. Juli 1955 wurde die Yamaha Motor Company als Tochterunternehmen von Nippon Gakki gegründet. Damit wurde die junge Motorrad-Sparte von Nippon Gakki ausgegliedert. Mit finanzieller Unterstützung der Regierung begann die Yamaha Motor Company mit der Produktion von Motorrädern. 1960 kam mit dem P7 der erste Außenbordmotor von Yamaha auf den Markt.
Der Motor des Toyota 2000 GT wurde von Yamaha entwickelt. In den 1990er-Jahren entwickelte Yamaha gemeinsam mit der Ford Motor Company die Zetec-SE Motorengeneration (4-Zylinder-Viertaktmotoren in Reihe für den Quereinbau), die in den Ford-Modellen Fiesta, Puma und Focus eingesetzt wurde bzw. in modifizierter Form noch eingesetzt wird (Ford Fiesta, Ford Focus). Ebenfalls eingesetzt wurden Zetec-SE Motoren in diversen Mazda-Modellen. Zeitweise baute Yamaha auch Motoren für die Formel 1. Von 2004 bis 2010 wurde der Volvo XC90 und von 2006 bis ebenfalls 2010 wurde der Volvo S80 mit einem von Yamaha entwickelten V8-Motor verkauft.
Baureihen/Modellserien
Yamaha startete die Motorradherstellung zunächst mit Zweitaktmotorradreihen, die zuerst die Kürzel YA und DT (leichte Geländemotorräder) trugen. Später nachfolgende Modellreihen mit Viertaktmotoren begannen mit der Bezeichnung Yamaha XS. Weitere Baureihen sind unter den Bezeichnungen XT, Yamaha R-Serie, Yamaha XJ (und Weitere) bekannt.
Zweitakter mini|Yamaha YA-1 von 1956 mini|Yamaha RD350 von 1973 mini|Yamaha RD400 (1A3) von 1978 hochkant|mini|Yamaha TZR 50, 2004 Das erste Yamaha-Motorrad, die YA-1, wurde auch Red Dragonfly („Rote Libelle“) genannt. Die Entwicklungsarbeiten begannen 1954 noch bei Nippon Gakki, der späteren Yamaha Corporation. Die Yamaha Motor Company wurde am 1. Juli 1955 als Tochtergesellschaft der Nippon Gakki gegründet und übernahm dann die Produktion. Die YA-1 war eine Kopie der DKW RT 125. Sie hatte einen luftgekühlten Einzylinder-Zweitaktmotor mit Dreikanal-Umkehrspülung und Kolbenkantensteuerung, 123 cm³ Hubraum (52 mm Bohrung × 58 mm Hub), 4,1 kW (5,6 PS) Leistung bei 5000/min und 80 km/h Höchstgeschwindigkeit.
1958 trat die YA-2 mit 125 cm³ und einem PS mehr die Nachfolge an, 1959 gefolgt von der YA-3.
1961 leistete die YA-5 schon 7,4 kW (10 PS), 1963 wurde die YAT-1 abgeleitet, die dem Aussehen der 250er Twins angeglichen war und mit der Yamaha gegen Honda konkurrierte, die die ähnliche Honda CB 92 anbot.
Diese Motorräder mündeten in eine Linie mit starken Zweizylinder-Zweitaktmotoren, die sich durch hohes Drehmoment und Spurtfreude auszeichneten. Zunächst kam 1964 das Modell YDS3 auf den deutschen Markt, eine in Amerika bereits sehr gut verkaufte 250-cm³-Zweizylindermaschine mit 18 kW (24 PS). In weiterer Folge wurden bis Anfang der 1970er-Jahre die Modelle YDS5E, DS6 (beide mit 250 cm³) sowie YR1, YR2 und R3 (alle mit 350 cm³) in Deutschland angeboten. Mit den Modellen DS-7 (250 cm³, 18 kW (24 PS)) und R-5 (350 cm³, 26 kW (36 PS)) wurden die Entwicklungslinien der 350er- und 250er-Modelle zusammengeführt. Beide Modelle hatten nun ein horizontal teilbares Motorgehäuse.
In Japan nannten sich die Modelle 1972 noch DX250 PRO und RX350 PRO und standen zwischen der DS7 und RD 250 oder der R5-F und RD 350.
Als die bis heute meistverkauften Motorräder gelten die luftgekühlten Folgemodelle RD 250 und RD 350 (baugleich mit RD 250, nur 100 cm³ mehr Hubraum). Sie wurden 1973 mit 22 und 29 kW (30 und 39 PS) ausgeliefert. Das Zwischenmodell RD 250-B verfügte 1976 über 24 kW (32 PS). Nach der Umstellung der Versicherungsklassen wurde die RD 250 später in Deutschland auf 20 kW (27 PS) gedrosselt.
Eine technische Neuerung waren die Membranventile in der Saugseite des Einlasstraktes, diese verbesserten den Gaswechsel im Motor und erweiterte den nutzbaren Drehzahlbereich. Diese Modelle hatten eine Scheibenbremse vorn und erzielten hohe Fahrleistungen. Die Spritzigkeit des Motors war auch ein Ergebnis der „Five-Port-(Fünfkanal-)Steuerung“, die aus Adolf Schnürles patentierter Umkehrspülung weiter entwickelt worden war. Prinzipbedingt werden beim Zweitakter die Abgase vom frischen Benzin-Luft-Gemisch in den Auspuff gedrückt, dabei gelangt auch ein Teil des Frischgases mit in den Auspuff. Durch geschickte Kanalführung des Five-Port-Systems drücken die frischen Gase in Form einer geschlossenen Front die verbrauchten Gase gezielt in den Auspuff, ohne sich mit diesen zu vermischen, wie dies bei früheren Konstruktionen der Fall war. Durch die für Hochleistungszweitaktmotoren besondere Gestaltung der Auspuffanlage (Resonanzauspuff) wird zusätzlich die Druckwelle, die dem Zylinder beim Öffnen des Auslassschlitzes entweicht, reflektiert und drückt die überschießenden Frischgase wieder zurück in den Zylinder, bevor der Kolben das Fenster zur Verdichtung schließt. Dadurch wird bei Resonanz-Drehzahl die Füllung des Zylinders verbessert, was eine erhebliche Leistungssteigerung ermöglicht, die die damaligen Zweitaktmotoren endgültig den hubraumgleichen Viertaktern überlegen machte. Jedoch funktioniert diese Art der Resonanzaufladung nur in einem engen Drehzahlbereich, was den so konstruierten Zweitaktern schnell den Ruf einer spitzen und schwer beherrschbaren Leistungscharakteristik einbrachte. Yamaha hat diese Form der Leistungs- und Effizienzsteigerung von Zweitaktmotoren zwar nicht erfunden, jedoch erstmals in Serie an Motorrädern eingesetzt.
Die Zweitakt-Modelle von Yamaha hatten seit ihrem Verkaufsstart in Deutschland eine Getrenntschmierung (Frischölschmierung). Anders als beim Zweitakter sonst üblich, mussten Benzin und Motoröl nicht gemischt werden. Bei Yamaha führte eine Ölpumpe dem Kraftstoff-Luft-Gemisch abhängig von der Drehzahl und der Gasgriffstellung dosiert Schmieröl aus einem separaten Öltank zur Motorschmierung zu. Kolbenklemmer im Schubbetrieb gab es mit diesen Modellen nur noch sehr selten, da zumindest bei niedrigen Drehzahlen immer eine ausreichende Schmierung gewährleistet war.
Das Modell RD 400 kam 1977/78 (interne Baubezeichnung 1A3) als Ablösung für das in der Leistungsentfaltung sehr engbandige luftgekühlte Vorgängermodell RD 350 auf den Markt, die Motorleistung betrug 32 kW (43 PS). 1979 modernisierte Yamaha das Modell mit kontaktloser Transistorzündung, überarbeiteter Fußrastenanlage (der vorher unter dem Rahmen angebrachte, einteilige, durchgehende Fußrastenträger verlief unterhalb der Verbindung Auspuffkrümmer/Endschalldämpfer und hatte bei schneller Fahrweise in Kurven mit entsprechender Schräglage bei unebener Fahrbahn gefährliche Situationen durch Aufsetzen hervorgerufen) und neuem Design. Die interne Baubezeichnung lautete 2 R 9; bei diesem Modell waren die Fußrastenräger rechts und links separat oberhalb der Auspuffanlage am Rahmen befestigt. Für beide Versionen gab es weiterhin dickere Zylinderkopfdichtungen, da insbesondere die mit Kontaktzündung bestückten Modelle bei Vernachlässigung der Einstellung bei Frühzündung zu den berüchtigten „Sparbüchsen“ (Durchbrennen des Kolbenbodens) neigten. Der Version 2 R 9 war nur eine kurze Produktionszeit beschieden, da bereits 1980 die wassergekühlten Versionen der RD-Modelle auf den europäischen Markt geliefert wurden und damit endgültig die Ära der luftgekühlten Zweitaktmotoren bei Yamaha endete.
Im Jahre 1980 brachte Yamaha eine Neuerung: Auf Basis der im Rennsport erfolgreichen Zweitakt-Rennmaschinen kamen als Straßenversion die wassergekühlten Modelle RD 250 LC und RD 350 LC – RD 350 – auf den Markt. 1983 kam als Weiterentwicklung die RD 350 YPVS. Das aus dem Rennsport stammende YPVS (Yamaha Power Valve System) verhalf dem kleinen Zweitaktmotor zu serienmäßigen 43 (59), später 46 kW (63 PS) – womit damals Fahrleistungen von 500er bis 750er Viertakt-Maschinen erreicht werden konnten. Das YPVS-System variiert über eine Walze die Höhe des Auslasskanals und damit die effektive Expansion des Motors. Der Auslassquerschnitt wird der jeweils anliegenden Motordrehzahl angepasst, wodurch die Leistungscharakteristik erheblich weicher wird und schon bei niedrigeren Drehzahlen ein hohes Drehmoment erzeugt wird, was die Maschine einfacher fahrbar macht. Gleichzeitig kann die Auslegung für höhere Drehzahlen entsprechend angepasst werden, was die mögliche Spitzenleistung steigert. Mit steigender Drehzahl wird die Höhe des Auslasskanals vergrößert, was das Drehmomentmaximum in höhere Drehzahlen verschiebt. Beim Einzylindermotor der RD 125 LC wurde ein YEIS (Yamaha Energy Induction System) genanntes System im Einlasskanal installiert.