Fuchsmühle ist ein Gemeindeteil der Stadt Hilpoltstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Fuchsmühle liegt in der Gemarkung Hofstetten.

Lage Die Einöde liegt circa vier Kilometer südwestlich des Zentrums von Hilpoltstein im Tal der Roth am westlichen Rand des Waldgebietes „Am Pfaffensteig“. Die Mühle ist von Unterrödel aus über einen Anliegerweg zu erreichen.

Geschichte Der Ort wurde als „Nusshackmühle“ erstmals 1350 erwähnt, als sie Konrad I. von Heideck erwarb.Wo’s immer noch klappert..., S. 3 Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1505 kam das Gebiet um Hilpoltstein und damit auch die Fuchsmühle zum neuen Territorium „Junge Pfalz“. 1542 verpfändete Pfalzgraf Ottheinrich sein Amt Hilpoltstein auf 36 Jahre an die Reichsstadt Nürnberg. Diese ließ 1544 ein Salbuch ihres Pfandbesitzes anfertigen. In ihm ist auch die Fuchsmühle erwähnt (die Familie Fuchs war eine weit verzweigte Müllerfamilie). Die Mühle gehörte nach wie vor zur Herrschaft Heideck und unterstand nur mit der hohen Gerichtsbarkeit dem Amt Hilpoltstein.Carl Siegert: Geschichte der Herrschaft, Burg und Stadt Hilpoltstein, ihrer Herrscher und Bewohner. In: Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg 20 (1861), S. 216 Auch in der Karte des Pflegamtes Hilpoltstein von 1604, der „Mappa Vogeliana“, ist die „Fuchsmuhl“ eingezeichnet; dort ist auch noch ihr alter Name „Nusbachmuhl“ erwähnt. Sie war damals in die Pfarrei Zell, später in die Pfarrei Hilpoltstein gepfarrt und bestand aus „1 He(rdstätte)“.Günter Frank und Georg Paulus: Edition von Christoph Vogels Beschreibungen pfalz-neuburgischer Ämter (1598-1604), Teil 18: Pflegamt Hilpoltstein, S. 26, siehe Das Mühlengebäude von heute wurde 1742 von dem Müller Aberham Wurm erbaut, wie eine Inschrift an der Fassade des Sandsteinquaderbaus mitteilt. mini|Fassadeninschrift „Soli deo gloria ...“ – Nur zur Ehre Gottes errichtet von Aberham Wurm 1742 Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde die Fuchsmühle dem Steuerdistrikt Hilpoltstein zugeordnet. Als mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Ruralgemeinde Hofstetten entstand, umfasste diese neben Hofstetten selber das Dorf Marquardholz, die – später abgegangene – Einöde Schrötzenhof, die Fuchsmühle sowie die Schweizermühle.Wiessner, S. 253

1860 wurde der Mahlbetrieb eingestellt.Wo’s immer noch klappert..., S. 3 1862 erwarb die Familie Fleischmann die ehemalige Mühle und betrieb auf dem Anwesen Landwirtschaft; 1875 standen hier an Großvieh drei Pferde und acht Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 889

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Hofstetten im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Hilpoltstein eingegliedert.

Der Fuchsmühlweiher wurde bis weit in die 1950er Jahre von Erholungsuchenden aus dem Raum Nürnberg aufgesucht und als Badeweiher genutzt. 1952 wurde im Erdgeschoss des Mühlengebäudes eine Gaststätte eingerichtet, die nach 15-jähriger Pause 1997 wiedereröffnet wurde.Informationsblatt an der Mühle

Einwohnerentwicklung 1818: 12 (zwei „Feuerstellen“ = Herdstätten/Anwesen; eine Familie)Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise ... enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 27 1836: 12 (ein Anwesen)Th. D. Popp: Matrikel des Bissthumes Eichstätt. Eichstätt: Ph. Brönner 1836, S. 165 1861: 13 (drei Gebäude)J. Heyberger und andere: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. München 1867, Spalte 713 1871: 15 (acht Gebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Sp. 889 1900: 11 (ein Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte 1219 1937: 6 (nur Katholiken)Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, S. 507 1950: 14 (ein Anwesen)Wiessner, S. 253 1961: 8 (ein Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 795 1970: 4Wiessner, S. 253 1987: 2 (zwei Wohngebäude, zwei Wohnungen)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 348 mini|Kapelle der Fuchsmühle

Mühlenkapelle Die Kapelle stammt wie das Mühlengebäude aus dem 18. Jahrhundert. Das Altarbild soll eine Kopie des Gnadenbildes der Marienwallfahrtskirche Linden bei Greding sein, das wiederum einem Cranachgemälde nachempfunden ist.Gemeinsam unterwegs. Kirchen und Pfarreien im Landkreis Roth und in der Stadt Schwabach, Schwabach/Roth o. J. , S. 105

Baudenkmäler Das Mühlengebäude und die Kapelle gelten als Baudenkmäler.

Literatur

Wo’s immer noch klappert: Mühlen entlang der Roth (4. Teil). In: Heimatblätter für Hilpoltstein, Allersberg, Greding, Heideck und Thalmässing, 46 (2006), Nr. 12

Weblinks

Informationen zur Mühle

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Hilpoltstein Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1350 Kategorie:Ort an der Roth (Rednitz)